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Relatos Ardientes

Die Nacht, in der die Bankerin im Spa die Kontrolle verlor

Die Luft im Spa war dicht geworden, so schwer wie ein Vorhang aus heißem Samt. Die Körper atmeten langsam, im trägen Rhythmus derer, die bis auf den letzten Tropfen geleert worden waren. Draußen peitschte der Sturm ohne Gnade gegen die Stadt.

Bárbara lehnte sich an die lauwarmen Fliesen und wölbte den Rücken wie eine zufriedene Katze. Sie beobachtete die fünf Männer, die rund um den Jacuzzi zusammengesunken waren, einen nach dem anderen, mit derselben Kälte, mit der sie sonst eine Bilanz auf der Vorstandssitzung prüfte. Ihre Finger, noch immer mit dem karminroten Lippenstift verschmiert, der bei den Sitzungen so viel Empörung auslöste, spielten mit einer schmerzenden Brustwarze.

Sie fuhr sich mit der Hand über den Bauch, sammelte die klebrigen Spuren ein, die sie bedeckten, und führte sie sich an die Zungenspitze. Einen Augenblick lang schloss sie die Augen und schwelgte in ihrer eigenen Erniedrigung, als wäre sie diejenige, die bei diesem Spiel die Regeln bestimmte.

—Na, na —flüsterte sie mit einer Stimme, die vor vergiftetem Honig triefte—. Ist das alles, was die Fitnessstudio-Kundschaft zu bieten hat? Ich hätte euch für… trainierter gehalten.

Ihr Lachen, scharf wie das Glas eines zerbrochenen Weinglases, hallte in der Dampfkabine wider. Sie waren schon seit mehr als zwanzig Minuten so, und sie fühlte sich stark, viel zu stark. Die Erregung, die ihr noch immer zwischen den Beinen brannte, vernebelte jene berühmte Intuition, die sie an die Spitze gebracht hatte. Sie merkte nicht, wie schutzlos sie war.

Die Männer schwiegen. Es war nicht das Schweigen der Lust, sondern das der Messer, die sich in der Dunkelheit schärften.

Mauricio, der Besitzer des Fitnessstudios, lehnte am Marmorrand und hob langsam den Blick. Ein Schweißtropfen rann über seinen durchtrainierten Oberkörper. Vor diesem Geschäft hatte er einen Swingerclub betrieben und, noch viel früher, einen edlen Bordellbetrieb. Er konnte Begehren in den Augen einer Frau lesen, und in Bárbaras Augen hatte er von Anfang an Wollust gesehen, so sehr sie sie auch als Verachtung tarnte. Was sie nicht wusste: Diese Bankerin hatte Jahre zuvor seinen Bruder ruiniert und ihn mit einer sechzehnjährigen Nichte zurückgelassen, halb verwaist und halb verlorengegangen.

—Vorsicht mit dem, was du dir wünschst, Prinzessin —schnurrte er—. Die zweite Runde ist nicht mit deinen Aktionärssitzungen zu vergleichen. Hier gibt es kein Protokoll, das zählt.

Andrés, der Klempner, knurrte vom anderen Ende herüber. Seine Fäuste ballten sich. Er erinnerte sich nur zu gut an jenen Morgen in der Bankfiliale, als Bárbara ihm ins Gesicht gespuckt hatte, sein Geschäft erfülle nicht die Standards, während sie den Bericht unterschrieb, der seinen Bankrott besiegelte. Das Stöhnen, das sie ihm Minuten zuvor entlockt hatte, schmeckte für ihn nach Rache.

—Ich werde dir den Arsch eines Vorstandsweibs auseinandernehmen —murmelte er mit heiserer Stimme, als würden die Worte seine Kehle verbrennen—. Du wirst lauter schreien als damals, als dir die Zahlen nicht zusammenpassten.

Bárbara leckte sich über die Lippen. Sie glaubte, dieses Spiel auswendig zu kennen; sie hatte es hundertmal auf den privaten Partys ihrer Bank gesehen. Sie merkte nicht, worauf sie sich da einließ.

—Ach, Andrés —seufzte sie und spielte Mitleid, während sie sich über den Oberschenkel strich—. Du hast mehr Mundwerk als Können. Können Klempner heute nur noch mit den kleinen Rohren?

Die beiden Jüngsten, Diego und Hugo, bewegten sich angespannt. Sie waren zweiundzwanzig und trugen in ihren Blicken etwas, das nicht Begehren war, sondern Erinnerung. Sie hatte ihre Familien vor einem Jahrzehnt zugrunde gerichtet, als sie selbst kaum Kinder gewesen waren. Jeden Nachmittag erinnerten sie sich daran, während sie ihr beim Heben von Gewichten mit ihrer gewohnten Arroganz zusahen.

—Sieh sie dir an —murmelte Esteban, der Nachbar, den sie schon immer verachtet hatte, wenn sie ihm im Treppenhaus begegnete—. Sie glaubt immer noch, sie säße in ihrem Büro und würde Kündigungen unterschreiben.

Bárbara drehte den Kopf zu ihm. Ihr dunkles Haar strich ihr bei der Bewegung über die Brüste.

—Armer Esteban —sagte sie mit falscher Zärtlichkeit—. Bist du so eifersüchtig, weil ich die schwieligen Hände eines Klempners deinen Bürokratenfingern vorziehe?

Ihr Lachen starb ihr auf den Lippen. Mauricio erhob sich aus dem Wasser wie ein Gewitter. Er band sich mit einem knappen Knoten ein Handtuch um die Hüften, das eine neue Erektion kaum verdeckte, die Schmerz statt Lust versprach.

***

Bárbara versuchte zurückzuweichen, doch der Rand des Jacuzzis schnitt ihr den Fluchtweg ab. Zum ersten Mal sah sie den Hass hinter der Lust in den Gesichtern dieser Männer. Ihre Pupillen weiteten sich. Mauricio überquerte den Marmor mit drei Schritten, verpasste ihr eine Ohrfeige, die die Luft knistern ließ, und hob sie wie ein Bündel hoch.

—Ab ins Wasser, Dame von hohem Stand —brüllte er und warf sie mitten hinein in das brodelnde Spa aus Blasen.

Das heiße Wasser brannte ihr einen Augenblick lang auf der Haut. Dann hielten Andrés’ Hände, hart wie Zangen, sie an den Hüften gegen den Rand gedrückt. In seinen Augen lag kein Begehren, nur der kalte Glanz von Stahl.

—Du hast gespielt, Prinzessin —spie Mauricio die Worte aus—. Aber wir warten schon seit Jahren auf diese Partie. Jetzt wirst du weinen, und zwar nicht vor Lust.

Gott, was habe ich getan?, dachte sie, als sie sah, was ihr bevorstand.

—Aber was macht ihr denn, ihr Idioten? —schrie sie und hielt sich das schmerzende Gesicht, halb weinend—. Der Spaß ist jetzt aber gut. Ihr hattet euren großen Auftritt. Nicht jeder kann sagen, dass er die große Bárbara gefickt hat.

Diese Worte, bis zum Schluss von Verachtung geladen, wurden ihr Verhängnis.

—Dass du uns gefickt hast? So ein Scheiß —antwortete Andrés außer sich—. Lern erst mal, was das wirklich ist.

Benommen von dem Schlag versuchte sie zu schreien, doch ein stechender Schmerz raubte ihr den Atem. Andrés drang mit einem einzigen harten Stoß in sie ein, ohne Rücksicht, ohne Zögern. Es war keine Vereinigung, es war Strafe. Diego stürzte sich auf ihre Brüste und schlug seine Zähne in eine Brustwarze, bis sie jaulte.

—Bitte, ihr tut mir wirklich weh! —flehte sie, und diesmal war die Angst in ihrer Stimme echt, eine Panik, die nichts mehr spielte.

—Genau das wollen wir —zischte Andrés ihr ins Ohr und stieß sich mit jedem Hieb bis zum Grund in sie hinein—. Wir wollen hören, wie die große Bárbara zerbricht.

Hugo packte sie an den Haaren und schob seinen Schwanz in ihren Mund, erstickte ihre Stöhnen in Würgereiz. Der Geschmack von Salz und Haut flutete ihre Kehle. Tränen, vermischt mit Wasser und verschmiertem Mascara, malten ihr Gesicht. Als sie sich wegzudrehen versuchte, zwang sie ein brutaler Griff an der anderen Brustwarze dazu, erneut zu schlucken, aus purem Reflex des Gehorsams.

Sie drehten sie bäuchlings über den rutschigen Rand. Diego glitt unter Wasser und leckte sie zwischen den Beinen, während Andrés sie von hinten wieder nahm. Die Blasen schlugen gegen ihre Scham und ihre Beine gaben nach; sie brach auf dem Jüngeren zusammen, für ein paar Sekunden wie gelähmt, und rang unter dem Spritzen des Wassers nach Atem.

Das Schauspiel wurde dantesk, würdig jener Orgasmen, denen sie so oft in ihrer Bank vorgestanden hatte. Nur dass diesmal das Stück, um das gestritten wurde, sie selbst war, und sie wie ausgehungerte Bestien um sie kämpften.

***

—So kann das nicht weitergehen —befahl Mauricio, als er sah, wie sie gegen ihren Willen erneut zu genießen begann—. Sie braucht die Strafe, die sie nie annehmen wollte. Andrés, von hinten. Lass die Bankerin alle Löcher ihres Marktes kennenlernen.

Der Klempner zog sich aus ihr heraus und ließ sie leer und pochend zurück. Bevor sie Luft holen konnte, spürte sie seine Hände, wie sie ihr die Pobacken spreizten.

—Nicht meinen Arsch, bitte! —kreischte sie mit tiefem, instinktivem Entsetzen.

Ihre Bitten prallten an einer Wand aus Gleichgültigkeit ab. Esteban und Mauricio hielten sie mit dem Gesicht nach unten fest.

—Sie soll schreien, so viel sie will —sagte der Besitzer mit glacialer Ruhe—. Hier hört sie niemand.

Andrés kannte keine Gnade. Er brach ihren Widerstand mit einem brutalen Stoß und arbeitete sich Zentimeter für Zentimeter in sie hinein, ohne anzuhalten, bis er ganz in ihr versunken war. Ein zerreißender Schrei, erstickt von Hugos Schwanz in ihrem Mund, stieg ihr aus der Kehle. Es war kein Luststöhnen; es war das Geräusch von etwas, das innerlich zerbrach. Er nahm sie mit gebändigter Wut, jeder Stoß eine Erinnerung an den Ruin, den sie ihm zugefügt hatte.

—Sieh sie dir an —brüllte Hugo und zog den Schwanz aus ihrem Mund, damit alle ihr Weinen hören konnten—. Die Königin der Finanzen, wie sie mit dem Arsch aufgespießt heult!

Die doppelte Penetration kam ohne Unterlass. Diego drang wieder von vorn in sie ein. Bárbara blieb aufgespießt zwischen den beiden zurück, gefangen, und spürte die Reibung beider durch die dünne Wand, die sie in ihrem Körper trennte. Ein überwältigendes, klaustrophobisches Gefühl, das jeden Gedanken auslöschte. Ihre Welt schrumpfte auf das Hämmern in ihren Eingeweiden zusammen, auf die Beschimpfungen, auf den Geschmack von Sperma und Tränen.

—Halt durch, Junge, die kleine Schlampe genießt es ja! —schrie Andrés, als er merkte, wie ihr verräterischer Körper zu reagieren begann.

Mauricio kam näher, packte sie am Haar und zwang sie, ihn anzusehen.

—Siehst du? Sogar dein Körper verrät dich. Du bist eine Fälschung, Bárbara. Eine Luxusfrau, die es genießt, benutzt zu werden.

Und dann, im Höhepunkt der Erniedrigung, wuchs in ihrem Unterleib eine Welle perverser Lust, geboren aus Schmerz und Unterwerfung. Sie wollte sich dagegen wehren, es sich selbst verweigern, doch ihr erschöpfter Körper überschritt eine Grenze. Ein unfreiwilliger, beschämender Orgasmus riss sie mit, zog sich um die beiden Männer zusammen. Ein langer Stöhnlaut, gleichzeitig Ekstase und Qual, entkam ihren Lippen.

—Sie kommt! —brüllte Andrés mit einem Blick wilden Triumphes—. Seht euch die Bankerin an! Sie kommt, während sie von allen Seiten gefickt wird!

Er zog sich aus ihr heraus, stieß erneut von vorn hinein und spritzte in heftigen Krämpfen in sie ab. Bárbaras Finger krallten sich in seinen Rücken, ihre Nägel gruben sich hinein, ihr Körper gegen seinen gewölbt in einer animalischen Geste, die sie nicht mehr kontrollierte. Als die Erschöpfung ihn in das schäumende Wasser sinken ließ, stöhnte sie noch immer.

***

Diego ließ nicht locker. Nutze ihre Schwäche und drehte sie über den Rand, führte die Spitze seines Schwanzes an ihren verkrampften Schließmuskel. Mit einem Stoß, der ihr einen erstickten Schrei entriss, öffnete er ihr den Anus, bis er gegen ihre Pobacken stieß. Er japste in einer Mischung aus Staunen und roher Animalität; noch nie hatte er jemanden so genommen.

Kaum begann sie es zu verarbeiten, stellte sich Hugo ihr entgegen, hob ein Bein an und drang von vorn in sie ein, womit er eine weitere doppelte Penetration vollendete. Ihr Körper bog sich in einer schrecklichen Spannung.

—Hört auf, bitte! —schrie sie mit einer Stimme, die flehend klingen sollte, aber wie gespielt wirkte. Innen begann sich ein verräterischer Strom von Lust durchzusetzen, und ihre Muskeln klammerten sich an die, die sie eindrangen.

—Als ob! —brüllte Mauricio und gab den Zeremonienmeister mit sadistischer Ruhe—. Das hier hat gerade erst angefangen.

Er strich ihr das nasse Haar aus dem Gesicht, um ihre Zerstörung zur Schau zu stellen. Während Diego sie mit groben, gierigen Stößen von hinten aufspießte und Hugo sie mit vernichtender Präzision von vorn bearbeitete, erfüllte das feuchte Geräusch der Körper die Luft. Mauricio packte sie im Nacken und schob seinen Schwanz bis in ihre Kehle, erstickte jedes Wort in tiefer Übelkeit. Seine Würgereflexe schienen ihn nur noch mehr anzumachen.

Bárbara sah keine Zahlen mehr. Nur noch ein Wirbel aus widersprüchlichen Empfindungen: der schneidende Schmerz hinten, die brutale Reibung vorn, das Ersticken, und im Hintergrund eine Welle beschämender, unkontrollierbarer Lust, die mit ihrer eigenen Erniedrigung wuchs.

—Ich kann nich…! —war ein gebrochener Schrei, der zum Signal wurde.

Die drei kamen fast gleichzeitig. Diego entlud sich mit einem Knurren in ihre Tiefen. Hugo spritzte vorn ab und vermischte seinen Samen mit dem vorherigen. Und Mauricio zwang sie mit einem letzten Stoß, unter Würgereiz bis auf den letzten Tropfen zu schlucken. Jede Höhle war mit einem anderen Zeichen ihrer Niederlage verschlossen, während ihre Augen sich mit Tränen füllten… vor Lust.

***

Als sie glaubte, alles sei vorbei, näherte sich Esteban mit einem Lächeln voller böser Absicht. Der Nachbar, den sie so oft gedemütigt hatte, strich mit einer besitzergreifenden Geste, die ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ, über ihren zerschundenen Körper. Er kniete sich hin und begann, sie mit quälender Langsamkeit zu lecken, dabei grausam genau den Punkt meidend, an dem sie es am meisten brauchte.

—Ja, bitte, mach weiter… —flehte Bárbara, völlig aufgegeben. Sie hatte längst den Überblick über ihre eigenen Orgasmen verloren.

Esteban drang mit wahnsinniger Ruhe in sie ein. Er brachte sie an den Rand und hielt dann abrupt inne, hielt sie in einem Schwebezustand aus Qual und Verlangen.

—Nicht aufhören! —schrie sie und grub ihm die Nägel in den Rücken. Er antwortete, indem er ihr so fest in die Schulter biss, dass die Marke tagelang bleiben würde.

Dann hob er sie vom Rand. Ohne sie loszulassen, begann er zu wechseln: ein Stoß von vorn, der nächste von hinten, mit der Präzision eines Mannes, der ein bereits erobertes Gebiet genau kennt.

—Na also, Esteban, du sahst doch so dumm aus —kommentierte Mauricio, das Schauspiel bewundernd—. Er macht sie ganz verrückt.

—Und jetzt aber! —brüllte Esteban, fiebrig—. Erinnerst du dich, wie du mich angesehen hast? Wie einen Wurm! Na, dieser Wurm bringt dich zum Stöhnen.

Er stieß in ihre tiefste Stelle vor und kam mit einem langen Knurren, fügte seine Ladung den vorherigen hinzu. Die Hitze des neuen Samenergusses ließ Bárbara in einem letzten, erschöpften Orgasmus zucken, der sie keuchend und leer zurückließ. Erst dann zog er sich zurück und ließ sich neben den anderen in den Jacuzzi fallen. Die Rache, zugleich kalt und heiß serviert, war vollendet.

***

Bárbara lag auf dem Boden des Spas, ein Fetzen zufriedenen Fleisches. Das sprudelnde Wasser leckte an ihren gespreizten Beinen. Ihr Körper war eine Landkarte: blaue Flecken an den Hüften, Bissspuren an den Brüsten, alles schmerzte mit einem bittersüßen Nachhall. Dann brachen die Tränen hervor, heiß und lautlos, doch nicht aus Reue. Es waren Tränen der Katharsis, einer inneren Mauer, die mit Ohrfeigen eingerissen worden war. In jener Nacht, im Schlamm ihrer eigenen Erniedrigung, hatte sie das Licht zu sehen geglaubt: Ihre wahre Macht lag nicht in der Herrschaft, sondern in der totalen Hingabe.

Mauricio trat näher und reichte ihr mit einer unerwarteten Geste perverser Höflichkeit ein frisches Handtuch.

—Verkauft, Chefin.

Sie nahm es mit zitternden Händen entgegen, doch ihr Blick war fest. Und dann, zur Überraschung aller, beugte sie sich vor und küsste jeden von ihnen auf den Mund. Es war kein Kuss der Liebe, sondern der Anerkennung. Ein Siegel. Danach duschte sie sich, zog sich an und nahm unter dem Regen ihr Auto.

Während sie fuhr, erschien ihr die Welt zugleich schärfer und roher. Sie dachte an ihre Sekretärin Carolina, die immer unterwürfige Carolina, die sicher nicht einmal eine halb so intensive Nacht gehabt hatte wie sie selbst. Von jetzt an bin ich Herrin meines eigenen Vergnügens, sagte sie sich, naiv in ihrer neuen Erleuchtung.

***

Es war Punkt neun, als Carolina mit der Eleganz einer Dame das Fitnessstudio betrat, nach einer Nacht, die sich mit Feuer —und in HD— in das Gedächtnis aller eingebrannt hatte.

—Guten Morgen, Hübsche. Wie immer pünktlich —begrüßte Mauricio sie mit einem verschwörerischen Lächeln.

—Guten Morgen, Chef —antwortete sie mit einer Sanftheit, die die Bitterkeit ihres Triumphes verbarg.

—Hier, wie vereinbart —sagte er und ließ ihr mit der Geschicklichkeit eines Taschendiebes ein kleines Gerät in die Hand gleiten.

—Ist alles drauf? —fragte sie und drückte es zusammen, als enthalte es das Wesen Bárbaras selbst.

—Alles. Vom Moment an, als sie hochmütig zur Tür hereinkam, bis sie schwankend wieder hinausging. Die Aufnahmen sind… lehrreich. Ich habe den Dampf abgeschaltet, damit die Kameras kein Detail verpassen. Die Schlaueste hätte fast etwas gewittert.

Carolina schloss sich im Büro ein, setzte die Kopfhörer auf und tauchte in die Aufnahme ein. Es war kein Anschauen, es war ein Festmahl. Fast drei Stunden später kam sie mit einer Miene absoluter Macht wieder heraus.

—Hier ist dein Anteil —sagte sie und reichte ihm einen dicken Umschlag.

Er tastete ihn ab. —Da ist mehr drin als vereinbart.

—Zwanzig Prozent extra. Verdient. Du hast jedes Stöhnen, jede Träne eingefangen. Meine Chefs haben eine halbe Million dafür bezahlt, sie zu brechen. Etwas, das sie mit all ihren Sitzungen und Drohungen nie geschafft haben.

—Ich hoffe, deine Rache ist so süß wie unsere, Kleines. Du warst immer meine beste Schülerin.

—Ich werde dir das immer danken, Onkel —antwortete sie, und für einen Moment klang ihre Stimme aufrichtig—. Seit du mich mit sechzehn aufgenommen hast, ein Skelett, hast du mir beigebracht, dass wahre Macht nicht bedeutet, Geld zu haben, sondern die Laster der anderen in der Hand zu halten.

—Und du hast sie. Nutz sie.

—Ich werde mich nicht darauf verlassen. Sie ist schlau. Beim ersten Mal, als ich es versuchte, habe ich nur die Bestie geweckt, die in ihr steckte, und sie wurde noch grausamer. Aber sie vertraute mir, hielt mich für ihre bedingungslose Sklavin. Da hat sie ihren Fehler gemacht. Diesmal werde ich sie nicht nur brechen. Ich werde sie Stück für Stück auseinandermontieren. Sie wird mich um einen Orgasmus anbetteln und mich um einen Krümel Würde anflehen.

—Pass auf dich auf, Schatz —lächelte Mauricio mit väterlichem Stolz.

Carolina drehte sich auf den Absätzen um. Als sie auf die Straße trat, pulsierte die Gewissheit ihrer Macht in ihren Adern. Von diesem Moment an würde sie die Tyrannin sein, und die erleuchtete Bárbara ihr kostbarster Besitz.

—Vom Despotismus zur Hingabe —murmelte sie innerlich mit grausamem Lächeln—. Und von der Hingabe direkt in meine Hände. Mal sehen, wie viel du aushältst, Bárbara, wenn ich die Leine halte.

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