Die verbotene Erlösung des Sklaven der Königin
Die schweren Türen des Trophäensaals gaben mit einem trockenen Knarren nach. Drinnen war die Luft eine dicke Mischung aus Holzrauch, kaltem Schweiß und mit dem Brenneisen gezeichneter Haut. Eleonora, die Oberste Heilerin des Hofes, überschritt die Schwelle mit der Eile einer Frau, die gelernt hatte, sich nicht aufzuhalten, wenn die Königin rief. Hinter ihr trug ihre Lehrling Inés zwei Lederkoffer, die schwerer waren als der Mut einer Novizin.
Der Anblick hätte jeden Fremden erstarren lassen. In der Mitte der Steinplatten lag Clara, die in Ungnade gefallene Wache. Ihre rechte Wange war ein rauchender Krater, in dem das königliche Zeichen Fleisch und Fett verschmolzen hatte. Ihr linker Arm, bei einer Rebellion ausgerenkt, die kürzer gedauert hatte als ein Atemzug, hing in einem unmöglichen Winkel herab.
Weiter hinten, im Halbdunkel zwischen den Fackeln, erhob sich der berüchtigte Hundepfosten. Und dort war Tomás. Wie ein Bündel aufgehängt, am Hals an eine Höhe gekettet, die es ihm nur erlaubte, mit den Fingerspitzen die Steinplatten zu berühren. Das Martingalhalsband mit seinen Metallzähnen wartete geduldig auf jede Schwäche, um in die Luftröhre zu beißen. Die Hände waren hinter seinem Rücken in Handschellen gelegt. Und zwischen seinen Beinen zog ein Humpler aus hartem Holz die Hoden zum Boden, während in dem Stahlkäfig ein geriffelter Katheter weiterhin in die aufgerissene Harnröhre biss.
—Die Wache zuerst —entschied Eleonora mit neutraler Stimme und musterte den Saal—. Auch wenn sie in Ungnade gefallen ist, ist ihr Leben mehr wert als das des Sklaven. Die Königin will sie morgen vorführen. Inés, die Koffer.
Die Lehrling lief mit weißen Knöcheln zu Clara. Eine Stunde lang widmeten sie sich mit der Kälte ihres Berufs dem Körper der ehemaligen Wache. Eleonora säuberte die Ränder des Gesichtskrater mit in Alkohol eingelegten Reinigungs- und Kräuteressenzen und ignorierte die Stöhnlaute. Sie setzten den ausgekugelten Knochen mit einem dumpfen Knacken ein und schienten den Arm zwischen mit Leinen gepolsterten Holzstücken. Sie vernähte die Verbrennung mit Seide aus einer gebogenen Nadel und spannte die gesunde Haut rund um die Wunde. Sie gossen ihr ein dunkles Elixier in den Rachen, das sie in einen tiefen, erholsamen Schlaf versetzte.
Während die Wissenschaft Clara rettete, setzte die Zeit Tomás immer härter zu.
Verena, die Lieblingswache der Königin, beobachtete ihn von der gegenüberliegenden Wand aus, die Arme verschränkt und mit einem schiefen Lächeln, das ihre Augen nicht erreichte. Sie genoss das Schauspiel. Sie sah, wie jede Minute den Sklaven ein wenig weiter zermürbte. Sie sah, wie die Zwillinge, gespannt wie Bogensehnen, unter unwillkürlichen Krämpfen zu leiden begannen. Sie sah, wie die Waden mit jenem obszönen Tanz äußerster Erschöpfung vibrierten.
Jedes Mal, wenn ein Krampf ihn zwang, mit den Fersen nach dem Boden zu suchen, spannte sich die Kette, und die Zähne des Halsbands bissen in den Kehlkopf. Tomás stieß ein ersticktes Gurgeln aus und hob den Körper wieder aus reiner Willenskraft an. Die Angst vor dem Ersticken war der einzige Antrieb, der ihm geblieben war.
Zu diesem unheilvollen Tanz kam das tote Gewicht des Humplers. Der ständige Druck behinderte die Blutzufuhr zu den Hoden und drohte eine Nekrose zu verursachen. Und da war noch der Katheter. Jede Bewegung der Beine, jedes Keuchen auf der Suche nach Luft bewegte das Becken um Bruchteile eines Millimeters. Und bei jeder noch so kleinen Bewegung schabten die Rillen an den bereits rohen Wänden und schickten elektrische Entladungen bis in die Großhirnrinde.
Dichte Tränen liefen über Tomás’ verrußte Wangen. Lass es enden, flehte er stumm. Lass mich ohnmächtig werden, lass mich sterben, ganz egal.
Als Eleonora von Clara zurücktrat und sie verbunden und schlafend zurückließ, wanderte ihr Blick durch den Saal zum Hundepfosten. Ihr klinischer Ausdruck verhärtete sich. Die Haut des Sklaven war in ein durchscheinendes Grau übergegangen. Seine Lippen waren zyanotisch, vom leichenblauen Farbton chronischer Erstickung überzogen. Die Schweißlache zu seinen Füßen war ein dunkler Spiegel.
Ein Aufflackern professioneller Wut durchquerte Eleonoras Geist. Sie ärgerte sich über sich selbst, weil sie so lange gebraucht hatte —nicht aus Mitleid, denn Mitleid war in diesem Schloss eine wertlose Münze—, sondern weil es eine Beleidigung ihres Berufs war, einen kräftigen Körper an einer schlecht berechneten Folter sterben zu lassen. Ein kaputtes Spielzeug war nicht mehr zu gebrauchen. Die Königin würde kein verdorbenes Stück verzeihen.
—Inés, bereite das Jod vor —befahl sie, ohne sich umzudrehen.
Entschlossen ging sie auf den Pfosten zu. Der Sklave konnte die Lider kaum noch offen halten. Die geweiteten Pupillen reagierten nicht auf das Licht. Eleonora hob die Hände zu dem Schloss, das die Kette am oberen Ring befestigte.
Doch noch bevor ihre Finger das Metall berührten, riss sie eine brutale Kraft zurück.
Verena stellte sich zwischen sie und den Pfosten. Mit einer schnellen Bewegung wie ein Biss zog die Wache ihren Dolch halb aus dem Gürtel und ließ den Stahl das Fackellicht auffangen.
—Du wirst diese Kette nicht anfassen —brüllte Verena mit territorialer Wut in den Augen—. Die Königin hat befohlen, dass er auf Zehenspitzen hängt. Das war die endgültige Anordnung der Strafe. Ihn herabzulassen, wäre Ungehorsam gegen einen königlichen Befehl.
Eleonora blieb abrupt stehen. Sie sah die Klinge an, dann die fanatischen Augen der Wache. Sie kannte ihren Platz am Hof. Heiler waren unverzichtbar, aber keine Krieger. In einem Kampf gegen einen abgerichteten Jagdhund der Königin würde sie verlieren, bevor Inés davonlaufen konnte. Und formal hatte Verena recht: Einen direkten Befehl über die Haltung eines Gefangenen zu missachten, war Selbstmord.
Doch die Wissenschaft findet immer einen Weg.
—Steck den Stahl weg, Verena. Ich werde die Königin nicht herausfordern —erwiderte sie mit eisiger, beinahe gelassener Stimme—. Aber wenn dieser Mann in der nächsten halben Stunde an Erstickung stirbt oder man ihm morgen wegen Wundbrand die Hoden amputieren muss, wirst du Ihrer Majestät erklären, warum ihr neues Spielzeug so schnell unbrauchbar geworden ist.
Verena runzelte die Stirn. Der Griff knirschte unter ihrer Hand.
—Die Königin hat befohlen, dass er auf Zehenspitzen hängt —wiederholte sie starrsinnig—. Sie hat nicht bestimmt, wie lange er so überleben muss.
—Die Königin vertraut mir die Unversehrtheit ihres Besitzes an —konterte Eleonora und trat mit unbestreitbarer Autorität vor—. Und ich sage dir, sein Körper hat die Grenze erreicht. Aber beruhige dich. Wir werden den genauen Wortlaut der Strafe respektieren. Wenn ich die Kette an seinem Hals nicht senken kann, werde ich eben den Boden anheben.
Verena blinzelte, gefangen in der verdrehten Logik. Eleonora wartete nicht, bis sie es verstand.
—Inés, geh zum königlichen Podium. Bring alle Kissen, Bärenfelle und schweren Decken, die du findest. Schnell.
Die Lehrling schoss davon und kehrte mit einem Berg aus Samtkissen und dicken Wolldecken zurück. Unter Verenas verwirrtem Blick stapelten sie unter den zitternden Füßen des Sklaven eine improvisierte Plattform. Kissen auf Kissen, Decke auf Decke, bis die Oberfläche sich um etwa fünfzehn Fingerbreit gehoben hatte.
Tomás’ Fußsohlen, die eben noch verzweifelt um Halt gekämpft hatten, spürten die Berührung des Samts. Mit einem dumpfen Stöhnen gaben seine Fersen nach. Die Sohlen sanken in die feste Polsterung. Die brutale Spannung in den Waden verschwand. Die Knie beugten sich leicht, erleichtert von der titanischen Anstrengung.
Doch als er diese Zentimeter nach unten sank, spannte sich die Kette gewaltsam. Das Martingalhalsband biss zu, und Tomás begann ernsthaft zu ersticken; die gefesselten Hände zerrten nutzlos, die Augen quollen aus den Höhlen.
—Jetzt die Gurte! —rief Eleonora.
Sie öffnete den zweiten Koffer weit und holte fünf breite Riemen aus Büffelleder heraus. Es waren Fixiergeschirre, wie sie sie auf der medizinischen Station benutzte, um die gewalttätigsten psychiatrischen Patienten ruhigzustellen oder Amputierte ohne Narkose festzuhalten.
Eleonora und Inés arbeiteten synchron. Sie führten die Riemen unter den Achseln des Gefangenen hindurch, kreuzten sie auf seinem Rücken und befestigten sie an demselben oberen Ring, an dem die Kette hing. Gemeinsam zogen sie daran und schlossen die Eisenschnallen, bis das Leder knarrte.
Sie hatten ein Aufhängegeschirr improvisiert.
Die Biomechanik der Qual hatte sich vollständig verändert. Technisch war Tomás noch immer in derselben Höhe am Hals angekettet. Doch das Gewicht des Oberkörpers lag nun nicht mehr auf dem Kehlkopf oder den Fingerspitzen. Der gesamte Körper ruhte jetzt auf den breiten Riemen, die unter den Achseln die Zirkulation abschnürten. Das Halsband lag noch eng an, ja, aber es würgte ihn nicht mehr. Und seine Füße standen flach auf dem Stapel königlicher Decken.
Tomás stieß einen tiefen Atemzug aus, halb Schluchzen, halb pure Erleichterung. Der Kopf fiel nach vorn, das Kinn suchte die Brust. Er war jenseits jedes menschlichen Verständnisses besiegt.
—Ein technischer Kompromiss —sagte Eleonora und sah Verena in die Augen—. Er hängt weiterhin und ist weiterhin gefangen. Aber er wird die Nacht überleben.
Verena schnaubte und steckte den Dolch mit einem trockenen Schlag weg. Die List ärgerte sie zutiefst, und der kleine Ausweg, den der Sklave zum Atmen gefunden hatte, brannte in ihr. Doch sie konnte nicht leugnen, dass die Heilerin weder das Schloss am Hals berührt noch die Anordnung der Kette verändert hatte. Sie hatte mit den Regeln gespielt und gewonnen.
Eleonora war noch nicht fertig.
—Halte seine Beine fest, Verena. Morgen wirst du es nicht mögen, wenn der Gestank des Wundbrands den Saal erfüllt.
Widerwillig trat die Wache näher und schlang ihre muskulösen Arme um seine Oberschenkel, um das Becken gegen den Stein zu fixieren. Eleonora kniete sich vor die gequälten Genitalien. Zuerst band sie den Humpler los und entfernte ihn. Als sich die Blöcke voneinander lösten, kehrte das zurückgehaltene Blut schlagartig in das ischämische Gewebe zurück. Diese Rückkehr, die eigentlich Erleichterung hätte bringen sollen, war ein Schmerz wie tausend Nadeln. Tomás wand sich mit einem heiseren Stöhnen im Geschirr, doch die Befreiung von dem zerquetschenden Druck verhinderte die morgendliche Kastration.
Inés brachte einen dampfenden Bronzekelch. Es war ein konzentrierter Aufguss aus Baldrianwurzel, Lotusblüte und Weidenrinde. Eleonora zwang den Gefangenen, den Kopf zu heben, und goss die bittere Flüssigkeit in seinen Rachen. Er schluckte instinktiv. In wenigen Minuten würde das Beruhigungsmittel beginnen, die quergestreiften Muskeln zu entspannen und das Gehirn in einen dichten Nebel zu hüllen.
Doch bevor die Wirkung vollständig einsetzte, blieb noch die brutalste Aufgabe.
Eleonora richtete den Blick auf den Stahlkäfig, der Tomás’ Glied einschloss. Er war mit getrocknetem Blut befleckt. Um den Katheter herum sickerte eine trübe, rosafarbene Flüssigkeit.
—Das Eisen wurde unsteril eingeführt, nachdem es den Boden berührt hatte, und ohne Gleitmittel —erklärte sie und sprach dabei eher zu sich selbst und Inés als zu Verena—. Die Rillen haben entlang des Harnkanals winzige Risse verursacht. Diese Harnröhre ist nun ein perfekter Nährboden für eine Sepsis. Wenn die Infektion die Blase und die Nieren erreicht, wird dieser Mann in drei Tagen an seinem eigenen vergifteten Blut sterben. Der Kanal muss ausgespült werden.
Sie öffnete ein zylindrisches Etui und holte ein erschreckendes Werkzeug heraus. Eine alte Spritze mit einem dicken Glaskolben, einem Stempel und einer Stahlkanüle. Keine Nadel zum Durchstechen der Haut, sondern eine lange, stumpfe Kanüle für tiefe Spülungen.
Sie füllte den Zylinder mit einer rotbraunen Flüssigkeit, die das Glas verfärbte. Konzentriertes Jod, vermischt mit adstringierenden Extrakten aus Eichenrinde. Ein unerbittliches Desinfektionsmittel, dazu bestimmt, jedes Bakterium bei Kontakt zu vernichten —mit dem Preis eines brennenden Stechens.
—Halte ihn fest, Verena. Auch wenn seine Füße aufliegen, wird der Schmerz ihn aufspringen lassen.
Die Wache presste die Schenkel wie ein Schraubstock zusammen. Eleonora führte die Stahlspitze an die blutige Harnröhrenöffnung des Sklaven. Mit millimetergenauer Präzision schob sie die Kanüle in den Spalt zwischen dem aufgerissenen Fleisch und dem Kätheter des Käfigs. Tomás reagierte unter der ersten Wirkung des Baldrians kaum auf das Eindringen.
—Das wird mehr wehtun als glühendes Eisen —murmelte Eleonora.
Und sie drückte den Stempel.
Ein kräftiger, kalter Strahl konzentrierten Jods wurde unter Druck in die verletzte Harnröhre gepumpt. Die dunkle Flüssigkeit überflutete den Kanal, glitt darin und um die Rillen herum, tränkte jeden Millimeter des aufgerissenen Gewebes, drang in jeden winzigen Riss ein und reagierte chemisch mit dem Blut und den angesammelten Bakterien.
Die Wirkung war katastrophal.
Wenn das Einführen des heißen Katheters ein dumpfer, tiefer Riss gewesen war, so war das konzentrierte Jod ein glühendes Messer aus flüssigem Feuer und Säure. Die Chemikalie kauterisierte schlagartig die freiliegenden Nervenenden.
Tomás’ Heulen war nicht menschlich. Es war der Laut eines Tieres, das bei lebendigem Leib gehäutet wird.
Sein ganzer Körper erlitt massive Krämpfe. Mit titanischer Kraft bäumte er sich nach vorn, um dem Feuer zu entkommen, das seine Eingeweide verschlang. Die Handschellen bohrten sich in seine Handgelenke, die Riemen knarrten unter den Achseln, seine Füße rutschten auf den Kissen ab. Verena musste ihr gesamtes Gewicht einsetzen, um zu verhindern, dass sich das Becken des Sklaven ihrem Griff entzog.
Das brennende Jod rann im Inneren entlang, sterilisierte und spülte den Schmutz mit einem reinigenden Schmerz aus, der so gewaltig war, dass der menschliche Geist sich schlicht weigerte, ihn zu verarbeiten.
Der Schrei brach in ein gurgelndes Röcheln. Die Stimmbänder versagten angesichts der Gewalt des Lautes. Die Augen rollten nach oben. Eine Sekunde später forderte die absolute Dunkelheit ihn zurück. Das Gehirn kappte die Verbindung.
Der Körper erschlaffte augenblicklich, totes Gewicht in den Geschirren.
Eleonora zog die leere Spritze heraus. Eine bräunliche, schaumige Flüssigkeit, eine Mischung aus Jod, Blut und Plasma, begann langsam aus der Öffnung des Käfigs zu tropfen und färbte die Steinplatten.
—Das wäre geschafft —verkündete sie mit klinischer Kälte und verstaute die Spritze—. Das Gewebe ist sterilisiert. Das Jod wird noch stundenlang brennen, auch während er bewusstlos ist, aber ich habe sein Leben gerettet und ihm seine Männlichkeit bewahrt, damit die Königin ihn wieder benutzen kann, sobald sie sich dazu entschließt.
Sie stand auf und trocknete sich die Hände an einem Leinentuch. Doch bevor sie den Befehl zum Aufräumen geben konnte, öffneten sich die schweren Türen des Saals mit einem Getöse, das die Fackeln erzittern ließ.
Die Königin trat ein, in einen purpurroten Samtumhang gehüllt, über einem schwarzen Lederkorsett, das ihre Titten so fest zusammendrückte, dass sie wie reife Früchte überquollen. Hinter ihr schlossen zwei Dienerinnen die Türen und zogen sich in die Schatten zurück.
—Heilerin —schnurrte die Monarchin und ließ den Blick über das improvisierte Geschirr, die Kissen unter den Füßen des Sklaven und die bräunliche Pfütze auf den Steinplatten gleiten—. Ich sehe, du bist kreativ mit meinen Befehlen umgegangen.
Eleonora neigte den Kopf, ohne den Blick zu senken.
—Ich habe Euch sein Leben und seinen Schwanz bewahrt, Majestät. Die Haltung der Strafe wurde ihrem Wortlaut nach eingehalten.
Die Königin stieß ein kurzes, kehliges Lachen aus. Sie trat an Tomás’ bewusstlosen Körper heran und hob sein Kinn mit zwei behandschuhten Fingern an. Sie betrachtete seine Blässe, die blauen Lippen und den Speichelfaden, der aus seinem Mundwinkel hing.
—Ein bewusstloses Spielzeug nützt mir nichts —sagte sie—. Ich bin zum Ficken hergekommen, nicht um eine Leiche anzusehen. Verena, weck ihn auf.
Die Lieblingswache lächelte mit Hundegebiss. Sie zog ein Fläschchen Riechsalz aus dem Gürtel und hielt es unter die Nase des Sklaven. Der beißende Dampf traf Tomás’ benommenes Gehirn wie eine Ohrfeige. Seine Lider rissen auf, die Augen drehten sich in den Höhlen, bis sie die purpurne Gestalt vor ihm erkannten. Ein Laut des Entsetzens entwich seiner zerstörten Kehle.
—Da ist ja mein Spielzeug —murmelte die Königin, strich mit einem behandschuhten Finger über die schweißnasse Brust des Gefangenen, glitt über den angespannten Bauch und umkreiste den blutbefleckten Stahlkäfig—. Heilerin, nimm ihm den Käfig ab. Ich will den Schwanz frei haben.
Eleonora gehorchte ohne Widerspruch. Mit einem kleinen Bronzeschlüssel löste sie die Verschlüsse des Metallapparats. Als der Stahl nachgab, fiel Tomás’ Schwanz schlaff, geschwollen und nach stundenlanger Einschnürung violett herab; an der noch von Jod und getrocknetem Blut befleckten Harnröhrenöffnung stand er unter dem Abdruck der Stäbe. Selbst in Ruhe war er dick und von den Gitterstäben gezeichnet.
Die Königin nahm ihn in ihre behandschuhte Hand und drückte zu. Tomás stieß ein heiseres Heulen aus, als der Schmerz des zurückkehrenden Blutflusses das gequälte Gewebe durchfuhr.
—Schsch —zischte sie und verdrehte das Handgelenk—. Halt den Mund und werde hart für deine Königin, Sklave. Wenn er in einer Minute nicht steht, rammt Verena dir je eine Nadel in die Hoden. Hast du mich verstanden?
Tomás nickte so weit, wie es die Kette an seinem Hals erlaubte. Die Königin ließ den Umhang fallen, der mit einem Flüstern aus Samt zu Boden sank. Darunter presste das schwarze Korsett ihre Taille zusammen und bot ihre nackten Titten bis zu den dunklen, erigierten Brustwarzen dar. Der Rock des Korsetts war vorn geöffnet, unter dem Leder trug sie nichts und enthüllte eine rasierte, glänzende Fotze, die bereits feucht war. Die Monarchin machte sich nicht die Mühe, etwas vorzutäuschen: Seit sie die Gänge durchquert hatte, war sie heiß.
Sie ging vor dem aufgehängten Sklaven in die Hocke. Das Gesicht der Königin befand sich auf Höhe des violett angelaufenen Schwanzes. Sie streckte die breite, rote Zunge heraus und leckte von den geschwollenen Hoden bis zur verletzten Spitze. Der Geschmack von Jod und Blut ließ ihre Lippen zu einem perversen Lächeln krümmen.
—Schmeckt nach meinem Besitz —murmelte sie.
Und nahm den ganzen Schwanz in den Mund.
Tomás riss die Hüften gegen die Riemen, ein unwillkürlicher Krampf. Die Königin saugte mit professionellem Hunger, die Zunge kreiste um die kauterisierte Eichel, die Lippen pressten sich um den Schaft. Sie lutschte geräuschvoll und ließ jedes Mal, wenn sie ihn herauszog, um die violetten Eier zu lecken, Speichelfäden zwischen Fleisch und Mund hängen. Der Schwanz des Sklaven begann sich gegen jeden Willen zu verhärten. Blut kehrte in die Schwellkörper zurück, das Glied richtete sich hart und dick auf, gezeichnet und rot, und zeigte nun zur Decke des Saals.
—Braver Sklave —keuchte die Königin, während ihr Speichel vom Kinn hing—. Ich wusste, dass du reagieren würdest. Du bist ein verdammter abgerichteter Köter.
Verena, an den Pfosten gelehnt, leckte sich beim Anblick der Szene die Lippen. Ihre Hand war unter die Lederrüstung geglitten und rieb ihre Fotze mit schnellen Fingern, ohne es zu verbergen. Eleonora und Inés, zwei Schritte zurückgetreten, hielten den Blick auf den Boden gerichtet, unbehaglich, wagten aber nicht, sich zu bewegen. Niemand verließ den Trophäensaal, bevor die Königin es befahl.
Die Monarchin stand auf. Sie drehte sich um und präsentierte Tomás unter dem geöffneten Korsettrock ihren nackten Arsch. Sie beugte sich nach vorn, stützte die behandschuhten Hände auf die Knie des Sklaven und spreizte mit den Daumen ihre Arschbacken. Die rosa, tropfende Fotze befand sich nur wenige Zentimeter vor dem erigierten Schwanz.
—Verena, führ mir das Spielzeug —befahl sie.
Die Wache sprang näher. Sie nahm Tomás’ gezeichneten Schwanz mit der von Jod freien Hand und richtete ihn auf den nassen Eingang der Königin. Die Monarchin ließ die Hüften abrupt sinken. Der Schwanz glitt in einer einzigen brutalen Bewegung bis zum Ansatz vollständig in ihre Fotze. Die Königin stieß ein kehliges Stöhnen aus, den Mund geöffnet, die Augen halb geschlossen.
—Aaaah, verdammt —keuchte sie—. Er funktioniert noch.
Und sie begann zu reiten.
Sie stützte sich auf die Knie des Gefangenen und begann, das Becken gewaltsam auf und ab zu bewegen, wobei sie sich immer wieder auf dem Schwanz des Sklaven aufspießte. Jeder Abwärtstoß riss ein kehliges Stöhnen aus Tomás’ zerstörter Kehle: erzwungene Lust, der Schmerz der rohen Harnröhre und die Demütigung, als Fickbock zu dienen, vermischten sich in einem unmöglichen Sturm. Seine gefesselten Hände wandten sich nutzlos hinter dem Rücken. Die Kissen unter seinen Füßen sanken bei jedem Stoß ein.
Der Klang des Sexes erfüllte den Trophäensaal. Das feuchte Schmatzen der nassen Fotze, die den gezeichneten Schwanz verschlang. Das trockene Schlagen des königlichen Hinterns gegen die Oberschenkel des Sklaven. Ihr kehliges Stöhnen, sein ersticktes Röcheln, das Knarren der Lederriemen unter Tomás’ Achseln, wenn das Gewicht der Monarchin ihn gegen den Pfosten drückte.
—Härter, Sklave —zischte die Königin und drehte den Kopf, um ihn über die Schulter anzusehen—. Fick mich, als hinge dein Leben davon ab. Denn das tut es.
Tomás, dem Tränen über die verrußten Wangen liefen, begann, die Hüften nach vorn zu bewegen und sie gegen seine eigenen brennenden Eingeweide zu stoßen. Jeder Stoß jagte ihm einen brennenden Jodstich durch die Harnröhre, grub seinen Schwanz aber auch tiefer in die königliche Fotze, und sein Körper gehorchte dem reinen Willen zu überleben. Die Königin stieß ein obszönes Lachen aus, als sie seine Anstrengung spürte.
—Das ist mein Köter. Fick meine Fotze. Fick sie richtig.
Verena konnte sich nicht länger beherrschen. Sie löste die Schnallen ihres Gürtels und ließ die Lederhose zu Boden fallen. Sie stieg hinter dem Sklaven auf die Kissen, packte eine Handvoll Tomás’ schweißnasser Haare und riss seinen Kopf gewaltsam zurück. Die Halskette knarrte unter dem Zug, doch das spielte keine Rolle: Die Wache hatte bereits ein Bein über die Schulter des Gefangenen geschwungen und presste ihre geöffnete Fotze gegen seinen Mund.
—Leck, Sklave —knurrte Verena—. Leck meine Fotze, während du die Königin fickst. Und wenn du mich beißt, reiße ich dir einen Zahn nach dem anderen heraus.
Tomás streckte aus reinem Überlebensinstinkt die Zunge heraus. Er leckte die nasse Fotze der Wache, drang mit der Zunge zwischen die geschwollenen Lippen und suchte nach der angeschwollenen Klitoris. Verena drückte das Becken gegen das Gesicht des Sklaven und begann, sich über seinem geöffneten Mund zu reiben, wobei sie seine Nase und sein Kinn mit ihren Säften beschmierte. Ihre freie Hand drückte ihm oberhalb des Martingalhalsbands die Kehle zu und kontrollierte genau, wie viel Luft sie ihm ließ.
Der Trophäensaal war zu einem obszönen Altar geworden. Die Königin ritt den gezeichneten Schwanz mit immer brutaleren Stößen. Verena saß auf dem Mund des Gefangenen, stöhnte schrill und ließ ihre Titten innerhalb der Rüstung wippen. Tomás befand sich in der Mitte, von Schwanz und Mund durchbohrt, angekettet und an beiden Enden gefickt; sein aufgehängter Körper war zu einem Fleischspielzeug für die beiden Frauen geworden.
—Ich komme —keuchte die Königin, beschleunigte den Rhythmus, während ihre Titten im engen Korsett hüpften—. Ich komme auf deinem Schwanz, Sklave. Und du hältst dich zurück. Komm nicht. Wenn du vor mir kommst, kastriert Eleonora dich morgen. Hast du mich gehört?
Tomás stöhnte gegen Verenas Fotze, ein Laut reiner Panik. Der Befehl war unmöglich. Sein Schwanz war seit Stunden gequält worden, und die königliche Fotze drückte und verschlang ihn mit dämonischem Geschick. Jeder Stoß brachte ihn dem Rand näher. Er biss die Zähne zusammen, drang mit der Zunge heftiger in die Fotze der Wache und versuchte, an das Jod, an den Schmerz, an alles zu denken, was seinen Orgasmus hinauszögern konnte.
Die Königin beschleunigte. Sie ließ den Schwanz bis zum Anschlag in sich stoßen, bewegte sich auf ihm und rieb ihre Klitoris am Ansatz des gezeichneten Schafts. Sie stieß ein langes, kehliges Stöhnen aus, und plötzlich wurde ihr ganzer Körper von einem heftigen Krampf geschüttelt. Ihre Fotze schloss sich wie eine Faust um den Schwanz des Sklaven und molk ihn in Wellen. Die Monarchin brüllte ihren Orgasmus zur Decke des Saals, die Kehle weit geöffnet, der Rücken durchgebogen.
Das war die Erlaubnis.
Tomás hielt nicht länger zurück. Sein Körper, jenseits seines Willens, schoss den über Wochen der Bestrafung angestauten Orgasmus heraus. Sein Schwanz zuckte in der königlichen Fotze und stieß dicke Schübe Sperma aus, vermischt mit rosafarbenen Fäden vom zurückgebliebenen Jod. Jede Ejakulation entriss ihm ein ersticktes Stöhnen gegen Verenas Fotze, jede Kontraktion der Harnröhre brannte wie flüssiges Feuer, doch die überwältigende Lust durchdrang den Schmerz und leerte seine Eier in die Königin.
Verena spürte die Vibration des Gefangenen unter ihrem Mund und das obszöne Lachen der Königin und rieb sich noch wilder über der Zunge des Sklaven. Zwei, drei Stöße später kam auch sie, erstickte den Schrei an ihrem eigenen Unterarm und überflutete Tomás’ Mund mit einem dicken, säuerlichen Strom, den er instinktiv schluckte.
Die Königin erhob sich langsam. Der Schwanz des Sklaven glitt mit einem feuchten Geräusch aus ihrer Fotze und hing wieder nach unten, triefend vor Sperma und Säften. Ein weißer Faden rann der Monarchin an der Innenseite des Oberschenkels herab.
—Braves Spielzeug —flüsterte sie und tätschelte Tomás’ verrußte Wange—. Gute Arbeit, Heilerin. Morgen will ich ihn wieder einsatzbereit haben.
Eleonora neigte den Kopf.
—Wie Ihre Majestät befehlen.
Die Königin hob den purpurroten Umhang auf und warf ihn sich über die Schultern, ohne das Sperma abzuwischen, das ihr am Oberschenkel hinablief. Dann verließ sie den Saal, während Verena hinter ihr unbeholfen die Hose über ihre noch pochende Fotze zog.
Als sich die Türen wieder geschlossen hatten, trat Eleonora auf den Sklaven zu. Tomás hing im Geschirr, das Kinn auf der Brust, der Schwanz tropfend, der Körper zitternd von den Nachwirkungen des erzwungenen Orgasmus und dem kauterisierenden Schmerz, der bereits wieder aufflammte.
Der Sklave hing reglos im Geschirr, seine Atmung unter der Wirkung des Baldrians und der völligen Erschöpfung oberflächlich. Das Strafhalsband lag weiterhin bedrohlich, aber passiv um seinen Hals. Seine Füße ruhten auf dem Stapel aristokratischer Kissen und Decken —eine makabre Ironie mitten in der Qual—, die nun mit Sperma und königlichen Säften bespritzt waren. Der Stahlkäfig lag neben den Steinplatten, neben der Jodpfütze. Er hing tatsächlich wie ein gefoltertes Schlachttier, das auf den Morgen wartete, die Eingeweide brennend und die Eier entleert.
Eleonora schnaubte im Halbdunkel und war sichtlich erleichtert, dass die Szene geendet hatte, ohne dass die Monarchin auch sie beansprucht hatte. Sie wusste, dass die Chemikalie ihn die ganze Nacht hindurch von innen weiter quälen würde. Sie wusste, dass die Königin bei Tagesanbruch wiederkommen würde. Und wenn die Monarchin ihr geheiltes, erneut gebrauchsfertiges Spielzeug erblickte, würde der wahre Spaß —der Schmerz, den keine Elixiere heilten— im Trophäensaal von Neuem beginnen.
