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Relatos Ardientes

Die Nacht, in der mein Ehemann mich im Palast teilte

Wir fantasieren seit Jahren darüber, aber nie hatten wir den Mut, die Grenze zu überschreiten. Adrián und ich sind dieses Paar, das tagsüber Verträge in Glasbüros unterschreibt und sich nachts die dunkelsten Wünsche ins Ohr flüstert. Nach außen ein perfektes Leben, innen ein zurückgehaltener Vulkan.

—Stell mich dir umringt von Männern vor, Liebling —hauchte ich ihm im Bett ins Ohr, meine Hand glitt über seinen Bauch hinab—. Stell dir vor, wie ich mich anfassen lasse, während du aus einer Ecke zusiehst.

—Komm nass zu mir zurück —antwortete er mit rauer Stimme, seine Finger versanken zwischen meinen Schenkeln—. Komm zu mir zurück und lass mich dich beanspruchen.

Jahrelang sagten wir solche Dinge im Flüsterton, ohne uns zu trauen, ihnen Gestalt zu geben. Bis der Umschlag kam.

Er war schwarz, mit rotem Wachs versiegelt, auf der Rückseite ein codiertes Kennwort: »Vesperum«. Die Anweisungen waren präzise: Abendgarderobe, venezianische Maske, Eid absoluter Verschwiegenheit. Das Ziel: der Palast von Albamar am Stadtrand von Mérida, ein koloniales Gebäude mit dicken Mauern, in dem eine geschlossene Gesellschaft ihre Rituale abhielt.

***

Ich kleidete mich vor dem Spiegel des Zimmers an und spürte mein Herz bis zum Hals schlagen. Ich wählte ein halbdurchsichtiges schwarzes Kleid, das sich an meine Kurven schmiegte wie eine zweite Haut. Der Stoff ließ den Umriss meiner festen Brüste ahnen, die Brustwarzen zeichneten sich im kalten Luftzug ab. Der Schlitz reichte bis zur rechten Hüfte hinauf und zeigte mein ganzes Bein, sobald ich einen Schritt machte.

Darunter trug ich nichts. Mein rasierter Schoß strich mit gespannter Feuchtigkeit am Innenstoff entlang und jagte heiße Stöße in meinen Bauch. Ich roch nach meiner Jasmincreme, vermischt mit dem feinen Schweiß der Nervosität.

Adrián kam herein, makellos im schwarzen Smoking, seine Erektion zeichnete sich bereits unter der Hose ab. Er umarmte mich von hinten und schob die Hand durch den Schlitz des Kleids, bis er das warme Durcheinander zwischen meinen Beinen spürte.

—Du triebst ja schon, mein Liebling —murmelte er an meinem Hals.

—Und wenn ich mich im Genuss verliere? Und wenn dich die Eifersucht dann verbrennt? —fragte ich, drehte mich zu ihm und küsste ihn, meine Hand schloss sich um die Härte, die unter dem Stoff auf mich wartete.

—Das ist keine Eifersucht —antwortete er—. Das ist Feuer. Ich will dich frei sehen, dich stöhnen hören wie nie zuvor. Aber am Ende kommst du zu mir zurück.

Wir konnten nicht warten. Er drückte mich gegen die Wand, hob mein Kleid hoch und nahm mich im Stehen, mit einem einzigen tiefen Stoß, der mich in seine Schulter beißen ließ, damit ich nicht aufschrie. Es war schnell, brutal, eine Art, mich vor dem Aufbruch zu markieren. Als ich kam, spürte ich, wie er sich in mir ergoss, und ich wusste, dass diese erste Spur nur der Anfang war.

***

Der Palast von Albamar tauchte aus der warmen Nacht auf wie ein schlafendes Tier, seine gekalkten Mauern vom Schein knisternder Fackeln beleuchtet, die trockene Hitze verströmten. Die Luft roch nach Salz, altem Stein und dem Versprechen von etwas, das wir nicht mehr rückgängig machen konnten.

Wir stiegen mit aufgesetzten Masken aus dem Wagen. Meine war golden, mit Federn, die meine Wangen streiften; seine silbern und schlicht, verbarg alles außer der festen Linie seines Kiefers. Unter dem Torbogen am Eingang wartete ein Führer, ganz in Schwarz gekleidet, groß, mit einer tiefen Stimme, die zu kommen schien, als spräche der Stein selbst.

—Nennen Sie das Kennwort.

—Vesperum —sagten wir gleichzeitig.

Er führte uns durch Gänge mit niedrigen Decken, über kalte Fliesenböden, auf denen meine Absätze klack-klack widerhallten. Kerzen in Nischen flackerten über verschüttetem Wachs, und Rauch von Sandelholzräucherwerk mischte sich mit der leisen Musik —Geigen, ein langsames Klavier—, die von überallher zu kommen schien. Ich spürte, wie das Kleid über meine nackten Oberschenkel strich, und mein Puls hämmerte zwischen meinen Beinen wie ein Echo des Klaviers.

Wir kamen in den Hauptsaal: hohe Decken mit dunklen Balken, Kristalllüster, die goldenes Licht auf einen Mosaikboden tropfen ließen. Weitere Maskierte bildeten einen Kreis um einen niedrigen Altar, bedeckt mit roten Samtkissen. Männer im Smoking, Frauen in unmöglichen Kleidern, die für Unschuld zu viel Haut zeigten.

Man stellte uns in die Mitte. Der Führer legte eine leichte Kette aus scharlachroter Seide um uns und sprach das Gelöbnis.

—Treue zum geteilten Vergnügen. Ewige Anonymität. Keine Identitäten, keine Details. Berührt die Kette und besiegelt es mit einem Kuss.

Ich legte die Finger auf die Seide und küsste Adrián im Schatten der Masken. Seine Zunge schmeckte nach Salz und Verlangen. Seine Hand glitt unauffällig meinen Rücken hinab, bis sie die Rundung meiner Pobacken packte, und ich spürte die Feuchtigkeit an der Innenseite meines Schenkels hinablaufen.

—Heute Nacht —flüsterte der Führer nahe meinem Ohr— erkundet ihr die Grenzen. Es wird Trennung geben. Der Club gibt den Rhythmus vor.

Furcht schoss durch mich wie ein Peitschenhieb, aber die Geilheit zerdrückte sie sofort. Wir tranken einen roten, dichten, würzigen Trank, der mir die Kehle verbrannte und meinen Bauch erwärmte.

***

Die Feier entfaltete sich in den verbundenen Räumen des Palastes. Ein niedriger, bläulicher Kunstnebel schwebte auf Kniehöhe. Das Licht war bernsteinfarben, fast flüssig. Adrián führte mich mit fester Hand an der Basis meines Rückens in den Ballsaal.

—Tanz mit mir, meine Frau —sagte er und drehte mich langsam.

Ich spürte seine Erektion an meinem Bauch, seine Lippen, wie sie an meinem Ohr knabberten. Ich bog den Rücken, damit sich meine Brüste gegen seine Brust pressten. Ich will nicht, dass dieser Moment endet, dachte ich, und wusste sofort, dass ich log.

Ein großer Mann mit goldener Maske und dunklen Federn trat näher. Seine Stimme war rau, sein Parfum nach Holz und Tabak.

—Darf ich mit deiner Göttin tanzen?

Adrián nickte mit angespannter Miene, drückte mir noch einmal den Hintern und ließ mich dann los.

—Sie gehört mir —warnte er ihn—. Vergiss das nicht.

Der Unbekannte führte mich in die Mitte der Tanzfläche. Seine Hände waren groß und präzise, und schon beim ersten Drehen spürte ich seine Härte an der Rundung meiner Hüfte. Seine Finger glitten den Schlitz des Kleids hinauf, streiften die Innenseite meines Oberschenkels, ohne mich ganz zu berühren. Ich ließ ihn gewähren. Ich schloss für einen Augenblick die Augen, und die Luft im Raum schien noch dicker.

—Deine Haut brennt —flüsterte er an meinem Hals.

—Und du machst mich hart, nur wenn du mich streifst —antwortete ich.

Eine Frau mit einer Maske aus silbernen Federn gesellte sich dazu. Ihr Kleid war fast ein Spinnennetz. Sie nahm meine andere Hand und drückte sich an meinen Rücken, während er mich von vorn hielt. Ich stand zwischen beiden, ihr blumiges Parfum in meinem Nacken, ihr Atem glitt meinen Rücken hinunter. Ein Kellner kam mit Gläsern vorbei. Wir tranken. Der Trank rann wie süßes Feuer hinab.

Sie küsste meinen Hals. Er packte meine Pobacken. Seine Finger glitten durch den Schlitz und streiften meine Feuchtigkeit, ohne um Erlaubnis zu bitten. Ich stöhnte leise, fast lautlos. Er schaut zu. Adrián schaut zu. Ich suchte ihn mit den Augen und fand ihn an einer Säule, das Glas reglos in der Hand, der Kiefer angespannt. Ich konnte nicht unterscheiden, ob in seinem Blick Eifersucht oder Stolz brannte, und begriff zum ersten Mal, dass es auch gar nicht nötig war, beides zu trennen.

***

Der Führer tauchte mitten im Saal wieder auf.

—Zeit für die Trennung.

Man brachte mich einen schmalen Gang hinunter in eine kleinere Kammer, mit weichen Kissen auf dem Boden und Kerzen an den Wänden. Drei maskierte Gestalten warteten auf mich. Ich spürte die dichte, beinahe feste Luft. Ich hörte die Tür hinter mir zufallen.

Sie legten mich auf die Kissen. Sie hoben den Saum des Kleids mit ritualistischer Ruhe an und stellten meinen geschwollenen, glänzenden Schoß ins Kerzenlicht. Eine heiße Zunge glitt zwischen meine Lippen und begann, langsame Kreise um die Klitoris zu ziehen. Andere Hände kneteten meine Brüste über dem Stoff, kniffen die Brustwarzen durch das Kleid. Ich bog den Rücken und stieß den ersten lauten Stöhnlaut der Nacht aus.

—Mach den Mund auf —sagte eine andere Stimme, und zwei dicke Finger drangen zwischen meine Lippen.

Ich lutschte sie, wie man es von mir verlangte. Ein anderer Mann stellte sich hinter mich und schob mir langsam einen dicken Schwanz bis ganz hinein. Ich spürte das Dehnen, den langsamen Pulsschlag, wie sich mein ganzer Körper öffnete. Die Stöße begannen im Rhythmus, jeder riss mir ein neues Stöhnen heraus. Die Frau leckte an einer meiner Brustwarzen, die Zunge des ersten Mannes blieb an meiner Klitoris festgenagelt. Kein einziger Teil meines Körpers blieb unberührt.

Ich kam schreiend, eine tiefe Kontraktion, die mich vom Rücken bis zu den Knien durchschüttelte. Und sofort kamen die Wechsel, Schwänze, die hinein- und wieder herausglitten, Hände, die mich drehten, Zungen, die mir den Schweiß vom Hals leckten, obszöne Flüstern dicht am Ohr. Ich glaubte, durch einen Spalt in der Wand eine silberne Maske auf der anderen Seite zu sehen, ganz still. Er schaut zu. Er sieht alles. Der Gedanke trieb mich zum zweiten Orgasmus, stärker, schmutziger, während ein fremder Schwanz sich in mir entlud.

Man stellte mich auf alle viere. Eine andere Frau kam zu meinem Gesicht und legte ihren nassen Schoß auf meinen Mund; ich leckte sie mit Hunger, spürte, wie sie an meiner Zunge zitterte, während mich ein Unbekannter von hinten nahm. Als ich zum dritten Mal kam, trugen mich meine Beine nicht mehr, und ich sank auf die Kissen, der Atem zerrissen, die Oberschenkel glänzend von fremden und eigenen Säften.

***

Ich traf Adrián in einem privaten Raum am Ende des Flurs wieder. Die Masken saßen nur noch halb, schräg verrutscht. Sein Gesicht war von Verlangen gezeichnet und von etwas anderem, einer Emotion, die ich nicht benennen konnte. Er roch nach fremdem Sex, das wusste ich. Und dennoch zog er mich an sich, als hätte er sein ganzes Leben darauf gewartet, mich wieder berühren zu dürfen.

—Hat es dir gefallen, Liebling? —fragte er, seine Stimme an den Rändern brüchig.

—Sehr. Dich zu sehen —oder zu glauben, dich in den Schatten zu sehen—, während man mich benutzte, hat mich wie nie zuvor kommen lassen. Aber ich habe dich auch vermisst. Und du?

—Ich habe alles von dir gesehen. Jeden Laut. Jedes Mal, wenn du dich durchbogen hast. Als sie dich von hinten nahmen und du gesquirtet hast, dachte ich, mein Herz hört auf zu schlagen. —Er hielt inne, und seine Stimme brach noch mehr—. Es tat mir in der Brust weh, aber ich war so hart, dass ich mich kaum halten konnte.

—Erzähl mir.

—Ich sah, wie du dich für sie öffnetest, wie sie dich leckten, wie du »mehr, mehr« gestöhnt hast. Und jedes Mal, wenn dein Körper sich anspannte, fühlte ich zwei Dinge zugleich: die Wut darüber, dass du in dieser Nacht nicht nur mir gehörtest, und den brutalen Stolz darauf, dass du es immer tust. Ich habe mir langsam im Flur einen runtergeholt, dich durch den Spalt ansehend, und ich habe mich zurückgehalten. Ich wollte hier nicht kommen. Ich wollte mir alles aufheben, um dich zu beanspruchen.

Seine Worte durchnässten mich mehr als die Hände irgendeines Fremden. Er küsste mich mit Wucht, seine Zunge tilgte jede fremde Spur, seine Hände zerrissen, was vom Kleid noch übrig war. Er hob mich gegen die Wand und stieß auf einen Schlag in mich hinein. Ich spürte, wie sich mein Schoß, noch immer heiß, noch immer geschwollen, um seinen Schwanz schloss, als hätte er nie etwas anderes gekannt.

—Das hier gehört mir —knurrte er an meinem Ohr, stieß tief zu, seine Eier schlugen im schnellen Rhythmus gegen meine Pobacken—. Dein Schoß, dein Mund, deine Schreie. Meins.

—Ja, mein Liebling —antwortete ich zwischen Stöhnen—. Ich gehöre dir. Dass mich andere haben kommen sehen, ändert nichts. Nur du markierst mich so.

Er schlug mir mit der offenen Hand auf die Pobacken, einmal, zweimal, dreimal, während das Tempo schneller wurde. Ich krallte ihm die Nägel in den Rücken und spürte, wie mich der Orgasmus wie eine Welle erreichte, die mich nicht atmen ließ. Er spritzte in mir ab, heiß, reichlich, und ich squirtete um seinen Schwanz herum, Strahlen, die an seinen Schenkeln hinabrannen. Wir brachen keuchend zusammen, verschwitzt, umschlungen, mit Herzen, die zwischen beiden Brüsten gegeneinander anliefen.

—Ich liebe dich viel zu sehr, meine Frau —flüsterte er.

—Ich liebe dich auch —antwortete ich, und die Stille danach war das Intimste der Nacht.

***

Im Auto zurück zum Hotel begann der Horizont sich rosa zu färben. Ich strich ihm über den Schritt und spürte, wie er unter der Hose erneut erwachte.

—Nehmen wir die Mitgliedschaft an? —fragte ich.

Er lächelte unter der Maske, die er noch in der anderen Hand hielt.

—Wenn sie mehr Rituale wie dieses verspricht, ja.

Im Hotelzimmer liebten wir uns wieder ganz ruhig. Seine Zunge zwischen meinen Schenkeln, mein Mund um seinen Schwanz, Körper, die sich auswendig kannten und nun doch den Nachhall fremder Hände trugen. Wir kamen noch einmal gemeinsam, und ich begriff, dass wir in jener Nacht nicht den Körper geteilt hatten, sondern das Vertrauen, daran nicht zu zerbrechen.

Wir hielten uns umschlungen, bis die Sonne ganz durch das Fenster fiel. Und während er mit dem Gesicht in meinem Hals einschlief, dachte ich an den schwarz versiegelten Umschlag, an die Seidenkette, an jene reglos auf der anderen Seite der Wand stehende silberne Maske, und ich wusste, dass wir zurückkehren würden.

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