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Relatos Ardientes

Die Wette, die Vera ohne etwas an gewann

Der Laptop summte wie gewohnt auf dem Küchentisch, und Sonia saß seit fast drei Stunden auf derselben Seite. Der Geruch von Kaffee und der Vanille des Duftdiffusors mischte sich mit der Stille der Wohnung, einer Stille, die Vera alle paar Minuten unterbrach, indem sie eine Zeitschrift durchblätterte, ohne sie wirklich zu lesen.

—Bist du immer noch bei der Literaturarbeit? —fragte Vera und ließ die Zeitschrift auf den Boden fallen—. Es ist schon fast dunkel.

—Ich bin gleich fertig —sagte Sonia, ohne den Blick zu heben—. Der Professor will bis Montag eine Analyse zu drei Autoren. Ich kann mir nicht leisten, das liegenzulassen.

—Ich hab was Besseres als drei Autoren —sagte Vera und richtete sich auf dem Sofa mit einem Lächeln auf, das Sonia sofort erkannte. Dieses Lächeln bedeutete Ärger. Oder Spaß. Meistens beides.

Vera streckte den Arm aus und hielt ihr das Handy direkt vor die Nase. Auf dem Bildschirm: eine Einladung mit schwarzem Hintergrund und violetter Neon-Schrift: „DIE MASKENPARTY. SAMSTAG 22 UHR. MYTHEN UND FANTASIEN. STANDORT: NUR FÜR EINGEWEIHTE“.

—Wo kommt das denn her? —fragte Sonia und vergaß den Laptop augenblicklich.

—Aus der Gruppe der komischen Leute von der Uni. Organisiert wird sie von Marcos, dem von Design, dem mit dem Nackentattoo. Sie sagen, es wird die Party des Jahres.

Sonia klappte den Laptop mit einem zufriedenen Knall zu. —Mythen und Fantasien. Gefällt mir. Da müssen wir hin.

—Das wollte ich hören —sagte Vera—. Aber vorher müssen wir die Regeln festlegen.

—Welche Regeln?

Vera beugte sich vor und senkte die Stimme, als würden sie etwas aushecken. —Eine Wette. Wer von uns beiden das gewagtere Kostüm trägt. Kein Schummeln, keine Geisterverkleidung mit einem Bettlaken. Es muss wirklich knallen. „Oh mein Gott“-Faktor.

Sonia lachte auf. —Und was gewinnt die Siegerin?

—Das Recht, einen Monat lang damit anzugeben. Und den Rest des Semesters die andere auszulachen.

—Abgemacht —sagte Sonia und verschränkte die Arme—. Aber stell dich schon mal darauf ein, Vera, denn meins wird dich sprachlos machen.

—Wir werden sehen —antwortete Vera, stand vom Sofa auf und trug diese ruhige Gelassenheit zur Schau, hinter der sich immer etwas verbarg—. Samstag. Möge die Beste gewinnen.

***

Die folgenden Tage waren ein stilles gegenseitiges Taktieren. Im Wohnzimmer tauchten Kisten auf, die keine von beiden vor der anderen öffnete. Sonia verbrachte Stunden in ihrem Zimmer mit Musik und dem gelegentlichen Geräusch einer Schere. Vera führte auf dem Balkon leise Telefonate und kam am Donnerstag mit einer langen Papprolle nach Hause, die sie direkt im Schrank verstaute.

—Eine Schatzkarte? —fragte Sonia, als sie vorbeiging.

—Die entscheidenden Komponenten meines Sieges —antwortete Vera, ohne stehen zu bleiben.

Die Spannung wuchs die ganze Woche über. Beim Frühstück warfen sie einander Blicke zu, lächelten sich auf dem Flur an. Am Freitagabend, während sie einen Film anschauten, ohne ihm wirklich Beachtung zu schenken, flüsterte Vera:

—Nervös, Verliererin?

—Morgen um diese Zeit wirst du deine Worte herunterschlucken müssen —gab Sonia zurück und warf ihr ein Kissen an den Kopf.

***

Der Samstag kam mit spätnachmittäglichem Licht und diesem Gefühl im Bauch, das wichtige Tage mit sich bringen. Sonia schloss sich mit allem, was sie vorbereitet hatte, in ihrem Zimmer ein und machte sich an die Arbeit.

Die Idee war einfach und wirkungsvoll: korrumpierte Unschuld. Sie hatte eine feine weiße Seidenbluse gefunden, fast durchsichtig, mit Rundhalsausschnitt und Spitzenmanschetten. Sie zog sie langsam an und spürte den kalten Stoff auf der Haut. Die Brustwarzen zeichneten sich sofort unter der Seide ab, zwei dunkle Kreise, die sich frech hindurchzeigten. Sie trug keinen BH. Sie würde auch keinen tragen. Dann kam der Rock, den sie selbst umgearbeitet hatte: dunkelgraues Gewebe, verwandelt in einen erschreckend kurzen Minirock mit einem Seitenschlitz, der fast bis zur Hüfte hinaufreichte. Ihre Beine lagen vollständig frei. Darunter ein winziger weißer Tanga, kaum mehr als ein Stoffdreieck über ihrer rasierten Muschi.

Die Details machten das Kostüm aus. Lange weiße Strümpfe, gehalten von einem schwarzen Spitzenstrumpfhalter, der knapp unter dem Saum des Rocks hervorblitzte. Schwarze Lack-Stilettos mit silberner Schnalle. Das Haar in zwei perfekten hohen Zöpfen links und rechts vom Kopf. Das Make-up: präziser schwarzer Lidstrich, dramatischer Mascara, glänzender, feuchter Erdbeer-Lipgloss. Und der letzte Schliff: runde Brillengestelle ohne Gläser, nur der schwarze Rahmen, der ihr diesen zugleich akademischen und perversen Look verlieh.

Sie betrachtete sich im Ganzkörperspiegel. Die Wirkung war genau die, die sie wollte. Das makellose Weiß der Bluse gegen den provozierenden Minirock. Der hervorschimmernde Strumpfhalter. Die Zöpfe, die sie wie eine Schülerin wirken ließen, die alle Strafen verdient hatte. Eine Schulmädchen-Nummer, die keine Schule je in ihren Mauern haben wollte.

Sie öffnete die Tür mit einer theatralischen Geste.

—Vera, mach dich bereit, aufzugeben! Die Königin der Frechheit ist da...

Der Satz starb ihr im Hals.

***

Vera stand im Türrahmen ihres Zimmers. Und sie war völlig nackt.

Kein einziger Zentimeter Stoff. Kein strategisches Accessoire, kein Schnittchen Haut, kein Paillettchen. Nur ihr Körper. Eine vom Sommer gebräunte, glatte Haut ohne Makel, die unter den Lampen des Wohnzimmers ihr eigenes Licht zu erzeugen schien. Ihr dunkles braunes Haar fiel in wilden Wellen über Schultern, Brust und Rücken, ein natürlicher Vorhang, der als einzige Bedeckung diente. Eine Locke verdeckte zufällig eine Brustwarze; die andere, intensiv rosa, trat mit einer Frechheit hervor, die Sonia den Atem raubte.

Veras Körper war der einer Skulptur. Zarte Schultern, eine schmale Taille, die sich in ausgeprägte Hüften öffnete, ein flacher Bauch mit einer Linie, die hinab zum perfekt rasierten Haar zwischen den Beinen führte. Lange, schlanke Beine, nackte Füße auf dem Parkett. Zwischen den Schenkeln die senkrechte Linie der perfekt glatt rasierten Möse, zwei kleine, enge Schamlippen, die sich mit einer Natürlichkeit andeuteten, die den Atem nahm.

Aber das Detail, das alles in mehr als nur Nacktheit verwandelte, waren die Accessoires. Auf ihrem Rücken ein dunkelbrauner Lederköcher mit geometrischen Gravuren, befestigt mit einem Riemen, der quer über ihre Brust zwischen den Brüsten verlief und ihren Oberkörper umschloss. Der Kontrast des rauen Leders zur Weichheit ihrer Haut war elektrisierend. Aus dem Köcher ragten die Federn mehrerer Pfeile. In der rechten Hand hielt sie einen langen Bogen aus poliertem Holz, den sie wie ein Zepter auf den Boden stützte. Ihr Gesicht trug goldene und ockerfarbene Linien um die Augen, und ihr Ausdruck war von absoluter, fast arroganter Ruhe.

Sonia brauchte mehrere Sekunden, um irgendein Wort zu finden.

—Vera... das ist kein Kostüm. Das ist Kunst.

—Kunst und Sieg —sagte Vera, trat einen Schritt vor und drehte sich langsam, um den eng anliegenden Köcher auf ihrem Rücken und ihren runden, festen Arsch zu zeigen, zwei perfekte Halbkugeln, die der Riemen des Köchers umrahmte, ohne sie zu bedecken—. Die Wette ist entschieden, oder?

Sonia lachte, halb bewundernd, halb vollkommen besiegt. —Entschieden. Du hast gewonnen. Und wie. Neben dir bin ich ein freches Schulmädchen und du eine griechische Göttin.

—Du bist atemberaubend —sagte Vera und kam näher, um sie von oben bis unten anzusehen—. Dieser Minirock ist eine Kriegserklärung. Und der Strumpfhalter... tödlich. Wir sind das perfekte Duo. Die Provokation und die Kraft.

—Na ja, die „Provokation“ muss fahren —sagte Sonia und zog die Schlüssel aus ihrer winzigen Handtasche—. Denn die Jagdgöttin hat keine Taschen.

—Abgemacht —lachte Vera—. Beeil dich, die Nacht ist noch jung.

***

Nackt auf dem Ledersitz von Sonias Auto zu sitzen, war für Vera schon für sich genommen ein Erlebnis. Die Kühle der Polsterung auf ihrer Haut stellte ihr sofort die Härchen auf und machte ihre Brustwarzen hart wie Stein. Sie lehnte sich zurück, den Bogen auf den Knien, und lachte, während Sonia durch die Straßen der Stadt manövrierte.

—Und wenn die Polizei uns anhält? —fragte Sonia und sah sie von der Seite an.

—Dann sage ich ihnen, dass ich eine Manifestation der Natur bin und sie keine Autorität über mich haben —antwortete Vera so ernst wie möglich, ehe sie allein über ihren eigenen Satz lachen musste—. Oder du lenkst sie mit dem Rock ab und ich renne weg.

Die Party fand in einer alten Industriehalle am Stadtrand statt, mit roten Ziegeln, die von bunten Scheinwerfern beleuchtet wurden, und Musik, die man schon von der Straße hören konnte. Vor dem Eingang stand eine Schlange. Als Sonia parkte und sie aus dem Auto stiegen, verstummten die Gespräche um sie herum.

Vera ging zum Eingang, ohne den Blick zu senken. Der Kopf erhoben, der Bogen in der Hand, die nackten Füße auf dem kalten Asphalt. An ihrer Seite schritt Sonia mit ihren Stilettos und dem Minirock, der bei jedem Schritt flatterte. Zusammen waren sie ein Anblick, den niemand erwartet hatte.

Ein als Vampirin verkleidetes Mädchen ließ ihr Glas fallen. Ein Typ mit schwarzem Umhang rempelte gegen seinen Freund, weil er den Blick nicht abwenden konnte. Vera beschleunigte nicht. In ihrem Gang lag keine Scham, nur das exakte Bewusstsein dessen, was sie tat.

***

Das Innere der Halle war ein Chaos aus Stroboskoplicht, Nebelmaschine und extravaganten Kostümen. Ägyptische Götter, Weltraumpiraten, Feen mit leuchtenden Flügeln, Skelette im Anzug. Aber selbst in dieser Menge aus Fantasie blieb Vera der Gravitationspunkt jedes Raumes, den sie betrat.

Ein von Kopf bis Fuß blau angemalter Typ mit einem Plastikdreizack in der Hand kam mit einer leicht schwankenden Verbeugung auf sie zu.

—Kann ich euch etwas anbieten? Ein Getränk für die Göttinnen? —stammelte er.

—Zwei Gin Tonic —sagte Sonia und übernahm ganz selbstverständlich das Kommando—. Mit viel Limette.

Während er zur Bar verschwand, bildete sich um Vera ganz von selbst ein Kreis aus leerem Raum. Die Leute sahen aus der Distanz zu ihr herüber und flüsterten. Vera ließ sie schauen. Sie lehnte an einer Ziegelsteinsäule und trank ihr Glas mit der Gelassenheit von jemandem, der genau dort ist, wo er sein will. Die Neonlichter glitten über ihre Kurven und malten sie in Fuchsia, Elektrikblau und Grün. Das Leder des Köchers schluckte das Licht. Ihre Haut gab es zurück.

—Siehst du das? —flüsterte Sonia ihr ins Ohr—. Du hast alle in Stein verwandelt.

—Der Preis des Ruhms —sagte Vera mit einem leisen Lachen—. Aber keine Sorge: Die Hälfte der Blicke gilt dir. Dieser Strumpfhalter ist ein Magnet.

Und es stimmte. Während Vera das Phänomen war, war Sonia die menschliche Anekdote. Ihr Kostüm war gewagt, ja, aber es lud auch zur Interaktion ein. Eine Gruppe als Nymphen verkleideter Mädchen kam heran und fragte, wo sie die Strümpfe gekauft hatte. Ein Typ mit Lorbeerkranz forderte sie zum Tanzen auf. Sonia bewegte sich durch die Party, als gehörte sie ihr, immer mit einem Blick auf Vera, um sicherzugehen, dass sie dort oben auf ihrem Podest gut zurechtkam.

***

Sie tranken ihre Gin Tonic, dann noch mehr. Der Alkohol lockerte die letzten angespannten Muskeln und ließ sie ganz in die Atmosphäre der Nacht eintauchen. Sonia landete in der Mitte der Tanzfläche, umgeben von Menschen, die Hüften zur elektronischen Musik bewegend. Der Minirock wirbelte um sie, die Zöpfe hüpften im Takt, und ihre Augen hinter den rahmenlosen Gläsern funkelten vor Vergnügen.

Vera beobachtete sie von einer Ecke aus, an die Wand gelehnt, und nippte an ihrem Glas. Ein ehrliches Lächeln lag auf ihren Lippen. Sie liebte es, Sonia so zu sehen, frei und entflammt. Sie war die Seele ihrer Freundschaft, der Funke, den sie allein schwer finden konnte. Während Vera die Statue war, war Sonia das Leben, das um sie herum schwirrte.

Dann verstummte die Musik.

Die Stroboskoplichter gingen aus. Ein starker Scheinwerfer schaltete sich in der Mitte der Tanzfläche ein. Marcos’ Stimme dröhnte aus den Lautsprechern:

—Aufmerksamkeit, Sterbliche, Götter und Kreaturen der Nacht! Der Kostümwettbewerb ist gekommen. Heute Nacht haben wir alles gesehen. Aber unter all den Kostümen hat eines alle anderen vom Moment seines Eintretens an in den Schatten gestellt.

Die Menge jubelte. Marcos machte eine dramatische Pause.

—Ein Kostüm, das kein Kostüm ist. Eine Aussage. Ein Akt reinen Vertrauens. Eine Göttin, die zum Olymp der Party herabgestiegen ist, um uns daran zu erinnern, was es heißt, keine Angst zu haben.

Der Scheinwerfer glitt langsam durch den Raum und blieb stehen.

Er zeigte direkt auf Vera.

Für einen Augenblick rührte sich niemand. Vera lehnte immer noch an der Wand, das Glas in der Hand, leicht überrascht vom plötzlichen Licht. Dann breitete sich ein langsames, sicheres Lächeln auf ihrem Gesicht aus. Sonia schrie von der Tanzfläche aus vor reiner Freude auf und begann heftig zu klatschen.

Der Applaus steckte sofort an. Eine ohrenbetäubende Ovation erschütterte die Halle. „Artemis! Artemis! Artemis!“, riefen die Leute, oder etwas, das dem zumindest sehr nahekam. Die Nymphen tanzten und klatschten. Der Kerl mit dem schwarzen Umhang verbeugte sich übertrieben. Der falsche Neptun hob den Dreizack.

Vera löste sich von der Wand und ging zur Bühne. Jeder Schritt war ein Triumph. Die Menge teilte sich, um sie durchzulassen, ein Meer aus Gesichtern, die ihr folgten. Sie stieg auf das kleine Podest, nahm mit einem Lächeln den riesigen Plastikbecher entgegen und suchte von oben Sonias Blick.

Als sie sie fand, hob sie den Becher zu einem stillen Trinkspruch nur für sie.

***

Die Nacht ging weiter in einem Wirbel aus Champagner, Lachen und Musik. Jetzt, da Veras „Geheimnis“ ausgerufen und gefeiert worden war, kamen die Leute nicht mehr nur, um zu schauen, sondern auch, um mit ihr zu reden. Sie fragten nach der Idee, nach ihrem Selbstvertrauen, nach dem Gefühl, so in der Öffentlichkeit zu stehen.

—Ist dir nicht kalt? —fragte ein als Medusa verkleidetes Mädchen mit Gummischlangen im Haar.

—Der Mond hält mich warm —antwortete Vera mit größtmöglicher Ernsthaftigkeit—. Das ist einer der Vorteile, wenn man göttlich ist.

Sonia spielte ihre persönliche Leibwächterin und Übersetzerin. Wenn jemand zu hartnäckig näher kam, sprang sie mit einem Witz oder einem Themenwechsel ein, ohne dass es wie ein Eingriff wirkte. Ihr Schulmädchenkostüm erwies sich als perfekte Ergänzung: Sie war die menschliche Schnittstelle für die Göttin.

Marcos kam mit einer Flasche Champagner und zwei Gläsern herüber.

—Du hast diese Nacht zu etwas gemacht, das niemand vergessen wird —sagte er zu Vera und zog den Korken mit einem Knall, der die Leute nebenan bespritzte—. Und du —sagte er und sah Sonia an— bist das perfekte Gegenstück. Der rebellische Engel neben der Göttin. Ihr seid das Duo des Abends.

Sonia lächelte, aber ihre Augen ruhten auf Vera. Sie sah, wie Vera eine ruhige, ehrliche Freude ausstrahlte, eine von der Sorte, die man nicht vortäuschen kann. Der Sieg war nicht der Becher oder der Applaus. Es war dieses Leuchten in den Augen ihrer Freundin.

—Lass uns tanzen —sagte Sonia und nahm Vera an der Hand.

Sie führte sie zurück auf die Tanzfläche, und diesmal schloss Vera sich ihr ohne Zögern an. Anfangs waren ihre Bewegungen zurückhaltender, weil sie es nicht gewohnt war, sich so vor anderen zu bewegen. Aber mit dem Rhythmus, der durch den Boden vibrierte, und Sonia vor sich, ließ sie los. Ihre Körper bewegten sich in einer Synchronität, die nur jahrelange Freundschaft hervorbringt: Sonia mit ihren Absätzen und ihrer explosiven Energie, Vera mit fließender, ungebremster Grazie. Feuer und Wasser. Provokation und Ruhe. Die Leute um sie herum machten ihnen Platz und bildeten einen Kreis der Bewunderung, ohne dass ihn jemand organisiert hätte.

***

Die Stunden lösten sich auf in Musik, Lachen und Champagner. Sie tanzten, bis Sonias Füße protestierten und Veras Muskeln brannten. Sie redeten mit einem Dracula mit übertriebenem Akzent, mit einer Gruppe fluoreszierender Feen, mit einer Cleopatra, die sich ständig mit Vera fotografieren wollte. Immer wieder sahen sie einander mit diesem „Erleben wir das wirklich?“-Blick an, der keine Worte brauchte.

Gegen vier Uhr morgens, als die Party ihren ersten Schwung verlor und die ersten Gruppen aufbrachen, flüsterte Sonia ihr ins Ohr:

—Wie wäre es, wenn wir aus unserem Olymp fliehen und in die Welt der Sterblichen zurückkehren?

Vera nickte dankbar. —Bring mich nach Hause, Feuerkutsche.

Der Abschied wurde selbst zu einem Ereignis. Die Leute hielten sie auf, um sich zu bedanken, ein Foto zu erbitten, sie zu umarmen. Vera posierte geduldig, immer den Bogen in der Hand, als sei er ein echtes Attribut und kein Kostümteil.

***

Die Rückfahrt verlief schweigend. Die Stadt schlief. Die Straßen lagen leer unter einem einsamen orangefarbenen Licht. Im Auto wurde das Getöse der Halle von einem sanften Summen in den Ohren ersetzt. Vera lehnte sich auf dem Sitz zurück, nackt auf dem kühlen Leder, mit der angenehmen Erschöpfung einer Nacht, die jede Sekunde wert war.

—Ich bin stolz auf dich, das weißt du —sagte Sonia und durchbrach die Stille—. Nicht nur, weil du gewonnen hast. Sondern wegen allem. Weil du du bist.

—Ich bin stolz auf uns —antwortete Vera und sah aus dem Fenster die vorbeiziehenden Lichter an—. Ohne dich wäre ich nur ein dummes, nacktes Mädchen auf einer Party gewesen. Du hast mich zu einer Göttin gemacht.

—Du bist ein Schleimer —sagte Sonia. Aber ihre Stimme brach dabei leicht.

Sie erreichten die Wohnung. Schweigend stiegen sie die Treppe hinauf, Sonias Absätze klackerten, Veras nackte Füße machten keinen Laut. Drinnen angekommen, mit geschlossener Tür, verschwand die Außenwelt. Sie zogen die Schuhe aus, legten die Accessoires ab. Vera lehnte Bogen und Köcher gegen die Wand, wie ein Krieger, der nach der Schlacht die Waffen niederlegt. Sonia nahm die Brille ab und löste ihre Zöpfe, wobei sie das Haar schüttelte.

Sie sahen sich im Wohnzimmer im sanften Licht der Lampe an, die sie vergessen hatten auszuschalten. Sonia in der zerknitterten Seidenbluse und dem schräg sitzenden Minirock. Vera mit den noch sichtbaren Lederspuren auf der Haut und dem zerzausten Haar. Sie waren nicht mehr das Schulmädchen und die Göttin. Sie waren nur Sonia und Vera, müde, glücklich und einander näher als je zuvor.

—Weißt du, was das Beste daran ist, die Wette zu gewinnen? —fragte Vera und kam näher, um Sonia mit den Armen um die Taille zu fassen.

—Dass ich einen Monat lang das Geschirr spülen muss?

—Nein —sagte Vera lachend, mit dem Gesicht nur wenige Zentimeter von Sonias entfernt—. Das Beste ist, dass ich dich um alles bitten kann. Und du wirst Ja sagen.

Sonia hielt ganz still. Veras Atem roch nach Champagner und Zitrone. Ihre nackten Brüste streiften Sonias Seide, und unter der Seide verhärteten sich Sonias Brustwarzen sofort, schmerzhaft, gespannt.

—Was wirst du mich bitten? —flüsterte Sonia.

—Dass du mich das machen lässt, worauf ich die ganze Nacht Lust hatte —sagte Vera. Und ohne auf eine Antwort zu warten, küsste sie sie.

Es war ein Kuss, der nichts Freundschaftliches an sich hatte. Veras Zunge drang zwischen Sonias Lippen und suchte sie hungrig, wühlte, sog, biss in ihre Unterlippe, bis Sonia ein Stöhnen in ihren Mund entglitt. Veras Hände glitten Sonias Rücken hinab, packten den Minirock und zogen ihn mit einem ruckartigen Griff bis zur Taille hoch, sodass ihr Arsch frei lag, der weiße Tanga als einzige Barriere.

—Vera... —keuchte Sonia und löste sich einen Augenblick.

—Halt die Klappe —sagte Vera mit einem dunklen Lächeln, das Sonia noch nie bei ihr gesehen hatte—. Ich war die ganze Nacht nackt. Die ganze verdammte Nacht habe ich auf diesen Rock und diese Zöpfe gestarrt und daran gedacht, was ich mit dir machen würde, wenn wir nach Hause kommen. Sag mir nicht nein.

—Ich wollte nicht nein sagen —flüsterte Sonia—. Ich wollte dir sagen, dass du nicht aufhören sollst.

Vera schob sie gegen die Wohnzimmerwand. Sonias Seidenbluse klebte vom Schweiß an ihrem Körper. Veras Finger zerrten den Rundhalsausschnitt nach unten, rissen die ersten Knöpfe auf, und Sonias Brüste sprangen frei hervor, klein, rund, mit so geschwollenen Brustwarzen, dass sie fast wehtaten. Vera senkte den Kopf und nahm eine ohne Vorwarnung in den Mund, saugte kräftig, zog mit den Zähnen daran, bis Sonia den Rücken gegen die Wand bog und einen heiseren Schrei ausstieß.

—Verdammt, Vera... —stöhnte Sonia—. Verdammt, verdammt...

Vera ließ die Zunge langsam um die Brustwarze kreisen und biss dann in den Warzenhof. Ihre andere Hand glitt Sonias Bauch hinab, schob sich unter den hochgeschobenen Minirock und fand den nassen Tanga.

—Schau, wie nass du bist —murmelte Vera und schob den feuchten Stoff mit zwei Fingern zur Seite—. Du tropfst ja. Die ganze Nacht so getan, als würde ich die Wette gewinnen, und in Wahrheit warst du diejenige, die nass wurde.

Veras Finger glitten zwischen Sonias Lippen, rutschten über den warmen Saft, der auf sie wartete, und fanden den geschwollenen Kitzler. Sie begann, ihn in langsamen, präzisen Kreisen zu reiben, während Sonia sich an ihren Schultern festklammerte und versuchte, nicht umzukippen.

—Ja... da... —keuchte Sonia—. Da, nicht aufhören.

Vera schob einen Finger in sie hinein. Sonia war so eng, so nass, dass der Finger mit einem Stoß bis zum Anschlag eindrang. Vera zog ihn heraus und schob ihn wieder hinein, diesmal zwei, und bog sie nach oben, suchte diesen Punkt, der Sonia mit offenem Mund und geschlossenen Augen stöhnen ließ.

—Schau mich an —befahl Vera—. Schau mich an, während ich dich nehme.

Sonia öffnete die Augen. Sie waren voller Tränen, ihr Mund halb geöffnet, der Lipgloss vom Schweiß verwischt. Vera fickte sie mit den Fingern immer schneller, der Daumen kreiste über dem Kitzler, der andere Arm hielt sie an der Taille fest, damit sie nicht an der Wand auseinanderfiel.

—Ich komm gleich —keuchte Sonia—. Vera, ich komm gleich, ich...

—Komm —sagte Vera—. Komm auf meiner Hand, Schulmädchen.

Sonia kam mit einem erstickten Schrei. Ihre Möse verkrampfte sich in Zuckungen um Veras Finger, tränkte ihre ganze Hand, lief über das Handgelenk. Ihre Beine gaben nach, und Vera hielt sie fest, lachend, den Mund an ihrem Hals.

—Auf den Boden —sagte Vera.

Sie drückte sie sanft, bis Sonia sich auf den Teppich des Wohnzimmers sinken ließ, immer noch zitternd. Vera stellte sich vor sie, nackt, die Beine leicht geöffnet, und hielt ihr die nassen Finger vor den Mund.

—Lutsch sie ab.

Sonia packte ihr Handgelenk mit beiden Händen und nahm Veras Finger tief in den Mund, saugte sie hungrig ab und schmeckte sich selbst. Vera sah auf sie herab mit einem Raubtierlächeln, die Brüste hoben und senkten sich, die rasierte Möse glänzte direkt vor dem Gesicht ihrer Freundin.

—Braves Mädchen —sagte Vera—. Jetzt will ich, dass du mir den Gefallen zurückgibst.

Sie packte Sonia mit beiden Händen an den Zöpfen und zog ihr Gesicht an ihr Schamhaar. Sonia brauchte keine weiteren Anweisungen. Sie spreizte die Lippen von Veras Muschi mit den Daumen und streckte die Zunge heraus, leckte von unten nach oben, ganz langsam, die ganze Länge des Schlitzes bis zum Kitzler. Vera warf den Kopf zurück und stieß ein gutturales Stöhnen aus, das durch das Wohnzimmer hallte.

—So... so, verdammt... —keuchte Vera und zog an den Zöpfen—. Friss mich.

Sonia vergrub ihr Gesicht zwischen Veras Schenkeln. Sie saugte an ihrem Kitzler mit den Lippen, zog kleine Rucke daran und hielt ihn dann zwischen Zunge und Gaumen gefangen, während sie einen Finger in sie schob. Vera war innen heiß und glitschig, so eng, wie Sonia es sich immer vorgestellt und nie zugeben gewagt hatte. Der Finger bewegte sich leicht hinein und heraus, während Sonias Zunge unablässig am Kitzler arbeitete.

—Mehr —keuchte Vera—. Mehr Finger.

Sonia fügte noch einen hinzu. Und dann einen dritten. Drei Finger, die in Veras Muschi hinein- und herausglitten mit einem nassen, schmutzigen Geräusch, das das Wohnzimmer füllte, Sonias Mund, der sie ohne Pause verschlang, Veras Hüften, die gegen ihr Gesicht schaukelten.

—Nicht aufhören —stöhnte Vera—. Sonia, nicht aufhören, nicht aufhören, nicht...

Vera kam stehend, an Sonias Zöpfen festgehalten, als wären sie Zügel. Ihre Möse krampfte sich mit brutaler Kraft um Sonias Finger zusammen, ein warmer Strahl tränkte ihr Kinn, und ihre Beine zitterten so sehr, dass sie auf den Teppich sank, auf Sonia, lachend und keuchend zugleich.

Sie blieben einen Moment so liegen, auf dem Boden ausgestreckt, Veras Nacktheit mit den Resten von Sonias Schulmädchenkostüm verschränkt. Vera leckte Sonias Lippen ab und schmeckte sich selbst im Mund ihrer Freundin.

—Komm —flüsterte Vera—. Wir sind noch nicht fertig.

Sie half ihr hoch und führte sie an der Hand in Veras Schlafzimmer. Sie schaltete die kleine Lampe auf dem Nachttisch ein, ein warmes, gedämpftes Licht. Sonia blieb am Fußende des Bettes stehen, noch immer mit hochgeschobenem Minirock, geöffneter Bluse, weißen Strümpfen und den Absätzen an den Füßen, und die Zöpfe von Veras Händen zerzaust. Vera sah sie an, als wäre sie ein serviertes Gericht.

—Zieh den Tanga aus —sagte Vera—. Alles andere behältst du an.

Sonia zog den weißen Tanga die Beine hinab, befreite ihn von den Absätzen und ließ ihn auf den Boden fallen. Vera trat näher, drehte sie um und schob sie sanft in Richtung Bett.

—Mit dem Gesicht nach unten. Auf die Knie. Arsch hoch.

Sonia gehorchte ohne ein Wort. Sie kletterte aufs Bett, ging auf alle viere und bog den Rücken, um den Arsch hochzustrecken. Der Minirock rutschte ihr bis zur Taille hoch, die Bluse hing ihr von den Schultern, die Absätze steckten noch immer in der Bettdecke. Ihre Möse glänzte, immer noch nass von ihrem ersten Orgasmus.

Vera ging zur Schublade des Nachttisches und holte etwas heraus. Als Sonia den Kopf drehte, sah sie, wie Vera sich einen schwarzen Ledergurt mit einem dicken, langen, dunklen Silikon-Dildo anlegte. Ihr stockte der Atem.

—Wann... wann hast du das gekauft? —keuchte Sonia.

—Am Donnerstag. In der Papprolle —sagte Vera mit perversem Lächeln—. Ich dachte, die Siegerin der Wette hätte einen Pokal verdient. Und da du verloren hast, bist du eben der Pokal.

Vera kletterte hinter ihr aufs Bett. Sonia spürte, wie der Dildo an ihren Pobacken entlangstrich, dann an der Ritze ihres Hinterns hinabglitt und die Öffnung ihrer Möse fand. Vera packte ihre Hüften mit beiden Händen und stieß zu.

—Ah... ah, verdammt... —stöhnte Sonia, als der Dildo sich Zentimeter für Zentimeter in sie hineinbohrte und sie vollständig ausfüllte.

—Gefällt dir das? —fragte Vera und bewegte sich sehr langsam nach vorn—. Gefällt es dir, wenn deine Freundin dich fickt?

—Ja... ja, verdammt, ja...

Vera begann sich zu bewegen. Zuerst langsam, fast ganz heraus und dann wieder bis zum Anschlag hinein, damit Sonia sich an die Größe gewöhnte. Sonias Möse nahm alles auf, tropfte um das Silikon herum und spannte sich bei jedem Stoß zusammen.

—Schneller —keuchte Sonia—. Härter, bitte.

Vera packte sie mit einer Hand an den Zöpfen und riss sie nach hinten, sodass sie den Rücken durchbog. Mit der anderen Hand packte sie ihre Taille und fickte sie jetzt richtig. Der Dildo stieß mit brutalem Rhythmus hinein und heraus, Veras Hüften klatschten mit einem nassen Schmatzen gegen Sonias Arsch, das das Schlafzimmer erfüllte. Sonias Brüste schwangen unter ihr, die Brustwarzen rieben an der Bettdecke, der Lipgloss verschmierte auf dem ganzen Kissen.

—So... so wollte ich dich... —keuchte Vera—. Die ganze Nacht hast du mit diesem Röckchen angegeben, mit jedem geflirtet... und genau das hast du gebraucht... nicht wahr?

—Ja... ja... —stöhnte Sonia—. Ich hab das gebraucht... ich hab gebraucht, dass du mich fickst...

Vera ließ die Zöpfe los, beugte sich über ihren Rücken und steckte ihr zwei Finger in den Mund. Sonia saugte sie verzweifelt, während der Dildo sie von hinten weiter rammte. Veras andere Hand glitt zu Sonias Kitzler und begann, ihn in Kreisen zu reiben.

—Komm noch mal —befahl Vera ihr ins Ohr—. Komm mit meinem Schwanz in dir.

Sonia kam mit einem erstickten Schrei um die Finger in ihrem Mund. Ihr ganzer Körper spannte sich wie ein Bogen, die Wände ihrer Möse pressten den Dildo aus, und eine neue Welle von Saft durchnässte ihre Schenkel und die weißen Strümpfe. Vera hörte nicht auf. Sie rammte weiter, während Sonia zitterte, zog den Orgasmus hinaus, bis Sonia mit dem Gesicht im Kissen zusammenbrach.

Vera zog sich langsam heraus. Der Dildo glänzte, nass. Sie nahm ihn ab, öffnete den Gurt, ließ ihn neben das Bett fallen und legte sich neben Sonia, küsste ihren Rücken, ihre Schultern, ihren Nacken.

—Dreh dich um —flüsterte sie.

Sonia drehte sich mit Mühe um. Vera setzte sich auf sie, ritt auf ihrem Gesicht, sah von oben auf sie herab, die Beine gespreizt und die durchnässte Möse genau über ihrem Mund.

—Mach zu Ende, was du vorhin angefangen hast —sagte Vera—. Ich will noch mal kommen. Auf deiner Zunge.

Sonia packte ihren Arsch mit beiden Händen und zog sie so weit herunter, bis ihr Mund an Veras Muschi lag. Sie begann, sie zu saugen, zu lecken, sie mit jeder Spur von Können zu verschlingen, die sie an sich entdeckt hatte. Vera klammerte sich ans Kopfteil des Bettes und begann, sich gegen ihr Gesicht zu wiegen, sie zu reiten, immer schneller keuchend.

—Verdammt... verdammt, Sonia... ich komm... ich komm noch mal...

Veras zweiter Orgasmus war länger und lauter als der erste. Sie kam direkt auf Sonias Mund, tränkte ihr Gesicht, schrie mit nach hinten geworfenem Kopf. Als ihre Beine ihr schließlich nachgaben, sank sie auf die Seite und lag neben Sonia, beide an die Decke starrend, keuchend, verschwitzt, die Körper im warmen Lampenlicht glänzend.

Sie blieben auf Veras Bett eng umschlungen liegen, in der Stille ihres Hauses, mit dem fernen Echo einer Nacht, die zu etwas geworden war, das schwer zu erklären war. Die Wette war der Auslöser gewesen, aber der eigentliche Sieg war das hier: zwei Freundinnen, die sich gemeinsam an etwas herangewagt hatten, das sie allein nie gewagt hätten.

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