Die Nacht, in der ich ihnen vor dem Feuer etwas Neues zeigte
Der Nieselregen fiel langsam gegen die Fenster der Hütte und zeichnete einen sanften Takt, der mit der trockenen Hitze des Kamins zusammenprallte. Das Knistern der Holzscheite war die einzig mögliche Musik in einem Raum, der vor Elektrizität vibrierte. Camila lag noch immer auf dem Teppich, zitterte nach wie vor, die Haut von Schweiß überzogen, die Augen halb geschlossen. Mateo richtete sich neben ihr langsam auf, mit abgerissener Atmung und einem Blick, der mich suchte, als hätte ich die Antwort auf etwas, das er selbst noch nicht in Worte fassen konnte.
—Was zum Teufel war das? —brachte er zwischen keuchenden Atemzügen hervor, während er sich eine Hand über die Stirn strich.
Ich kam ohne Eile näher. Ich spürte meine eigene Feuchtigkeit, die sich sammelte, eine tiefe Welle, die die ganze Zeit schon auf ihren Einsatz gewartet hatte. Ich beugte mich über ihn und sprach ihm ins Ohr, in diesem Ton, den er nur zu gut kannte.
—Du hast gerade den P-Punkt entdeckt, mein Schatz —sagte ich—. Das männliche Gegenstück zum G-Punkt. Deine Prostata hat die Massage bekommen, die sich die meisten Männer niemals gönnen.
Mateo sah mich an, als hätte ich eine Tür aufgestoßen, die seit Jahren verschlossen gewesen war. Neben ihm begann Camila wieder in die Unterhaltung zurückzukehren, mit diesem dämlichen Lächeln, das Orgasmen hinterlassen, wenn sie einen ohne Vorwarnung erwischen. Ihre Brüste hoben und senkten sich in einem neuen, langsamen Rhythmus, die Nippel noch immer hart im orangefarbenen Licht.
—Das ist verrückt —murmelte er—. Ich will es noch mal fühlen. Jetzt.
—Erhol dich erst mal —antwortete ich.
Ich glitt zu Camila hinüber und küsste sie. Ihre Lippen waren geschwollen, trugen noch das Echo der ersten Runde. Ich biss sanft in ihre Unterlippe und sie antwortete mit einem leisen Stöhnen. Ihre Hände suchten meine Brüste unter dem offenen Hemd und pressten meine Brustwarzen mit einer Kraft, die mich für einen Moment die Augen schließen ließ.
Zwanzig Minuten später waren wir drei nackt auf dem Wollteppich vor dem Kamin. Das orange Licht bewegte sich über unsere Haut mit derselben Gleichmäßigkeit wie der Regen draußen. Mateo hatte sich vollständig erholt. Seine Erektion zeigte wieder zur Decke, hart, ungeduldig, diese Art Härte, die nur nach genau genug Erholung auftaucht. Camila umschloss ihn mit den Fingern, ohne Eile, strich über ihn, als würde sie sich jede Kontur einprägen.
—Jetzt bist du wieder dran —flüsterte ich ihm zu, während ich nach der Tube Gleitgel griff, die ich neben dem Sofa abgelegt hatte.
Das Gel war kalt. Ich tränkte meine Finger und begann, den Muskelring mit einer Ruhe zu massieren, die ich ihm längst nicht mehr beibringen musste: Er gab sich hin, ohne Zusammenzucken, die Beine etwas weiter geöffnet, den Blick fest an die Decke geheftet. Camila beobachtete ihn mit halb geöffnetem Mund. Ohne wegzusehen, glitt ihre Hand zwischen ihre eigenen Schenkel und begann, sich in langsamen Kreisen über ihre Klitoris zu bewegen. Das feuchte Geräusch ihrer Berührung verschmolz mit dem Knistern der Holzscheite.
—Mach dich bereit —sagte ich zu Mateo, und schob den Zeigefinger in ihn hinein, bis ich diese kleine Krümmung fand, die jeden wahnsinnig macht, der sie sich nicht nehmen lässt.
Kaum hatte ich Druck ausgeübt, hob sich sein Rücken vom Teppich, als hätte ihn jemand an einem Faden hochgezogen. Ein dunkles Stöhnen kam tief aus ihm heraus, eines dieser ungekünstelten Geräusche. Sein Glied schien noch mehr anzuschwellen. Die Spitze glänzte mit einem dicken Tropfen klarer Flüssigkeit, der an der Seite herunterlief.
—Helena... —murmelte er mit geschlossenen Augen, den Kopf zur Seite geneigt.
Camila hielt es nicht mehr aus. Sie kam näher und nahm Mateos Schwanz mit einer Gier in den Mund, die ich ihr bisher nicht zugetraut hätte. Ihr blondes Haar bewegte sich auf und ab, die Lippen fest um den Umfang geschlossen, die Zunge arbeitete an der Frenulum, jedes Mal wenn sie hochging. Die Kombination aus meinem Finger in ihm und ihrem Mund außen ließ ihm ein Keuchen entfahren, das nicht mehr ganz menschlich war. Seine Hüften begannen instinktiv nach mehr Tiefe zu suchen, seine Hände vergruben sich in Camilas Haar, ohne sie ganz zu führen, als hätte er Angst, sie zu zerbrechen.
—Mehr... bitte... —bat er mit abgebrochener Stimme.
Ich beschleunigte den Rhythmus der Massage, dosierte den Druck, wechselte zwischen kleinen Kreisen und festen Stößen. Camila vertiefte den Blowjob. Das Geräusch ihrer Kehle, als sie ihn aufnahm, Mateos Stöhnen, das Knistern des Feuers: eine kleine Symphonie, die auch mich an den Rand brachte, ohne dass ich überhaupt berührt worden war.
—Ich komme gleich... ich komme gleich... —warnte er, mit jener Dringlichkeit, die man schon aus Metern Entfernung erkennt.
—Noch nicht —sagte ich.
Ich zog den Finger für einen halben Moment zurück und gab Camila ein Zeichen, aufzuhören. Sie hob den Kopf mit einem feuchten Schmatzen und einem verschwörerischen Lächeln. Mateo öffnete die Augen mit dem Unglauben von jemandem, dem gerade etwas entgleitet, das schon fast in Reichweite war.
—Bitte, Helena... ich bitte dich... —keuchte er.
—Vertrau mir.
***
Ich drang wieder in ihn ein, diesmal mit einer entschlosseneren, rhythmischeren Bewegung. Camila nahm den Blowjob mit neuem Hunger wieder auf. Ich hatte über diese Technik in den Sexualitäts-Workshops gelesen, die ich vor Jahren besucht hatte: feste Kreise, wechselnder Druck, der exakte Moment, um zurückzugehen und erneut zuzustoßen. Meine Finger in Mateo, Camilas Mund auf ihm, das Feuer, das alles betrachtete.
Mateos Stöhnen wurde zu formlosen, urtümlichen Lauten, die die ganze Hütte erfüllten. Sein Rücken bog sich in einem schwierigen Winkel, und dann explodierte er. Die Entladung war lang, in Wellen, eine Erlösung, die wer weiß wie lange in ihm aufgestaut gewesen war. Camila schluckte fast alles, die Augen geschlossen und ihre eigenen fest zusammengepresst, doch ein Teil spritzte an ihren Hals und meine Wange. Ihn so überlaufen zu sehen, war es, was Camila endgültig in ihren zweiten Orgasmus trieb: Ihre Beine schlossen sich um ihre Hand, und ein erstickter Schrei blieb ihr im Hals stecken.
Als sich die drei wieder normal zu atmen begannen, sah Mateo mich mit einer Dankbarkeit an, die mich ein wenig verunsicherte. Seine grünen Augen wirkten, als wären sie gerade frisch gewaschen worden.
—So etwas habe ich noch nie gespürt —sagte er mit noch immer belegter Stimme—. Das ist etwas anderes.
—Und das hier ist erst der Anfang —antwortete ich, beugte mich hinunter und leckte mit der Zunge die Spuren von ihm aus Camilas Brust. Sie zitterte erneut, ein kleines Beben, fast wie ein Nachzittern, und legte mir die Hand in den Nacken.
***
Die Pause war kurz, gerade lang genug, damit wir wieder etwas zu geben hatten. Camila war nicht mehr dieselbe wie zu Beginn der Nacht. Sie hatte diesen Funken, der aufblitzt, wenn jemand entdeckt, dass auch er Befehle geben kann. Sie sah Mateo mit weniger Scheu an, fast schon gierig. Mateo wiederum hatte die Augen geschlossen, eine Hand auf der Brust, und atmete wie jemand, der gerade einen langen Anstieg hinter sich gebracht hat. Sein Glied, noch weich, war weiterhin eine Präsenz mitten auf dem Teppich.
Ich beobachtete die Szene von der Seite, mit dem Rücken an den Sessel gelehnt. Ich spürte, dass ich nichts dirigierte, nur darauf achtete, dass das Feuer nicht erlosch. Die Alchemie war bereits geschehen.
Es war Camila, die das Schweigen brach. Sie richtete sich auf, ging auf die Knie und näherte sich Mateo. Sie begann, seine Brust mit einer neuen Zärtlichkeit zu küssen, als würde sie sich für die frühere Gier entschuldigen. Sie strich über seine Brustmuskeln, biss ihm sanft in eine Brustwarze. Mateo seufzte und legte ihr die Hand in den Nacken.
—Ich will es noch einmal fühlen —flüsterte sie ihm gegen die Haut—. Aber diesmal ich oben. Ich bestimme.
Mateo öffnete die Augen und hielt ihren Blick ein paar Sekunden lang. Dann schenkte er ihr dieses seine halbe, schiefe Lächeln, das ich nur zu gut kenne.
—Nur zu —sagte er.
Camila setzte sich auf ihn. Sie stützte die Knie seitlich an seiner Taille ab und begann, sich langsam an dem noch erwachenden Glied zu reiben. Sie bewegte die Hüften in kleinen Kreisen, die Augen geschlossen, ganz auf ihre eigene Klitoris an ihm konzentriert. Mateo wurde schnell hart, fast sofort. Als Camila ihn bereit fühlte, hob sie die Hüften, führte ihn mit der Hand zu ihrem Eingang, hielt einen Moment lang inne und ließ sich mit einem langen Stöhnen auf ihn sinken.
Sie nahm ihn ganz auf. Sie blieb still, passte sich an, den Kopf nach hinten geworfen. Dann begann sie sich zu bewegen, zuerst mit einem langsamen Wiegen, diesen Bewegungen, die eher eine Art des Atmens sind. Ihre Hände lagen auf Mateos Brust, und sie hob und senkte sich mit den Beinen, suchte einen Winkel, fand ihn, verlor ihn, fand ihn wieder.
—So... so... —flüsterte sie—. Du bist so tief drin...
Der Rhythmus wurde von selbst schneller. Camila begann, härter zu reiten. Ihre Brüste bewegten sich mit jedem Abwärtsschwung, das feuchte Geräusch der aufeinanderprallenden Schenkel mischte sich mit dem Knistern des Feuers. Ich konnte nicht draußen bleiben. Ich robbte zu ihnen hinüber, legte ihm einen Arm um den Rücken und nahm eine Brust mit dem Mund. Sie schrie auf.
Ich ließ meine freie Hand zu ihrer Klitoris hinabgleiten und begann, den Finger in schnellen Kreisen zu bewegen. Die dreifache Stimulation —Mateo in ihr, mein Mund oben, mein Finger unten— hielt nicht lange an. Camila geriet in eine Reihe von Krämpfen, die sie am ganzen Körper zittern ließen, mit einem dumpfen Schrei, der nicht recht herauswollte. Ihre Muskeln schlossen sich um Mateo, und er stöhnte, packte ihre Hüften mit solcher Kraft, dass seine Finger weiße Abdrücke hinterließen.
Doch Camila hörte nicht auf. Gefangen in ihrer eigenen Welle, ritt sie weiter, schneller, tiefer, auf der Suche nach der nächsten. Mateo biss die Zähne zusammen, hielt stand, die Augen glasig.
—Du hältst das nicht durch —keuchte er.
—Ich werde nicht aufhören —antwortete sie mit einer Stimme, die fast nicht mehr ihre war—. Ich bleibe dort, bis du in mir kommst.
Dieser Satz war das Ende. Mateo bog den Rücken durch und gab sich mit einem tiefen Grunzen hin. Camila spürte die Pulsationen, die Wärme, die sie füllte, und das trieb sie in einen letzten Orgasmus, der sie auf seine Brust zusammenbrechen ließ. Sie blieben so, aneinandergepresst, ohne sich zu trennen, gemeinsam atmend.
Ich setzte mich auf den Teppich und sah sie an. Ich sah sie mit einer neuen Zärtlichkeit an, ohne jede Eile. Ich dachte, dass dies nicht nur ein weiteres Zusammentreffen gewesen war, sondern ein Scharnier: die Nacht davor und die Nacht danach.
Camila, ganz sie selbst, hatte noch einen letzten Einfall. Sie löste sich langsam, glitt den Körper von Mateo hinunter und nahm, ohne zu zögern, seinen Schwanz noch einmal in den Mund. Sie weckte ihn nicht. Sie reinigte ihn, bedankte sich bei ihm, mischte seinen Geschmack mit ihrem eigenen. Mateo stöhnte vor Überreizung und strich ihr über den Kopf, ohne sie zu bitten aufzuhören.
Als sie fertig war, kuschelte sie sich an ihn. Ich gesellte mich auf der anderen Seite dazu, und wir wurden zu einem dieser Knoten, die keiner Erklärung bedürfen. Der Kamin brannte weiter, aber die stärkste Hitze lag bereits zwischen uns.
—Das hat etwas verändert —murmelte Camila gegen Mateos Brust.
—Ja —antwortete er mit heiserer Stimme—. Es hat alles verändert.
Ich sagte nichts. Ich blieb einfach da und hörte dem Regen auf dem Dach und dem langsamen Knistern der Holzscheite zu. Ich wusste, dass das, was wir in dieser Nacht aufgebrochen hatten, keinen Weg zurück hatte, und dass die nächsten Stunden beginnen würden, die Fragen zu beantworten, die keiner von uns dreien sich bisher getraut hatte laut zu stellen. Draußen wusch der Nieselregen weiter alles rein. Drinnen brannten wir immer noch.
