Was die Rezeptionistin in Zimmer 412 hörte
Beatriz hörte sie, bevor sie sie sah. Zweiundzwanzig Jahre im Nachtdienst hatten sie gelehrt, jeden Schritt auf dem Marmor der Lobby zu erkennen: den hastigen Geschäftsmann, den verlorenen Touristen, den Mann, der taumelnd von einem Geschäftsessen zurückkam. Dieser Absatz war anders. Fest, mit Abstand, als gehöre ihm der Flur. Klack. Klack. Klack.
Die Frau, die unter den kalten Lichtern der Eingangshalle erschien, ging nicht: Sie schritt voran, als gehörte ihr das Hotel. Ein schwarzes Kleid, bis zum Unmöglichen eng anliegend, glänzend rote High Heels und eine Ledertasche, die bei jeder Bewegung knarzte. Sie kaute Kaugummi mit jener arroganten Langsamkeit, die sich gewisse Frauen zu einer bestimmten Uhrzeit erlauben.
—Guten Abend, wie kann ich Ihnen helfen? —fragte Beatriz in ihrem gewohnt professionellen Ton und straffte ihre schwarze Krawatte über dem weißen Hemd.
—Du kannst mir sehr helfen, Süße —antwortete die andere. Raue, spielerische Stimme—. Ich bin hier, um Herrn Damián zu sehen.
Beatriz überprüfte den Bildschirm. Damián Iturralde, Suite 412. Die Notiz des Gastes war eindeutig: «Der Zutritt einer Begleiterin ist gestattet».
—Und Sie sind...? —Sie ließ den Satz in der Luft hängen und wartete auf einen Nachnamen.
—Die Nutte, die er bestellt hat —unterbrach die Frau sie, ohne mit der Wimper zu zucken.
Die Stille wurde schwer. Beatriz blinzelte zweimal und spürte, wie ihr die Hitze bis in die Ohren stieg.
—Wie bitte? —brachte sie hervor.
—Ich bin die Nutte, die er bestellt hat. Die teure Hure, die man ruft, wenn man will, dass dir jemand ordentlich den Schwanz lutscht, nicht wenn man hören will, dass man dich liebt. Oder sehe ich etwa nicht danach aus?
—Ich... ich fragte nach Ihrem Namen, für die Anmeldung —stammelte Beatriz, den Blick auf den Monitor geheftet.
—Entschuldige, Süße. Camila —sagte sie und schloss die Lippen, um eine Kaugummiblase platzen zu lassen. Das Plopp hallte in der leeren Eingangshalle wie ein Startschuss wider—. Und du?
—Beatriz.
—Schöner Name. Noch schöner ist die, die ihn trägt —Camila beugte sich über den Tresen. Das fast unmerkliche Knarren des sich spannenden Kleides entging Beatriz nicht. Der Ausschnitt öffnete sich gerade weit genug, um den Ansatz zweier großer Titten zu zeigen, ohne BH, gegen den Stoff gepresst—. Begleitest du mich? Ich verlaufe mich in diesen Fluren.
Beatriz nickte, ohne zu antworten. Auf dem Flur zum Aufzug klangen ihre Schritte ungleichmäßig: flache Schuhe gegen rote High Heels, die einen Takt markierten, den keine von beiden gewählt hatte.
***
Der Aufzug war eng. Zu eng. Beatriz richtete den Blick auf die digitalen Zahlen, die sich mit einem rhythmischen Piepen veränderten, während sie Camilas ruhigen Atem wenige Zentimeter von ihrem Nacken entfernt spürte.
—Bist du schon lange hier? —fragte Camila mit jener Stimme, die nun, ohne den Lärm der Lobby, beinahe wie ein Schnurren an den Stahlwänden klang.
—Sechs Jahre in diesem Hotel. Zweiundzwanzig in der Hotellerie.
—Zweiundzwanzig Jahre... —Camila pfiff leise, ein feiner Laut, der zwischen ihren Zähnen hervordrang—. Das sind eine Menge Leute, die du bedient hast. Hast du es nie satt, immer das brave Mädchen zu sein? Hattest du nie Lust, dass jemand deinen Kopf gegen das Kissen drückt und ihn dir bis zum Anschlag reinrammt?
Beatriz antwortete nicht. Camila machte noch einen Schritt. Jetzt klang der Kaugummi direkt hinter ihrem Ohr: ein langsames Kauen, beinahe obszön in dieser Metallkabine.
—Zweiundzwanzig Jahre, in denen du die Regeln befolgst —flüsterte Camila. Ihr heißer Atem ließ die Haut an Beatriz’ Hals prickeln, und Beatriz entfuhr unwillkürlich ein abgehackter Seufzer—. Heute Nacht will ich, dass du nur meiner Stimme folgst. Und vielleicht danach meiner Zunge zwischen deinen Beinen, wenn du dich gut benimmst.
Der Aufzug hielt im vierten Stock. Die Türen öffneten sich mit einem metallischen Klacken. Camila trat zuerst hinaus, ohne zu warten, und die roten High Heels nahmen ihren arroganten Rhythmus auf dem Teppich des Flurs wieder auf.
—Ach, bevor du mich fragst —sagte sie, ohne sich umzudrehen—. Ich bediene auch Frauen. Ich kann Muschis besser lecken als die meisten Männer, die sich für Experten halten. Falls du mal etwas anderes als Hotelformulare ausprobieren möchtest.
Beatriz antwortete nicht. Ihr Kiefer war angespannt, und zwischen ihren Beinen lastete eine unangenehme Hitze, von der sie sich seit zwanzig Jahren einredete, dass es sie nicht gab.
***
Die Tür von Zimmer 412 öffnete sich, bevor Beatriz mit dem Klopfen fertig war. Damián erschien im schwarzen Seidenbademantel, das ergraute Haar nach hinten gekämmt, seine dunklen Augen glitten mit der Ruhe eines Jägers von oben bis unten über Camila.
—Du hast lange gebraucht —sagte er. Tiefe, herrische Stimme.
—Was gut ist, braucht eben seine Zeit, Schätzchen —antwortete Camila und trat ein, als gehörte ihr die Suite.
Beatriz machte Anstalten, sich zurückzuziehen.
—Warten Sie —hielt Damián sie auf—. Bringen Sie uns bitte eine Flasche Champagner.
—Natürlich, mein Herr.
Die Tür schloss sich hinter ihr mit einem trockenen Klicken. Beatriz blieb eine Sekunde zu lange im Flur stehen und hörte, wie sich die Stimmen auf der anderen Seite in Lachen verwandelten, das Lachen in Flüstern und das Flüstern in Stille.
***
Im Servicebereich war die Luft anders: Küchendampf, das Klirren von Besteck, das ständige Summen der Spülmaschine. Beatriz fand Mauricio, der ein Tablett ablud.
—Kannst du einen Champagner nach 412 bringen?
—Unmöglich, Beatriz. Ich muss die Bestellung von 308 sofort hochbringen. —Das Metall der Haube über dem Teller erzeugte ein trockenes Klack, als er sie wieder auf das Tablett setzte.
—Schon gut. Ich bringe ihn —murmelte sie und nahm den silbernen Sektkübel. Das Eis stieß gegen die Flasche, ein kristallhelles Klirren, das sie bis zum Aufzug begleitete.
Etwas in ihrer Brust schlug falsch. Ein Takt, der nicht ihrer war.
***
Als sie den vierten Stock erreichte, wusste sie, dass sich etwas verändert hatte. Die Stille des Flurs war nicht dieselbe wie zuvor. Es war eine geladene Stille, durchzogen von Geräuschen, die durch das Holz von Zimmer 412 drangen.
Beatriz hob die Hand, um an die Tür zu klopfen. Dann ließ sie sie sinken.
Von der anderen Seite waren rhythmische, feuchte Schmatzlaute zu hören und das tiefe Knurren eines Mannes. Eine Frauenstimme antwortete mit einem langen Seufzer, der in einem rauen Kichern endete.
—Zieh das sofort aus —hörte sie Damián herrisch sagen—. Ich will deine Titten sehen.
—Der Papi ist aber ungeduldig —antwortete Camila, und gleich darauf ertönte das unverkennbare Geräusch eines Reißverschlusses, das Fush eines Stoffes, der über einen Körper glitt, und der weiche Aufprall des Kleides auf dem Boden.
—Mmm... sieh dir diese Nippel an —knurrte er—. Komm, geh auf die Knie. Hol meinen Schwanz raus.
Beatriz blieb reglos stehen. Der Sektkübel war schwerer, als er sein durfte. Eine unangenehme Hitze stieg aus ihrem Magen empor, und statt zu klopfen, trat sie einen Schritt zurück. Noch einen. Sie lehnte den Rücken gegen die gegenüberliegende Wand des Flurs.
Sie würde warten. Nur ein paar Sekunden. Bis der Moment vorbei war.
Aber der Moment ging nicht vorbei. Er wurde intensiver.
—Mmm... mal sehen, was du so hast —hörte sie Camila mit einer Klarheit sagen, die sie überraschte. Die Wand war gar nicht so dünn; es war das Holz der Tür, das alles durchließ, als hätte die Suite auf der Innenseite ein Mikrofon angebracht—. Ach, Schätzchen, sieh dir den Riesenschwanz an, den du da hast... hart und dick, genau wie ich ihn mag.
—Lutsch ihn. Ganz. Ich will, dass du keinen Zentimeter ohne Zunge lässt.
Dann kam ein Geräusch, das Beatriz noch nie mit solcher Deutlichkeit gehört hatte: das rhythmische, tiefe, schleimige Gleiten von Camilas arbeitendem Rachen. Ein anhaltendes Gluck, gluck, gluck, vermischt mit Damiáns gutturalem Knurren. Feuchte Schmatzer waren zu hören, ein langes Slurp jedes Mal, wenn sie den Schwanz losließ, um Luft zu holen und ihn wieder zu verschlucken, das Splat von Speichel, der überlief und auf die Eier tropfte.
—Aaaaah... ja, kleine Schlampe... ja —brüllte er. Seine Stimme drang wie ein tierisches Echo aus seiner Brust—. Nimm ihn ganz rein, los... tiefer... mit beiden Händen an den Eiern, so. Uff, bist du eine gute Schwanzlutscherin, verdammte Scheiße...
—Mmmff... mmmff... —antwortete sie mit vollem Mund, würgte leicht und stieß gleich darauf einen Keucher aus, als sie ihn herauszog, um ihm mit der Zungenspitze die Eichel zu lecken und mit einem feuchten Tsk, tsk um die Spitze zu kreisen—. Ganz dein, Papi. Zieh ruhig an meinen Haaren. Fick mein Gesicht.
—Das wollte ich hören.
Und sofort änderte sich der Rhythmus: Es war nicht mehr ihr Gluck, gluck, gluck beim selbstständigen Blasen, sondern ein trockenes, obszönes Plaf, plaf, plaf, während Damiáns Becken gegen Camilas Gesicht prallte. Sie verschluckte sich, hustete, spuckte Speichel aus und machte weiter. Sie machte immer weiter.
Beatriz schloss die Augen. Der Kübel vibrierte in ihren Händen. Ihre Finger, die Tausende Belege unterschrieben, Tausende Ausweise durchgesehen und Tausende Magnetkarten ausgehändigt hatten, zitterten nun mit einer neuen, unkontrollierbaren Erregung.
***
Sie hätte gehen sollen. Sie hätte den Kübel auf einen Beistelltisch stellen und mit irgendeiner Ausrede in die Lobby hinuntergehen sollen. Stattdessen ging sie zwei lautlose Schritte auf die Tür zu und presste ihr Ohr gegen das Holz.
Der Rhythmus der Geräusche hatte sich verändert. Damián hatte seinen Schwanz aus Camilas Mund gezogen —man hörte ihren völlig erschöpften Atem und den Speichelfaden, der mit einem flüssigen Geräusch riss— und nun hatte er sie auf dem Bett. Das metallische Knarren der Federn war zu hören, das trockene Aufeinanderprallen von Körpern, Camilas Stimme, die zu einer zerbrochenen Sinfonie geworden war.
—Mach die Beine schön breit, ich will zuerst deine Muschi fressen.
—Aaay, Papiiii... —keuchte sie, und sofort veränderte sich das Geräusch: Man hörte ein langes Saugen, ein hungriges Mmmff von Damián, der sein Gesicht zwischen Camilas Schenkeln vergrub, ein obszönes, anhaltendes Slurp.
—Wie dir das runterläuft, du Hure... du bist ja ganz nass.
—Leck mich, leck meine Klitoris, ja, ja, oh Gott... fick mich, ich halte es nicht mehr aus, fick mich.
—Noch nicht. Ich bringe dich zuerst mit der Zunge zum Kommen.
Beatriz hörte mit einer Klarheit, die ihr Gesicht zum Brennen brachte, das beharrliche Plätschern seiner Zunge, die dort unten arbeitete, das ständige Schlick, schlick, vermischt mit Camilas hohen Stöhnen. Und dann das Zittern: Ihre Schenkel, die sich um seinen Kopf schlossen, der erstickte Schrei, die erschütterten «Ay, ay, ay», das in einem Atemzug hervorgestoßene «Ich komme, ich komme, ich komme, Papi».
—Aaaaaaahhhh...
Kurze Stille. Atemzüge. Und sofort wieder das Knarren der Matratze, Damiáns Stimme: «Jetzt dreh dich um, auf alle viere».
—Aaah... Papi... langsamer... —und gleich darauf das Gegenteil—: Los, hör nicht auf, hör nicht auf, hör nicht auf.
Beatriz spürte, dass ihre Uniform ihr zu eng wurde. Der Hemdkragen drückte. Der Bleistiftrock lag schwer auf ihren Schenkeln. Sie stellte den Kübel auf den Beistelltisch im Flur —das Klirren des Eises erschien ihr lächerlich klein im Vergleich zu dem Sturm, den sie hörte— und führte die Hände zu ihrer Krawatte.
Sie lockerte den Knoten. Nur den Knoten, sagte sie sich. Nur das.
Doch dann kam der erste Knopf. Danach der zweite. Die schwarze Seide der Krawatte fiel mit einem Flüstern auf den Teppich, das sie wie ein Brüllen empfand.
—Plaf, plaf, plaf! —dröhnte es von der anderen Seite.
Das Knarren des Bettes war ununterbrochen. Damián knurrte in jener tierischen Kadenz, die keine Worte mehr zuließ. Camila lachte und schrie zugleich, wechselte zwischen zärtlichen Beleidigungen und zusammenhanglosen Bitten.
—Reiß mir die Muschi auf, Papi, reiß sie mir auf! —kreischte sie—. Uff, ist der groß, den du hast, so groß...
—Halt den Mund und halt es aus, kleine Schlampe. Alles für mich. Diese ganze Muschi gehört mir.
Beatriz bedeckte ihren Mund mit dem Handrücken. Sie wusste nicht, ob, um nicht zu stöhnen, oder um nicht zu schreien. Ihre andere Hand glitt, ohne dass sie sich endgültig dazu entschlossen hatte, unter das geöffnete Hemd und legte sich auf die Spitze ihres BHs.
Sie drückte. Erst sanft. Danach nicht mehr ganz so sanft. Sie fand die Brustwarze durch den Stoff und zwickte sie zwischen zwei Fingern, bis ihr ein zittriges Ausatmen entwich. In zweiundzwanzig Jahren hatte sie während ihrer Schicht nie die Hände dort gehabt. Nie.
***
—Aaaaaooohh! —Camilas Schrei durchdrang die Tür wie ein Peitschenhieb.
Beatriz biss sich so fest auf die Lippe, dass sie den metallischen Geschmack von Blut spürte. Der Bleistiftrock war noch immer heruntergezogen, professionell, makellos, aber in ihrem Inneren war ihr Körper ein anderer. Ihre Beine zitterten. Ihre Stirn lag an dem kalten Holz, und ihr abgehackter Atem vermischte sich mit den Keuchern drinnen.
Eine Stimme in ihrem Kopf sagte: Schluss, Schluss, gleich kommt jemand aus dem Aufzug, Schluss.
Eine andere antwortete: Um diese Uhrzeit kommt niemand aus dem Aufzug.
Sie hörte auf die zweite.
Mit einer ruckartigen Bewegung —so ruckartig, dass sie selbst überrascht war— schob sie den Rock bis zur Taille hoch. Der Synthetikstoff strich mit einem schnellen Fush-fush über ihre Schenkel, das sich in ihre Haut einbrannte. Ihre Finger suchten über dem Höschen, rieben langsam, beinahe beschämt, bis der Rhythmus von drinnen sie mitriss. Sie war bereits völlig durchnässt. Der Baumwollstoff klebte an ihrer Muschi, zeichnete die Schamlippen ab und gab unter dem Druck ihres Mittelfingers nach, der nach der Klitoris suchte.
—Plaf, plaf, plaf! —es hörte nicht auf.
—Nimm ihn, Hure! —brüllte Damián.
—Ja, du Hurensohn, ja! —antwortete Camila, mit einem vom Rausch zerbrochenen Lachen—. Härter! Reiß mich auf! Gib mir alles!
Beatriz schob ihr Höschen zur Seite. Der erste direkte Kontakt entlockte ihr einen so langen Seufzer, dass sie Angst bekam, man könnte sie hören. Sie tropfte. Ihre Finger waren sofort nass, als sie die Schamlippen berührte; die heiße Feuchtigkeit lief bis zu ihrem Damm. Sie führte einen Finger ein. Dann zwei. Ihre eigene Muschi empfing sie mit einem Zusammenziehen, das sie gegen die Tür keuchen ließ. Sie begann sich mit einer Dringlichkeit zu bewegen, von der sie nicht gewusst hatte, dass sie sie in sich trug: zwei Finger glitten hinein und heraus, während der Daumen nach ihrer angeschwollenen Klitoris suchte. Ihre Finger schmatzten in ihrer eigenen Nässe, ein intimes Schlick-schlick, das sich ohne ihr Zutun mit den Stößen auf der anderen Seite synchronisierte.
—Aaaaaaah... —entfuhr es ihr.
Sie bedeckte ihren Mund wieder. Diesmal mit beiden Händen, beinahe unfähig, den gesamten Atem nicht gegen ihre Handflächen zu stoßen. Doch sofort musste eine Hand wieder nach unten. Sie konnte nicht aufhören. Die Finger drangen jedes Mal mit einem feuchten Plipp ein, und sie hörte ihre eigene Muschi im selben Takt schmatzen wie Camilas Muschi auf der anderen Seite.
***
Drinnen wechselte der Rhythmus. Eine kurze Stille, ein rauer männlicher Befehl —«Komm jetzt her, ich will deinen Arsch probieren»—, ein anderes Knarren der Matratze. Und sofort ein neues Geräusch: das Öffnen eines Plastikbehälters, ein trockenes Plopp, gefolgt von einem klebrigen Schlick, den Beatriz nicht sehen musste, um ihn zu verstehen.
—Das kostet extra, Schätzchen —hörte sie Camila mit einem rauen Lachen sagen.
—Ich bezahle es. Egal was. Ich will deinen Arsch ficken, bis ich dich zerreiße.
—Steck ihn zuerst langsam rein, Papi. Er ist eng.
—Entspann dich. Atme. Entspann dich, jetzt geht er rein... da... uff, wie du mich zusammenpresst, du Hure...
—Aaaay... aaay... langsam... oh Gott... mehr... los, noch ein bisschen... aaah, ganz... jetzt ist er ganz drin...
Was danach kam, war eine Folge neuer Stöhne. Höher. Brüchiger. Camila hatte den herrischen Ton gesenkt und den der Hingabe angehoben, und diese Veränderung stellte mit Beatriz Dinge an, auf die sie zweiundzwanzig Jahre Professionalität nicht vorbereitet hatten.
Sie presste die Stirn gegen die Tür und ließ ihre Finger ihre Arbeit tun. Drinnen wurde der Rhythmus unerbittlich: ein viel härteres Plaf, plaf, plaf, begleitet von trockenen Klatschen, mit denen Damián Camilas nackte Haut schlug. Das Geräusch der offenen Hand auf ihrer Pobacke —Platsch!— wiederholte sich alle drei oder vier Stöße.
—Aaajja, aaajja, aaajja! —schrie Camila mit entstellter Stimme—. Fick mein Ärschchen, Papi, fick es ganz, los!
—Das ist es, was du bist, nicht wahr? Eine dickarschige Hure, damit man ihn dir hinten reinsteckt. Sag es.
—Ich bin deine Hure, ich bin deine Hure, ich bin deine kleine Arschhure! Aaaaah!
—Steck dir einen Finger in die Muschi, während ich deinen Arsch ficke. Ich will es spüren.
—Ja... ja... aaaah, Gott, so, mit dem Finger drin ist es etwas ganz anderes, Papi... ich werde sterben, ich werde so sterben...
Beatriz spürte, wie sich ihr ganzer Körper anspannte, von den Fersen bis zum Nacken. Ein süßer Krampf durchlief ihren Unterleib und setzte sich zwischen ihren Beinen fest. Sie schloss die Augen. Presste die Lippen zusammen. Ihre Finger bewegten sich weiter: zwei drinnen, der Daumen oben, die Klitoris pochte gegen die Fingerspitze wie ein zweites Herz. Sie spürte den Speichel ihrer eigenen Muschi an der Innenseite ihrer Schenkel hinablaufen und das Gummiband ihrer Strümpfe benetzen.
—Aaaah, ich komme! —dröhnte Damián drinnen.
—Auf die Titten, Papi! Spritz auf meine Titten, ich will sehen, wie du sie bespritzt!
Man hörte das obszöne Schlop, als der Schwanz aus ihrem Arsch glitt, Damiáns verzweifeltes Rennen über die Matratze und sofort darauf ein langes, gebrochenes, tierisches Knurren, während er abspritzte. Camila lachte und stöhnte zugleich, und Beatriz konnte sich vorstellen, ohne es zu sehen, wie die dicken Strahlen auf ihren Brustwarzen, ihrem Hals und in ihrem geöffneten Mund landeten.
—Aaaah, Papi... was für eine Menge... uff... es ist heiß... mmm, lass mich dir die Spitze lutschen, damit ich den letzten Rest herausbekomme...
—Da... da... ja... aaaah...
Auch Beatriz hielt es nicht aus. Ein langer, stummer Krampf durchzuckte ihren Körper, und sie blieb an die Tür gepresst, keuchte gegen das Holz, die Augen verdreht, während ihr Puls in den Ohren wie eine Trommel schlug. Ihre Muschi pochte um ihre eigenen Finger und presste sie in Wellen zusammen, und sie spürte, wie ein warmer Schwall austrat, ihre ganze Handfläche benetzte und über ihr Handgelenk lief.
Auf der anderen Seite verstummten fast gleichzeitig die Schreie der beiden in einer Reihe kurzer Keucher. Danach Stille. Nur das Summen der Klimaanlage und der Schlag ihres eigenen Herzens.
***
Beatriz richtete sich langsam auf. Es dauerte eine Weile, bis sie die Kontrolle über ihre Hände wiedergewann. Sie wischte ihre Finger mit einem Papiertaschentuch aus der Tasche ab —der Stoff war so durchnässt, dass er durchscheinend wurde— und knüllte es zu einer Kugel, die sie in derselben Tasche verstaute. Sie zog den Rock herunter, richtete ihr durchnässtes Höschen über der noch immer pochenden Muschi, knöpfte das Hemd Knopf für Knopf zu und band sich vor dem Spiegel im Flur die Krawatte, mit einer Präzision, die auf nichts Inneres mehr reagierte: Es war reines Muskelgedächtnis.
Sie hob den silbernen Kübel auf. Das Eis war fast geschmolzen. Die Flasche war lauwarm.
Sie klopfte zweimal an die Tür. Klopf, klopf.
Damián erschien, noch immer in den Bademantel gehüllt, das Haar zerzaust, umgeben vom Geruch nach Parfüm, Sperma und Schweiß.
—Na, du hast aber lange gebraucht —sagte er in entspanntem, beinahe amüsiertem Ton.
—Entschuldigen Sie, mein Herr. In der Küche gab es Verzögerungen.
—Macht nichts. Danke, meine Liebe.
Er nahm den Kübel. Die Tür schloss sich mit demselben trockenen Klicken wie zuvor. Beatriz atmete zum ersten Mal seit einer gefühlten Stunde wieder ein.
***
Zwanzig Minuten später erklang der vertraute Absatz wieder im Flur der Lobby. Klack, klack, klack. Camila ging auf den Ausgang zu, die Lippen frisch geschminkt, das schwarze Haar hochgesteckt und mit der katzenhaften Haltung einer Frau, die gerade etwas gewonnen hatte.
Sie blieb vor dem Tresen stehen. Legte zwei Finger auf den Marmor und schob Beatriz eine kleine weiße Karte zu.
—Falls du mich eines Tages anrufen willst —sagte sie mit schiefem Lächeln—. Meine persönliche Karte. Ich bediene Frauen, erinnerst du dich? Und du könntest jemanden gebrauchen, der dir die Muschi leckt, bis du schreist. Man sieht es dir im Gesicht an.
Beatriz nickte. Die Karte war schlicht, mit einem Namen und einer Nummer.
—Und hier —Camila zog zwei Geldscheine aus ihrer Tasche und schob sie über den Tresen—. Für die Aufmerksamkeit.
—Das ist nicht nötig...
—Doch, Püppchen. Du warst ein ausgezeichnetes Publikum. Ich habe dich gehört, weißt du? Die kleinen Finger an der Tür. Dein Keuchen, als du gekommen bist. Beinahe hätte ich Damián gebeten, dich hereinzulassen.
Beatriz hob abrupt den Blick. Camila sah sie mit einem verschwörerischen Lächeln an, wie jemand, der genau wusste, was auf der anderen Seite der Tür geschehen war. Sie warf ihr einen Kuss durch die Luft zu —ein lautes, spielerisches Muack— und verließ das Hotel durch die Drehtür.
Beatriz blieb allein mit der Stille der Lobby zurück, die Karte in der einen Hand und die Geldscheine in der anderen. Zweiundzwanzig Jahre makelloser Berufslaufbahn, gebügelte Uniform, professionelles Lächeln. Und eine ganze Nacht, die sie von einem Flur aus mit angehört hatte, mit den Fingern in sich und dem Mund bedeckt. Morgen, wenn sie sich vor den Spiegel im Badezimmer setzte, würde sie nicht recht wissen, welches Gesicht sie dieser Frau im Spiegel geben sollte.
Aber die Karte warf sie nicht weg.