Die Fotografin, die mich ohne Filter sah
Marina hatte gelernt, sich mit Kalkül in einer Welt zu bewegen, die Ausrutscher nicht verzieh. Sie studierte Industriedesign, ein Studium, das ihr Zeit und Geld gleichermaßen verschlang. Die langen Nächte über den Entwürfen brachten nicht immer gute Noten zurück, aber sie ließen ihr etwas Wertvolleres: die Gewissheit, dass sie eines Tages etwas Eigenes erschaffen würde.
Der Job als Model für Erwachseneninhalte war fast zufällig entstanden, eine Mischung aus Neugier und Rechnungen, die bezahlt werden mussten. Anfangs machte ihr der Gedanke Unbehagen, doch bald entdeckte sie etwas fast Berauschendes daran, selbst zu entscheiden, wie andere sie sahen.
Jedes Bild, das sie hochlud, war bis ins Detail durchdacht. Mit der Zeit hatte sie ihren eigenen Stil entwickelt: erotisch, ja, aber mit einer Eleganz, die nicht jede nachahmen konnte. Hinter jedem Lächeln trug sie jedoch einen Schatten mit sich herum: Was würde passieren, wenn ihre Kommilitonen oder ihre Dozenten diese andere Seite ihres Lebens entdeckten? Trotzdem reichte das Geld für Miete und Materialien. Das war, was zählte.
Renata hingegen lebte in einem anderen Universum. Sie war Fotografin, aber nicht irgendeine. Ihr Herz gehörte der analogen Fotografie, einer Kunst, die ihrer Meinung nach von der Unmittelbarkeit des Digitalen gnadenlos verdrängt worden war.
Zum Film war sie aus Notwendigkeit gekommen. In ihren knappsten Jahren waren Digitalkameras unerschwinglicher Luxus gewesen, also lernte sie mit billigem Film, entwickelte in einer improvisierten Dunkelkammer und entdeckte etwas, das Geld nicht kaufen kann: Geduld und die Lust, etwas Einmaliges zu erschaffen.
In ihrer kleinen Werkstatt, voll mit alten Kameras und einem heimischen Labor, schuf sie Bilder, die wirkten, als seien sie einem Traum entrissen. Doch Kunst bezahlte keine Rechnungen, also schlug sie sich mit Magazinen, Werbekampagnen und zuletzt mit privaten Sessions für Content-Creatorinnen durch.
Renata hatte keine Vorurteile gegenüber dieser kommerziellen Arbeit, aber sehr wohl eine kalkulierte Verachtung für das, was sie „leere Fotos“ nannte. Ihre wahre Leidenschaft lag im unperfekten Korn eines mit eigenen Händen entwickelten Bildes.
Seit Wochen hing sie in kalten Werbesessions fest und hielt Bilder fest, die sich künstlich anfühlten. Sie hatte schon begonnen zu fürchten, ihre Kunst könne ihren Sinn verlieren, bis an diesem Morgen eine Nachricht ihr Telefon aufleuchten ließ. Sie kam von Marina.
Der Vorschlag war klar: eine intime, elegante Session mit jemandem, der sie nicht so unwohl fühlen ließ wie männliche Fotografen. Renata sagte zu, neugierig auf die Idee ebenso wie auf das Mädchen, das ihr geschrieben hatte.
***
Am Nachmittag der Session kam Marina mit einem leicht fremden Gefühl im Studio an. Der Ort war kontrolliertes Chaos: Lichter, Kameras und eine Ecke für Entwickler und dunkle Flüssigkeiten, die metallisch rochen. Renata, mit ihrem Punk-Auftreten und ihrer lässigen Haltung, wirkte wie einer Kultfilmfigur entsprungen. Marina fühlte sich unweigerlich eingeschüchtert, doch die weiche, ruhige Stimme der Fotografin löste fast all ihre Nervosität auf.
—Entspann dich —sagte sie und reichte ihr eine Tasse schwarzen Kaffee, während sie den Sucher einer alten Kamera einstellte—. Hier bestimmst du die Regeln.
Es waren einfache Worte, aber sie wirkten sofort. Zum ersten Mal seit Langem hatte Marina das Gefühl, dass man sie nicht maß, nicht beurteilte, nicht mit einem Preis versah.
In den Händen hielt sie das Teil, das sie ausgewählt hatte: ein Set aus himmelblauer Spitze mit einem dezenten Animal-Print, gewagt, ohne vulgär zu werden. Der BH betonte ihre Brüste, und der Tanga war kaum mehr als ein Stoffstrich über ihren Hüften. Dazu trug sie seidene Strümpfe im selben Ton, gehalten von feinen goldenen Strapsen, die im warmen Licht des Raums schimmerten.
Der Raum, den Renata vorbereitet hatte, besaß eine besondere Aura, eine unerwartete Wärme fern der kalten Umkleiden, an die Marina gewöhnt war. Ein Vorhang trennte den Vorbereitungsbereich vom Rest des Studios, und im Hintergrund lief eine langsame Jazzmelodie, gewählt, um sie zu beruhigen und nicht, um eine Produktion zu hetzen.
Während sie vor dem Spiegel die Träger richtete, erinnerte sie sich an andere Fotografen. Wie an den, der ein Vermögen verlangte, um ihr seelenlose Bilder zu liefern. Oder schlimmer noch: an den, der anbot, kostenlos zu arbeiten und unverhohlen andeutete, er erwarte etwas im Gegenzug, dafür dass er es ihr in den Mund schob. Renata war anders: klar und professionell, aber ohne diese frostige Distanz, die sie bei den anderen spürte.
—Wie läuft’s? —fragte Renata von hinter dem Vorhang, ihre tiefe Stimme hob sich kaum über die Musik. Sie kam nicht herein, steckte nicht den Kopf hinein, sie wartete einfach.
—Ich glaube, ich bin bereit —antwortete Marina und zupfte ein letztes Mal an ihren Strümpfen. Sie holte tief Luft, bevor sie den Stoff beiseiteschob und in den Hauptbereich trat.
Renata hob den Blick von ihrer Kamera und blieb einen Moment lang still. Ihre Augen wanderten über Marina, aber nicht mit der Verurteilung, die sie befürchtet hatte, sondern mit einer Bewunderung, die sie nicht zu verbergen versuchte. Einen Moment länger als nötig blieben sie am Wölbung ihrer von Spitze zusammengedrückten Brüste hängen, an der von dem Tanga kaum bedeckten Linie ihres Schamhügels.
—Perfekt —sagte sie schließlich, ruhig, aber mit hörbarer Absicht—. Bleib genau da, ich stelle das Licht für dich ein.
Marina spürte, wie ihr die Hitze ins Gesicht stieg, und etwas noch Wärmeres zwischen ihren Beinen Platz nahm. Renata bewegte sich mit sicherer Hand, rückte Lampen und Reflektoren zurecht, ohne das Ziel aus den Augen zu lassen. Zum ersten Mal fühlte sie sich nicht wie ein Produkt in einem Schaufenster.
***
Sie machte es sich auf dem Sofa gemäß den Anweisungen bequem, die Beine elegant angezogen, sodass sich die blauen Strümpfe über ihrer Haut spannten. Der Oberkörper zur Seite gedreht betonte die Kurve ihrer Taille. Renata bewegte sich lautlos um sie herum, die Kamera bereit, die Augen auf jedes Detail gerichtet, als würde sie etwas jenseits des Sichtbaren studieren.
—Kopf nach links neigen… so, perfekt. —Die Stimme war tief, umhüllend, fast ein Flüstern, nur für sie gedacht.
Das erste Klicken durchbrach die Stille. Marina war es gewohnt zu posieren, und doch fühlte sich diesmal alles anders an. Nicht die Linse beunruhigte sie, sondern die Intensität dieses Blicks, der offenbar weit mehr als nur ihr Bild festhielt.
Renata kniete sich vor das Sofa, um den Winkel anzupassen. Marina rutschte nach vorn und ließ einen BH-Träger über ihre Schulter gleiten. Die Spannung war greifbar. Jede Änderung ihrer Haltung enthüllte einen anderen Ton zwischen Verletzlichkeit und Stärke.
—Leg dich ein bisschen zurück —bat Renata, sanft, aber bestimmt—, als würdest du dich ausruhen, ohne an die Pose zu denken.
Marina ließ sich nach hinten sinken, ein Bein angewinkelt auf dem Sofa, das andere ausgestreckt, die Strapse glänzten im Licht. Ihr Haar fiel in Wellen über die Kissen. Sie schloss für einen Moment die Augen und ließ ihren Atem sich mit dem rhythmischen Geräusch der Kamera angleichen.
—Du bist so… —Renata brach mitten im Satz ab, ihre Stimme kaum mehr als ein Murmeln.
Marina öffnete die Augen und sah sie direkt an.
—So was?
Die Fotografin lächelte, dieses Lächeln, das keine Worte braucht. Sie wechselte das Objektiv und trat näher heran, beugte sich vor, um die kleinen Details einzufangen: die Wölbung ihrer Lippen, den Schatten ihrer Wimpern, das leichte Erröten an ihrem Hals.
—Echt —antwortete sie schließlich.
Marina spürte einen Knoten im Bauch, aber es war kein Unbehagen. In der Art, wie Renata sie ansah, lag etwas, das zuvor niemand geschafft hatte, als würde sie ihr eine Maske nach der anderen abnehmen.
Die Session bewegte sich in intimeres Terrain. Zwischen Auslöserklicks und Korrekturen wurden die Blicke häufiger, intensiver. Die körperliche Distanz verringerte sich mit jeder Pause, bis Renata, ohne die Kamera loszulassen, sich an den Rand des Sofas neben sie setzte.
—Ist alles okay? —fragte sie, das Gerät zur Seite gelegt, die Augen auf Marina gerichtet, aber ohne den Druck, den sie in männlichen Blicken sonst spürte.
Marina nickte, obwohl ihre Finger mit dem Rand des Tangas spielten.
—Ja, nur… ich weiß nicht, das ist anders.
—Anders wie? —Renata hob neugierig eine Augenbraue.
—Bei dir habe ich nicht das Gefühl, eine andere Person sein zu müssen. —Ihre Augen suchten wieder die der Fotografin, erfüllt von einer Ehrlichkeit, die sogar sie selbst überraschte.
—Musst du auch nicht. Nicht bei mir jedenfalls. —Renata lächelte schmal, mit dieser ihr eigenen Sicherheit.
Marina schwieg, verarbeitete das. Dann wagte sie es, die Stimme leiser:
—Bist du immer so direkt?
—Ich bin, wie ich bin. Und wenn das jemanden stört, ist das nicht mein Problem. —Sie zuckte mit den Schultern und musterte sie dann, als wolle sie etwas an ihr entschlüsseln—. Aber du versteckst dich viel.
Marina blinzelte überrascht.
—Was macht dich das glauben?
—Ich sehe es. Daran, wie du auf den Boden schaust, wenn du glaubst, jemand beobachtet dich zu genau, oder daran, wie alles perfekt sein muss. —Die Zärtlichkeit des Kommentars verschlug ihr die Sprache. Niemand hatte je so etwas über sie gesagt, jedenfalls nicht mit so viel Klarheit.
—Entspann dich —fuhr Renata fort, leicht, aber aufrichtig—. Das hier ist keine Prüfung. Du musst niemandem etwas beweisen. Sei einfach du selbst. Glaub mir, das ist mehr als genug.
***
Die Session schlug in etwas Wärmeres um. Marina kniete auf dem Teppich, die Träger des BHs nun heruntergezogen, sodass gerade genug zu sehen war, um zu reizen. Renata hinter der Kamera ließ den Blick nicht von ihr, überschritt aber auch nicht diese dünne Linie zwischen Arbeit und allem anderen.
Das stetige Klicken wurde seltener, bis die Fotografin die Ausrüstung sinken ließ.
—Hey, bevor wir fertig sind… —Sie strich sich durch das dunkle Haar, diese Geste, die sie machte, wenn sie schnell dachte—. Wurdest du schon mal analog fotografiert?
—Analog? —Marina runzelte die Stirn.
Renata ging zu einem Regal mit alten Kameras und nahm eine heraus, schwarz und robust, aus einer anderen Zeit.
—Fotos auf Film. Ohne Filter, ohne Retusche. Was du siehst, ist das, was da ist. —Sie suchte in einer Schublade nach etwas—. Schau dir das an.
Sie kam mit einem kleinen Album zurück und öffnete es vor ihr. Die Bilder waren anders als alles, was Marina erwartet hatte: Frauen in eleganten, aber natürlichen Posen, echte Körper mit all ihren Texturen und Schatten, lebendiger als jede digitale Datei. Geöffnete Mösen zwischen Fingern, harte Nippel im Tungstenlicht glänzend, Arschbacken, der Linse entgegen aufgewölbt.
—Das ist analoges Boudoir —sagte Renata beinahe ehrfürchtig, während sie die Seiten umblätterte—. Intimer, ehrlicher. Nichts lässt sich manipulieren, also ist alles, was hier erscheint, die Wahrheit. Jedes Haar, jeder Tropfen, jede Lustgrimasse.
Marina strich mit den Fingerkuppen über eines der Fotos. Diese Frauen sahen nicht aus wie Models, sondern wie von Begehren gespaltene Musen.
—Es ist wunderschön —murmelte sie, fast mehr zu sich selbst.
—Wenn du willst, probieren wir etwas Schnelles. Nichts Verbindliches, nur das, was du möchtest.
Marina hob überrascht den Blick. In Renatas Begeisterung lag etwas, eine echte Leidenschaft, die ansteckte. Sie dachte nicht lange nach.
—Okay —sagte sie mit einem Lächeln—. Aber du führst mich. Ich kenne mich damit nicht gut aus.
—Ich führe dich, aber du entscheidest. Das ist der Deal. —Renata lachte, während sie den Film einlegte.
Sie stellte die Kamera mit fast zeremonieller Präzision ein, überprüfte den Film und kalibrierte das Licht.
—Das Gute daran ist, dass es keine Eile gibt. Jeder Schuss zählt, also nehmen wir uns so viel Zeit, wie wir brauchen.
Marina nickte, doch in ihrem Blick lag eine Mischung aus Nervosität und Trotz, die der Fotografin nicht entging.
—Wie fühlst du dich? —fragte sie und hob die Kamera, ohne den Auslöser schon zu drücken.
—Ein bisschen entblößt —gab sie zu, obwohl ihre Haltung die Worte Lügen strafte. Sie lag seitlich, eine Hand am Hals, die andere auf dem Bauch, und ließ Strümpfe und Strapsbänder elegante Linien über ihre Haut zeichnen.
—Das ist gut. Sich entblößt zu fühlen ist manchmal Teil des Prozesses. Versuch nicht zu viel zu posieren, lass dich einfach treiben.
Das erste Klicken hallte im Raum wider, und Marina spürte ein Beben. Renata war mit dieser Kamera eine andere: Jedes Mal, wenn sie das Gerät senkte, um sie direkt anzusehen, regte sich etwas in ihr, und sie spürte, wie ihr Tanga langsam feucht wurde.
—Heb den Arm, als würdest du dich strecken… ja, so. Perfekt.
Marina gehorchte, und dabei rutschte die Körbchenkante des BHs noch ein wenig weiter, sodass eine rosige, bereits harte Brustwarze sichtbar wurde. Sie suchte aus dem Augenwinkel nach einer Reaktion, fand aber nur reine Konzentration und ein leichtes Nicken.
—Du bist wunderschön, wenn du dich nicht so anstrengst —murmelte Renata, mit einer Ehrlichkeit, die sie entwaffnete.
Der Kommentar zündete einen Funken, den Marina nicht benennen konnte. Während die Fotografin das Licht justierte, richtete sie sich ein wenig auf und ließ das Haar bewusst langsam zur Seite fallen.
—So okay? —fragte sie mit einer Stimme, in der ein neuer, herausfordernder Ton lag.
Renata hob den Blick und sah sie direkt an, die dunklen Augen durchdringend, mit derselben Intensität, mit der sie ihre Fotos komponierte.
—Kommt drauf an. Machst du das für dich oder für mich?
Marina wusste nicht, was sie antworten sollte. Die Frage überraschte sie, reizte sie aber auch. Statt zu reden, neigte sie den Körper zur Seite, stützte die Ellbogen aufs Sofa und machte den Rücken hohl, um ihre Kurven zu betonen und ihren Arsch der Kamera entgegenzustrecken.
Renata kam näher, ihr Knie streifte fast Marinas, als sie den Winkel anpasste. Die Berührung war kurz, aber genug, um ein Kribbeln über ihre Haut direkt in ihre Möse hinabjagen zu lassen.
—So ist es besser —sagte die Fotografin, sicher, mit einem Anflug von Belustigung.
Das Wechselspiel wurde zu einem stummen Spiel. Marina suchte jene Momente, in denen Renata die Kamera senkte und sie nicht als Fotografin ansah, sondern als jemanden, der sie langsam ganz zu sehen begann. Das machte nur noch mehr Lust, sie zu provozieren.
Als Renata sich einmal über einen Reflektor beugte, ließ Marina einen der Träger ganz herunterrutschen, und eine Brust war frei, die harte Spitze direkt auf das Objektiv gerichtet. Die Geste war nicht zufällig, und beide wussten es.
—Glaubst du, dass das das Bild besser macht? —fragte die Fotografin, ohne die Kamera zu heben, mit einer Ruhe, die Marina ebenso faszinierend wie frustrierend fand.
—Ich weiß nicht. Was glaubst du?
Renata legte die Ausrüstung beiseite und setzte sich ihr gegenüber, schlug die Beine übereinander, der Blick noch immer intensiv.
—Ich glaube, du testest gerade etwas. Und ich glaube, du solltest ehrlich sagen, was du wirklich willst.
Marinas Herzschlag beschleunigte sich. Es war nicht nur die Situation, sondern die Art, wie sie herausgefordert wurde, als hätte Renata keine Angst, weit mehr als nur ihren Körper auszuziehen.
—Vielleicht will ich einfach, dass du mich so weiter ansiehst —gab sie leise zu, überrascht von ihrer eigenen Offenheit—. Und vielleicht will ich, dass du mehr tust, als mich nur anzusehen.
Renata stockte einen Moment, zögerte. Sie verlor normalerweise nicht die Kontrolle über die Situation, aber etwas an Marina brachte sie dazu, ihre eigenen Regeln zu hinterfragen. Es war unbekanntes Terrain, und obwohl es sie erschrecken konnte, fühlte sie eine seltsame Erregung, es zu betreten.
Sie beugte sich vor und verkürzte die Distanz.
—Das mache ich doch schon. Das andere, wenn du mich nett genug darum bittest, auch.
***
Die Stille, die das Studio erfüllte, war so dicht, dass sie beinahe greifbar war. Renatas fester, sicherer Blick traf auf Marinas, in dem sich Verlangen und Neugier zugleich spiegelten. In diesem Augenblick stand alles andere still: die Lichter, die Kamera, sogar die Zeit.
Es war Marina, die sich zuerst vorlehnte, eine zitternde, aber entschlossene Bewegung, und den Abstand zwischen ihnen nur noch ein wenig verkürzte. Ihre Lippen berührten sich, eine zarte Streichelei, die gerade genug war, um Hitze in ihrer Brust zu entfachen. Renata erwiderte den Kuss, aber in ihrem Tempo, langsam, als wolle sie jede Sekunde auskosten.
Der erste Kuss war weich, tastend, doch bald wurde er intensiver. Renata legte eine Hand an Marinas Wange, die Berührung fest und tröstlich, während sich ihre Lippen auf eine Weise verschlangen, die tiefer ging als bloßer Instinkt. Ihre Zunge glitt langsam, kalkuliert in Marinas Mund, suchte sie, verflocht sich mit ihrer, und Marina saugte an ihr, als wäre es ein Vorgeschmack auf das, was kommen würde.
Marina entfuhr ein abgehacktes Seufzen, als die Finger der Fotografin ihren Hals hinabglitten und die Rundung ihres Schlüsselbeins streichelten. Die raue, warme Haut dieser Hand stand im Kontrast zu ihrer eigenen, ein Schock der Empfindungen, der sie nach vorn biegen ließ.
—Du bist wunderschön —murmelte Renata gegen ihre Lippen, die Stimme tief und ehrlich—. Und du bist nass, stimmt’s?
Marina nickte, ohne die Augen zu öffnen, und biss sich auf die Lippe.
—Klatschnass —gab sie zu—. Seit du mich beim Reinkommen angesehen hast.
Renata führte sie dazu, sich auf das Sofa zurückzulegen, ihre Körper passten mit erstaunlicher Natürlichkeit zusammen. Renatas Lippen wanderten vom Mund zu Marinas Hals und hinterließen eine Spur von Küssen, die ihr einen Schauer von Kopf bis Fuß jagten. Marina schloss die Augen, völlig hingegeben, während diese Hände die Rundung ihrer Taille erkundeten und am Rand der Strümpfe innehielten.
Der BH gab endgültig nach. Renata zog den anderen Träger mit einer Mischung aus Zärtlichkeit und Entschlossenheit herunter, öffnete den Verschluss auf dem Rücken und ließ Marinas Brüste frei, rund, fest, die Brustwarzen gespannt, als würden sie nach einem Mund verlangen. Marina atmete tief aus, als das Kleidungsstück auf den Boden fiel.
Renatas Mund fand erneut ihren Hals, diesmal mit mehr Dringlichkeit. Er wanderte hinab, zog eine warme Spur über das Schlüsselbein bis zu ihren Brüsten. Marina bäumte sich auf, als die heiße Zunge zuerst eine Brustwarze und dann die andere umkreiste, langsame, feuchte Kreise zog, bevor sie sich darüber schloss und hungrig saugte. Renata biss sanft, zog mit den Zähnen, und Marina stieß ein heiseres Stöhnen aus, das durch das Studio hallte.
—Lutsch sie mir härter —keuchte sie und packte Renata am Nacken—. Fest.
Renata gehorchte, saugte die linke Brustwarze, bis sie gerötet und glänzend von Speichel war, während die andere Hand die rechte kniff und zwischen zwei Fingern drehte. Die andere Hand glitt tiefer, verweilte am Rand der Strümpfe, spielte mit der Grenze ihrer Geduld und schob sich schließlich zwischen Marinas Schenkel, über die Spitze.
—Schau dir an, wie nass du bist —flüsterte Renata und drückte die Handfläche gegen den durchweichten Tanga—. Deine Möse zeichnet sich hier komplett ab.
Ein tiefes Stöhnen entfuhr Marina, die Finger in Renatas Haar verkrallt, während diese weiter hinabglitt. Die Fotografin öffnete ihr die Beine mit einer festen Bewegung, ohne noch um Erlaubnis zu bitten, und strich ihr mit zwei Fingern über die Spitze, drückte durch den Stoff gegen die Klitoris.
—Zieh ihn mir aus —bat Marina mit gebrochener Stimme—. Bitte.
Renata packte den Rand des Tangas mit den Zähnen und zog ihn nach unten, zusammen mit den Strapsen, langsam. Die blauen Strümpfe blieben. Als Marina die Beine wieder öffnete, war sie völlig nackt, die rasierte Möse glänzend, die Lippen vor Erregung geöffnet.
—Du hast keine Ahnung, wie wunderschön du gerade aussiehst —sagte Renata gegen ihre Haut, heiser—. Diese rosige Möse macht mich wahnsinnig.
Marina antwortete nicht mit Worten. Sie legte die Hände an Renatas Taille, schob sie unter die Lederweste und suchte verzweifelt die Wärme ihrer Haut. Mit ungeschickten Fingern öffnete sie die Knöpfe, zog ihr das Shirt über den Kopf und befreite zwei Brüste, kleiner als ihre eigenen, mit dunklen, harten Brustwarzen. Sie packte sie mit beiden Händen und zog Renata näher, um sie zu lutschen.
Die Fotografin stöhnte, als Marinas Mund sich um eine ihrer Brustwarzen schloss und sie in Kreisen leckte, biss, saugte. Marina nagte hungrig an ihr, wechselte von einer Brust zur anderen, während eine Hand nach unten glitt, um ihr die Hose aufzuknöpfen.
—Ah, Scheiße —zischte Renata—, genau so, lutsch sie mir so.
Doch bevor Marina die Hand in sie hineinstecken konnte, schob Renata sie mit Nachdruck auf das Sofa zurück und lachte leise.
—Jetzt du. Danach bist du dran.
Sie machte die Beine ganz auf, setzte sich zwischen sie auf die Knie auf den Boden und blieb einen Moment so stehen, während sie sie ansah: entblößt, die Brustwarzen noch von ihrem Mund gezeichnet, die Möse glänzend. Marina bebte vor purer Vorfreude.
Renata näherte ihr Gesicht langsam, atmete erst über ihrem Geschlecht, bevor sie es berührte, und Marina stöhnte allein deshalb heiser auf. Dann zog sie mit der ganzen Zunge darüber, vom Eingang bis zur Klitoris, in einem langen, flachen, hungrigen Lecken, das sie aufbäumen und sich am Sofarücken festklammern ließ.
—Oh Gott —keuchte Marina—. Noch mal, so.
Renata tat es noch einmal, und noch einmal, jeder Zug tiefer. Dann bohrte sie die Zunge in den Eingang der Möse, steckte sie hinein und zog sie wieder heraus, als würde sie sie mit dem Mund ficken, während ihr Daumen die Klitoris in engen Kreisen streichelte. Marina wand sich, die blauen Strümpfe glitten über Renatas Schultern, jedes Mal, wenn sie deren Kopf zwischen den Schenkeln zusammendrückte.
—Lutsch ihn mir —flehte sie—, die Klit, lutsch sie mir hart.
Renata hob den Mund zu dem geschwollenen Knubbel und umschloss ihn mit den Lippen, saugte in gleichmäßigem Rhythmus, während zwei Finger in sie versanken. Marina schrie, klammerte sich ans Sofa und spürte, wie diese Finger sie langsam öffneten und sie dann in einem festen Rhythmus füllten, sich nach oben krümmten, um genau den Punkt zu treffen, der ihr Sterne vor Augen trieb.
—So, so, nicht aufhören, bitte hör nicht auf —keuchte sie und bewegte die Hüften gegen Renatas Mund, fickte ihr Gesicht ohne jede Scham.
Die Fotografin stöhnte gegen ihre Möse, und diese Vibration riss ihr einen weiteren Schrei aus der Kehle. Sie steckte ihr einen dritten Finger hinein, dehnte sie weiter, und Marina spürte, wie sich ihr gesamter Körper spannte. Die Zunge auf der Klitoris, die Finger, die mit einem nassen Geräusch hinein- und herausgingen, das das Studio füllte, die freie Hand an einer ihrer Brüste.
—Ich komm gleich, ich komm —warnte Marina—, ich komm gerade.
Renata ließ nicht nach. Sie saugte noch fester, beschleunigte ihre Finger, und Marina kam mit einem langen Stöhnen, die Beine schlossen sich über dem Kopf der anderen, ihre Möse krampfte sich um die Finger und durchnässte ihre ganze Hand. Renata leckte weiter, sanft, verlängerte den Orgasmus, bis Marina zitternd in die Kissen sank, verschwitzt, das Haar an ihrer Stirn klebend.
—Mein Gott… —flüsterte sie, ohne die Augen zu öffnen—. Ich bin noch nicht fertig mit dir.
Sie sammelte die letzten Kräfte und ließ sich neben Renata auf den Boden fallen. Sie küsste sie hungrig, schmeckte ihren eigenen Saft im Mund der anderen und zog ihr Hose und Unterwäsche mit einem Ruck ganz aus. Renata half ihr dabei, zog sie mit einem leisen Lachen aus und stand nun von der Taille abwärts nackt da, ein schwarzes Tattoo an der Hüfte und das Schamhaar zu einem schmalen Streifen getrimmt.
Marina drückte sie in den Teppich, setzte sich auf sie und verteilte Küsse über ihren Hals, ihre Brüste, ihren Bauch, glitt ohne Hast hinab, um ihr die Beine zu öffnen. Renata sah von oben auf sie herab, auf die Ellbogen gestützt, mit diesem schmalen Lächeln und den verdunkelten Augen.
—Mal sehen, was du kannst, Studentin —forderte sie sie heraus.
Marina lachte gegen ihre Leiste und biss sanft in die Innenseite ihres Schenkels. Dann senkte sie den Mund auf Renatas Möse und zog mit der ganzen Zunge darüber, kostete zum ersten Mal eine andere Frau. Sie war heiß, salzig, erregter, als Marina es sich vorgestellt hatte, und diese Entdeckung entzündete etwas in ihr.
Sie spreizte mit zwei Fingern die Lippen und grub die Zunge dazwischen, suchte die Klitoris, fand sie hart und gespannt. Sie leckte sie langsam, in Kreisen, und imitierte damit, was Renata mit ihr gemacht hatte, und die Fotografin sank mit einem rauen Stöhnen nach hinten.
—Heilige Scheiße —keuchte Renata und packte sie am Haar—. So, du lernst schnell.
Marina lutschte die Klitoris zwischen den Lippen, zog sanft mit den Zähnen, während sie zwei Finger in Renatas Möse gleiten ließ. Die Fotografin war eng, straff, und schloss ihre Wände um ihre Finger, jedes Mal wenn sie sie nach oben krümmte. Marina merkte sofort, was ihr gefiel: schnelle, tiefe Bewegungen, die Zunge unaufhörlich auf der Klitoris.
—Steck noch einen rein —bat Renata—, einen mehr.
Marina gehorchte und schob ihr einen dritten Finger hinein. Renata stöhnte durch die Zähne, die Hüften hoben sich ihrer Hand entgegen, die Brust schnell auf und ab. Marina sah sie einen Moment von unten an, den Mund glänzend und die Finger bis zu den Knöcheln in sie versenkt, und fühlte sich mächtiger als auf jedem Foto, das sie in Monaten hochgeladen hatte.
—Komm mir in den Mund —sagte sie mit einer Stimme, die sie selbst kaum wiedererkannte—. Ich will dich probieren.
—Ah, Scheiße… —Renata bog sich durch, zog heftiger an ihrem Haar—. Gleich, nicht aufhören.
Marina verdoppelte das Tempo. Die Finger glitten mit nassem Geräusch hinein und heraus, die Zunge hämmerte auf die Klitoris, die Nase drückte gegen den Schamhügel. Renata bebte, presste die Schenkel gegen ihren Kopf und kam mit einem langen, heiseren Schrei, zog ihre Finger in sich zusammen und benetzte Marinas Kinn.
Marina leckte langsam weiter, bis die andere sie zitternd vor Empfindlichkeit wegschob. Dann kletterte sie über ihren Körper und küsste sie, ließ sie ihren eigenen Geschmack kosten. Renata stöhnte in den Kuss hinein und umarmte sie fest.
Noch waren sie nicht fertig. Renata drehte sie auf dem Teppich, bis Marina mit dem Gesicht nach unten lag, hob ihre Hüften an und legte ihr ein Sofakissen unter den Bauch. Marina blieb auf allen vieren zurück, die blauen Strümpfe leuchteten gegen ihre helle Haut, der Arsch hochgereckt, die Möse glänzend und noch immer pochend.
—Bleib so —sagte Renata mit rauer Stimme—. Damit ich nie vergesse, wie du aussiehst.
Marina hörte, wie sie aufstand. Dann ertönte wieder das Klicken der analogen Kamera, zwei-, dreimal, und sie merkte, dass Renata sie so fotografierte: nackt und geöffnet, unfähig, irgendetwas zu verbergen. Statt sich zu schämen, machte sie den Rücken noch mehr hohl und spreizte die Knie ein Stück weiter.
—Ja —hörte sie Renata hinter sich murmeln—, genau so, zeig mir alles.
Noch ein Klick, dann legte sie die Kamera beiseite. Marina spürte die Hände der Fotografin über ihren Arsch fahren, drückend, ihn öffnend. Die warme Zunge leckte ihre Möse von hinten, lang und fest, und wanderte weiter hinauf, wagte es, über ihren Anus zu streichen. Marina stöhnte überrascht, die Fäuste in den Teppich gekrallt.
—Gefällt dir das? —fragte Renata mit einem halben Lächeln.
—Ja —gab Marina zu, das Gesicht in den Kissen vergraben—, mach weiter.
Renata leckte sie erneut, hin und zurück, von der Klitoris bis zum Arschloch und wieder zurück, und schob ihr von hinten zwei Finger in die Möse, fickte sie in diesem Winkel, der ihr Sterne sehen ließ. Ihr Daumen strich nur knapp über das andere Loch, ein Hin und Her, das sie wahnsinnig machte, ohne einzudringen.
—Noch ein Orgasmus —befahl Renata mit dieser tiefen, dominanten Stimme, die keinen Widerspruch zuließ—. Komm noch mal für mich.
Marina hielt nicht lange durch. Mit den Fingern, die ihren inneren Punkt traktierten, Renatas Mund, der ihre Arschbacken saugte und biss, und diesem ständigen Druck am Anus kam sie zum zweiten Mal mit einem gedämpften Schrei in das Kissen. Sie spürte, wie ihre Möse die Finger der anderen in krampfhaften Wellen umschloss, wie alles an ihr die Oberschenkel hinablief.
Als sie sich schließlich zitternd auf die Seite sinken ließ, legte sich Renata hinter ihren Rücken, umarmte sie von hinten und verteilte sanfte Küsse in ihrem Nacken und auf den Schultern, als wolle sie sie langsam herunterholen.
Die Zeit schien stillzustehen, während sie sie immer wieder an den Rand brachte, jede Bewegung darauf ausgelegt, ihr Seufzer und Stöhnen zu entlocken, die im kleinen Studio widerhallten. Marina hielt nichts zurück. Sie ließ jede Empfindung frei fließen, bis ihre Finger Renatas Gesicht fanden und sie wieder nach oben zogen.
Als ihre Lippen sich erneut trafen, war der Kuss anders: voller Leidenschaft, aber auch von etwas Tieferem, etwas, das nicht laut ausgesprochen werden musste.
***
Renata umarmte sie zärtlich, beide lagen auf dem Sofa, während Marinas Atem sich beruhigte. Keine von beiden sagte lange Zeit etwas. Marina legte den Kopf an die Brust der Fotografin und hörte den gleichmäßigen Rhythmus ihres Herzens, während die Studiolichter warme Schatten um sie warfen.
Schließlich durchbrach Renata die Stille, ruhig und sicher.
—Ich glaube, das ist die beste Session, die ich je gemacht habe.
Marina lächelte und hob den Kopf, um sie anzusehen.
—Ich weiß nicht, ob diese Fotos auf mein Profil können…
—Nein —lacht Renata und streichelte ihr Haar—. Aber sie können nur für uns sein.
Marina nickte und ließ die Augen schließen, mit dem Gefühl, dass sich etwas in ihr verändert hatte. Nicht nur wegen der Lust, sondern wegen der Verbindung, die sie gefunden hatte: unerwartet, aber perfekt.