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Relatos Ardientes

Was ich auf dem Flur hörte, veränderte mich in jener Nacht

Ich war seit zwanzig Jahren in der Hotelbranche und seit fünf Jahren in diesem Gebäude im Zentrum. Rezeption, Nachtschicht, Bleistiftrock und weiße Bluse, die schwarze Krawatte immer ordentlich gerade. Mariana, das brave Mädchen. Die, die nie zu spät kommt, die den Namen jedes Stammgasts kennt, die das Übergabebuch ohne einen einzigen Fleck abschließt. Das war ich – bis zu jenem frühen Februarmorgen.

Die Lobby um ein Uhr morgens ist ein toter Ort. Man hört nur das Brummen der Klimaanlage, das Ticken der Wanduhr und ab und zu den Aufzug, der leer nach oben fährt und wieder herunterkommt. Ich überprüfte gerade ein paar Check-outs für den Morgen, als dieses Geräusch meine Nacht veränderte.

Absätze. Rot, wie ich später feststellte. Aber noch bevor ich sie sah, hörte ich sie. Dieses entschlossene, bedächtige Klacken, das nur Frauen erzeugen, die genau wissen, wofür sie sich angezogen haben. Ich hob den Blick, und da stand sie.

Schwarzes Kleid, kurz, eng an den Körper geschmiegt wie eine zweite Haut. Dunkles, offenes Haar. Und ein Kaugummi, den sie mit unverschämter Gelassenheit kaute, als gehörte ihr die Lobby.

—Guten Abend, wie kann ich Ihnen helfen? —fragte ich. Meine Stimme klang fest. Zum Glück.

—Du kannst mir sehr helfen, Hübsche —sagte sie. Ihre Stimme war rau, tief, verspielt—. Ich komme, um Herrn Duarte zu sehen.

Ich überprüfte den Bildschirm. Suite 314. Die Notiz des Gastes war eindeutig: „Der Zutritt einer Begleiterin ist genehmigt.“ Das Protokoll war einfach. Hinaufgehen, die Person vor der Tür absetzen, sich zurückziehen.

—Und Sie sind …? —Ich ließ den Satz offen und wartete auf einen Nachnamen für das Register.

—Die Nutte —antwortete sie, ohne zu blinzeln.

Ich spürte, wie mir das Blut in die Ohren stieg. Zwanzig Jahre im Umgang mit Menschen, und noch nie hatte mir jemand dieses Wort mit solcher Selbstverständlichkeit ins Gesicht geschleudert.

—Wie bitte?

—Die Nutte, die Lautaro bestellt hat —wiederholte sie mit einem schiefen Lächeln—. Oder sehe ich etwa nicht danach aus?

—Ich wollte Ihren Namen wissen … fürs Register —stammelte ich.

—Camila —gab sie nach, und genau in diesem Moment platzte eine Kaugummiblase. Das Plopp hallte in der leeren Lobby wie ein Startschuss wider—. Und du?

—Mariana.

—Schöner Name. Noch schöner, wer ihn trägt. Bringst du mich hin? Ich verlaufe mich an eleganten Orten.

Wir gingen schweigend zum Aufzug. Meine flachen Schuhe klangen dumpf auf dem Marmor; ihre gaben den Takt an. Im Aufzug wurde der Raum kleiner. Camila trat einen Schritt näher. Ich sah zu, wie sich die Zahlen veränderten.

—Arbeitest du schon lange hier? —fragte sie.

—Fünf Jahre. Insgesamt in der Branche: zwanzig.

Sie pfiff leise durch die Zähne.

—Zwanzig Jahre im Umgang mit Menschen. Da musst du doch erkennen können, wenn jemand hereinkommt und genau weiß, was er will, oder?

Ich wusste nicht, was ich antworten sollte. Sie trat noch einen Schritt näher. Ihr Parfüm war schwer, süß, mit etwas Metallischem darin. Ich spürte die Wärme ihres Atems hinter meinem Ohr.

—Zwanzig Jahre lang ein braves Mädchen —flüsterte sie—. Heute Nacht solltest du nur dem Klang meiner Stimme folgen.

Der Aufzug kam auf der Etage an. Die Türen öffneten sich, und ich ging voran, wobei ich beinahe stolperte. Ich lief den Flur entlang, ohne mich umzusehen, und hörte die roten Absätze auf dem Teppich, ein rhythmisches, träges Schlagzeug.

Wir kamen bei 314 an. Zwei trockene Schläge gegen die Tür. Ein etwa fünfundvierzigjähriger Mann öffnete, frisch rasiert, mit frühzeitig ergrautem Haar und einem weinroten Seidenbademantel.

—Du hast lange gebraucht —sagte er zu Camila, mit einer Stimme, die streng klingen wollte.

—Das Gute lässt man warten, Bonbon —erwiderte sie und trat ein, als gehörte die Suite ihr.

Ich machte eine Bewegung zum Gehen.

—Warten Sie, junge Dame —hielt mich der Mann auf—. Würden Sie uns bitte eine Flasche Champagner bringen?

—Natürlich —nickte ich.

Die Tür schloss sich mit einem endgültigen Klicken hinter mir.

***

Ich ging hinunter zum Service. Faustino, der Kellner, stellte gerade eine Bestellung für ein anderes Stockwerk zusammen.

—Kannst du mir einen Champagner auf 314 bringen?

—Unmöglich, Mariana, ich habe seit zehn Minuten die 38 warten.

Ich seufzte, nahm den silbernen Sektkühler, Eis und die Flasche. Dann fuhr ich wieder nach oben. Das Klirren des Eises gegen das Metall war das einzige Geräusch im Aufzug.

Als ich vor der Tür von 314 ankam, hob ich die Faust zum Klopfen und erstarrte.

Durch das Holz waren die Geräusche ein direkter Schlag in die Magengrube. Camilas langes, kehliges Lachen. Sein tiefes Knurren. Etwas, das rhythmisch knarrte und nur das Bett sein konnte. Und über allem diese feuchten Schmatzlaute von Küssen, Saugen, Haut auf Haut.

Ich blieb mit dem Sektkühler in den Händen stehen.

Klopf an und übergib den Champagner. Das ist deine Arbeit. Du hast es tausendmal getan.

Ich bewegte mich nicht.

Seine raue, herrische Stimme drang durch das Holz: —Blas ihn mir ganz, kleine Schlampe, bis zum Ansatz, ja, schluck ihn ganz runter.

Und ihre Antwort, eindeutig mit vollem Mund, zwischen feuchten Würgereizen: —Mmmmhhh, dein Schwanz schmeckt so gut, Daddy, ich liebe es, ihn an meine Kehle schlagen zu spüren.

Ich spürte, wie mir die Hitze den Hals hinaufstieg, als hätte man einen Ofen in meinem Gesicht geöffnet. Ich lockerte meinen Griff um den Sektkühler ein wenig, und das Eis rutschte mit kristallklarem Getöse hin und her. Ich hielt den Atem an. Drinnen schien niemand etwas zu hören.

Ich ging langsam weiter bis zu einem Beistelltisch im Flur. Ich stellte den Sektkühler ab. Meine Stirn war schweißnass geworden. Die Uniform schnürte mich ein, als wäre ich innerhalb von fünf Minuten um zwei Kleidergrößen geschrumpft.

Ich presste mein Ohr an das Holz von 314.

Man hörte einen einzigen, anhaltenden, feuchten Rhythmus. Sie war es. Ihr Mund saugte diesen Schwanz mit der Geschicklichkeit einer Profi­sexarbeiterin. Ich wusste es an der obszönen Kadenz, am Gluck-gluck der Spucke, die ihr aus dem Mundwinkel lief, an seinen kleinen, unterdrückten Lauten zwischen jeder Bewegung. Ich hörte ganz deutlich, wie Camila ihn mit einem feuchten Plopp aus dem Mund zog und dicht an seiner Eichel mit ihm sprach.

—Schau, wie dein Schwanz von meiner Spucke trieft, Bonbon. Alles für dich.

—Spuck noch mehr drauf, los, beschmier dir das Gesicht.

Ein Auswurf. Das Plätschern ihrer Zunge, die von seinen Eiern bis zur Spitze leckte. Danach dieses unverkennbare Geräusch, wie erst der eine, dann der andere Hoden mit vollem Mund gesaugt wurde, während sie seinen Schwanz mit der Hand weiter wichste.

—Was für einen dicken Kopf du hast, du Hurensohn —sagte sie mit vom vielen Schlucken breiiger Stimme—. Es wird schwierig, mir das in die Fotze zu stecken.

—Komm, setz dich hier hin, setz dich drauf, ich will sehen, wie du dich in zwei Teile spalten lässt.

Eine kurze Stille. Das Knarren des Bettes, als es das Gewicht von ihnen beiden aufnahm. Camilas vertrautes Lachen. Und dieses neue Klatschen, Becken auf Fleisch, das rhythmische, feuchte Platsch einer durchnässten Fotze, die einen ganzen Schwanz bis zur Wurzel verschluckte – es synchronisierte sich mit meinem Herzschlag, noch bevor ich begriff, was ich da tat.

—Aaaahh, Daddy, du machst mich so voll —stöhnte sie—. Spür, wie ich dich zusammendrücke, spür, wie meine kleine Muschi dich aussaugt.

—Reit mich, Hure, beweg dich, ich will deine Titten hüpfen sehen.

Ich legte eine Hand an meinen Hals. Ich lockerte den Krawattenknoten. Die schwarze Seide glitt mit einem Flüstern hinab. Danach öffnete ich die ersten Knöpfe der Bluse. Jeder einzelne Plastikknacks beim Aufgehen war ein stiller Verrat an der Uniform, die ich seit zwanzig Jahren trug. Meine Brustwarzen wurden hart, sobald die kühle Luft des Flurs meine Haut berührte. Sie waren so angeschwollen, dass sie an den Körbchen meines BHs schmerzten. Ich zwickte eine durch die Spitze hindurch und stieß einen Laut aus, den ich an meiner Schulter erstickte.

—Aaaahh, du Hurensohn, was für einen harten Schwanz du hast —schrie Camila auf der anderen Seite—. Fick mich kaputt, los, nimm mich wie eine Hündin.

Ich presste die Schenkel zusammen. Ich spürte, wie meine eigene Feuchtigkeit den Stoff durchtränkte. Zwanzig Jahre verheiratet, drei Kinder, zwei Scheidungen, Tausende Nächte allein in einem warmen Bett, in aller Stille unter der Decke selbst Hand an mich legend, damit ich niemanden weckte. Und nie, niemals hatte ich in diesem dämmrigen Flur empfunden, was ich gerade empfand.

Ich schob den Bleistiftrock bis zur Taille hoch. Das synthetische Reiben an meinen Schenkeln klang lächerlich, aber für mich klang es wie ein Geständnis. Meine Finger strichen über die Seide meines Höschens. Es war feucht. Durchtränkt. Der Stoff klebte an meinen Schamlippen wie eine zweite Haut, zeichnete meinen Spalt nach und war von einer heißen, zähen Flüssigkeit vollgesogen, die an der Innenseite meines Schenkels hinablief.

Camilas Stöhnen wurde lauter. Eine Veränderung im Rhythmus. Ein Flüstern von ihm, tiefer, beinahe unhörbar, aber direkt am Holz vollkommen verständlich: —Jetzt werde ich dir den Arsch aufreißen, Hure. Gib mir deinen Arsch.

—Fick mich am Anfang langsam, Daddy, du hast einen riesigen Schwanz.

—Blas mir zuerst die Finger, mach sie richtig nass.

Ich spürte den Peitschenhieb in meinem Rücken. Als hätte er es zu mir gesagt. Als würde diese Hand mich öffnen, als würden diese Finger in meinen Arsch dringen, als würde dieser Schwanz auf seinen Einsatz warten.

Ich schob mein Höschen zur Seite. Meine Finger berührten mein nasses Fleisch, und mir entfuhr ein Seufzer, den ich in der Hand meiner anderen Hand ersticken musste. Ich war so feucht, dass meine Finger von allein und ohne jeden Widerstand von der Klitoris zum Eingang meiner Fotze glitten. Ich schob zwei hinein und spürte, wie sich meine Wände schlossen, um sie mit einer Verzweiflung auszusaugen, von der ich nichts gewusst hatte. Die Musik drinnen war mein Leitfaden: Jeder Stoß auf der anderen Seite war ein Stoß in mir. Jeder Schrei Camilas ein Befehl. Jedes Platschen von Becken auf Arsch auf der anderen Seite des Holzes ließ mich die Finger tiefer hineindrücken.

—Aaaayyy, du Hurensohn, du hast ihn mir ganz reingesteckt —kreischte Camila, ihre Stimme vor Schmerz und Lust gebrochen—. Fick meinen Arsch, los, beweg dich.

—So, Hure, so, schau, wie du meinen ganzen Schwanz durch deinen Arsch verschluckst.

—Los, Daddy, steck ihn ganz rein, hör nicht auf, brich mich, mach mit mir, was du willst.

Drinnen wurde der Rhythmus heftiger. Die trockenen Klatscher seiner Hand auf ihre Arschbacken. Das Knarren des Bettes, Camilas hysterisches, im Kissen ersticktes Lachen, vermischt mit dem obszönen Platschen eines Schwanzes, der in einen ordentlich durchgefickten Arsch hinein- und wieder herausglitt. Ich draußen hielt mich an der Tür fest, die Stirn gegen das kalte Holz gepresst, die Brüste unter der offenen Bluse nackt, eine Brustwarze zwischen zwei Fingern der einen Hand und die andere tief zwischen meinen Beinen, jetzt drei Finger, die mit einer Dringlichkeit, wie ich sie nie zuvor gespürt hatte, nach meinem tiefsten Inneren suchten. Meine eigene Flüssigkeit rann über mein Handgelenk und fiel in schweren Tropfen auf den Teppichboden.

—Steck ihn jetzt in meine Fotze, wechsel das Loch —bat sie mit zerstörter Stimme.

—Dreckige Hure, putz ihn zuerst mit deinem Mund sauber.

Ich hörte Camilas obszönes Glucksen, als sie gehorchte. Ich hörte den Mann vor Lust knurren, während sein Schwanz, gerade aus ihrem Arsch gezogen, tief in ihrem Mund steckte. Danach der Wechsel, wieder Platsch, Platsch, Platsch gegen ihre Fotze, schneller, brutaler.

—Ich komme —hörte ich ihn sagen, seine Stimme gebrochen—. Ich spritze gleich, Hure, ich werde dich vollmachen.

—Wohin, Bonbon? In die Fotze? In den Arsch? In den Mund?

—Auf deine Titten, drück die Titten zusammen, ich will sehen, wie du voller Milch bist.

Ich schloss die Augen. Ich stellte mir die Szene mit einer Klarheit vor, die in mir brannte. Camilas tiefes Lachen. Das feuchte Geräusch, mit dem sie sich von ihm löste und seinen Schwanz mit einem Schmatzen aus ihrer Fotze zog. Das Knarren des Bettes, als sie sich neu positionierten. Und danach dieser unverkennbare Rhythmus: seine Hand, die sich kurz und schnell über ihren Titten wichste, begleitet von den letzten keuchenden Lauten vor dem Ausbruch.

—Los, Daddy, spritz für mich ab, spritz alles auf mich.

—Aaaahh, nimm das, Hure, nimm, nimm, nimm.

Ich hörte das tierische Brüllen des Mannes, als er kam. Ich hörte Camilas kleine Schreie, während die heiße Milch auf ihre Titten, ihren Hals, ihren offenen Mund fiel. —Mmmm, wie lecker, Daddy, wie viel du mir gegeben hast, schau, wie es an mir herunterläuft. Noch ein Schwall. Noch ein Knurren. Und das langsame Plätschern einer Zunge, die Sperma von verschwitzter Haut leckte.

Und dann stockte mir der Atem. Mein Körper spannte sich wie eine Saite. Ein langer, stummer Laut blieb mir in der Kehle stecken, während ich gegen meine eigene Hand kam, die Stirn ans Holz gepresst, drei Finger bis zum Knöchel in meiner Fotze und der Daumen auf meine geschwollene Klitoris gedrückt. Ich spürte die Kontraktionen in Wellen kommen, eine nach der anderen, meine Fotze saugte mit derselben Verzweiflung an meinen Fingern, mit der ich mir zwei Minuten zuvor vorgestellt hatte, dass sie an ihm saugte. Ein warmer Schwall entfuhr mir, durchnässte meine Handfläche, rann meinen Unterarm hinab und befleckte die Innenseite meines Rocks. Von der anderen Seite hörte ich das letzte Brüllen des Mannes und die schwere Stille, die darauf folgte.

Ich blieb keuchend und völlig erschöpft stehen, die Hand noch immer in mir. Das Brummen der Klimaanlage im Flur war wieder zu hören. Mein eigener Atem kam mir wie ein Skandal vor. Ich zog die Finger mit einem feuchten Geräusch heraus, das mir peinlich war, und betrachtete sie: Im gelben Flurlicht glänzten sie von meiner eigenen Flüssigkeit. Ohne nachzudenken, führte ich sie an den Mund. Zum ersten Mal in meinem Leben leckte ich meinen eigenen Geschmack. Salzig, dickflüssig, meiner.

***

Ich weiß nicht, wie viele Minuten ich brauchte, um mich wieder zu fangen. Fünf, zehn. Ich richtete mein Höschen, das an meiner durchnässten Fotze klebte, als würde ich es nie wieder ausziehen können. Ich ließ den Rock hinunter und spürte, wie die Feuchtigkeit darin den Stoff befleckte. Ich knöpfte die Bluse langsam Knopf für Knopf zu und spürte, wie jeder Plastikknacks mich zur Uniform zurückbrachte. Die Krawatte. Der Knoten an seinem Platz. Meine Hände zitterten noch ein wenig, als ich den Sektkühler vom Tisch nahm. Der Geruch von mir haftete noch an meinen Fingern.

Ich klopfte. Zwei trockene Schläge.

Lautaro öffnete, noch immer in dem schlecht geschlossenen Seidenbademantel, die Brust bespritzt und das Haar zerzaust, mit dem entspannten, zufriedenen Gesicht von Männern, wenn alles so gelaufen ist, wie sie es erwartet haben.

—Mann, hast du lange gebraucht —sagte er mit einem schiefen Lächeln. Er nahm den Sektkühler. Das Metall stieß gegen seinen Ehering—. Danke, ja.

Ich nickte. Ich lächelte mit genau der Grimasse, die im Handbuch vorgesehen war. Über seine Schulter hinweg konnte ich Camila auf dem Bett sehen, nackt, die Titten noch immer von Sperma glänzend, und sie sah mich mit einem wissenden Lächeln an. Ich ging den Flur hinunter, ohne zurückzublicken, und hörte, wie die Tür hinter mir zufiel.

***

In der Lobby roch es noch immer nach Einsamkeit. Ich setzte mich hinter den Empfang. Ich schlug das Übergabebuch auf. Ich schrieb: „1:42 – Flasche Champagner in Suite 314 geliefert.“ Feste Schrift. Die alte Mariana.

Zwanzig Minuten später tauchten die roten Absätze wieder auf.

Camila ging, als gehörte ihr das Hotel. Nachgezogene Lippen, ordentliches Haar, diese Haltung einer Frau, die weiß, dass sie in dieser Nacht etwas gewonnen hat. Sie kam zum Empfang und legte etwas auf den Marmor. Der trockene Schlag der Karte auf den kalten Stein klang lauter, als er hätte klingen sollen.

Es war eine Visitenkarte.

—Und was ist das? —fragte ich und sah sie an.

—Falls du Lust bekommst, mich anzurufen. Meine persönliche Karte —sagte sie mit einem Zwinkern—. Ich bediene auch Frauen, erinnerst du dich?

Ich spürte ein Kribbeln im Magen. Die Erinnerung an die Geräusche, die ich Minuten zuvor gehört hatte, kehrte wie ein Strom in meine Haut zurück. Unter meinem Rock zog sich meine Fotze von allein zusammen, noch immer klebrig.

—Danke —murmelte ich.

—Ach, und nimm das —sie holte zwei Geldscheine aus ihrer Handtasche und schob sie neben die Karte.

—Das? —Ich sah die Scheine verständnislos an.

—Für die Aufmerksamkeit, Püppchen —sagte sie mit einem verschwörerischen Lächeln, das mich zerstörte—. Du warst ein ausgezeichnetes Publikum. Man konnte dich sogar vom Bett aus stöhnen hören, wusstest du das? Lautaro hat es gefallen. Mir auch.

Mir blieb die Luft weg.

Sie hatte es gewusst. Die ganze Zeit hatte sie gewusst, dass ich auf der anderen Seite der Tür stand, lauschte, mich berührte, dahinschmolz. Jedes schmutzige Wort war für mich gesagt worden. Jeder Laut war mir gewidmet gewesen. Man hatte sie benutzt, um mich zu erregen. Ohne es zu wissen, war ich Teil der Show gewesen.

Sie warf mir einen Kuss zu – ein lautes, verspieltes „Muack“ – und beugte sich über den Empfang, bis sie ihren Mund an mein Ohr presste. —Beim nächsten Mal kommst du rein —flüsterte sie und leckte mir in einer einzigen heißen Bewegung das Ohrläppchen, bevor sie sich auf ihren Absätzen umdrehte.

Sie verließ das Hotel. Das Geräusch der sich drehenden Drehtür blieb bei mir wie ein Schlusspunkt.

Ich blieb allein mit der Stille der Rezeption, die Karte in der einen Hand, die Geldscheine in der anderen, das Höschen noch immer durchnässt, die Spur fremder Spucke, die an meinem Hals trocknete. Und mit der Erinnerung an einen frühen Morgen, den meine Ohren und meine Fotze niemals vergessen würden.

Noch in derselben Nacht, bevor ich die Schicht beendete, steckte ich die Karte in das Innenfach meiner Handtasche. Ich warf sie nicht weg. Ich rief sie in dieser Woche auch nicht an. In der nächsten ebenfalls nicht.

Ich rief sie drei Monate später an.

Aber das ist, das ist ein anderes Geständnis.

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