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Relatos Ardientes

In der Hütte lernte sie, was es heißt, eine Frau zu begehren

Sie liefen eine Stunde zwischen den Bäumen, bevor die Hütte in Sicht kam. Die Sonne war längst hinter dem Gebirge versunken, und das einzige Licht, das ihnen blieb, war der Schein eines zunehmenden Mondes, der sich nur langsam durch die Äste schob. Marisol trug den schlafenden Jungen an die Brust gedrückt, eingehüllt in eine elfenbeinfarbene Decke, und mit jedem ihrer Schritte schwang ein langsames Wiegen jener Hüften mit, die das graue Kleid nur unvollkommen verbarg.

Hinter ihr ging Aurora, mit beiden Händen einen Strauß wilder Veilchen festhaltend, den sie am Rand des Pfads gepflückt hatte. Ihre Finger zitterten vor Kälte und vor etwas anderem, das sie noch nicht zu benennen wusste. Sie war neunzehn, trug ein weites Kleid, das der Wind ihr in jeder Böe an den Leib drückte, und hatte eine Art zu gehen, die sie noch nicht ganz gelernt hatte.

Während des Weges sprach keine von beiden. Der Wald machte schon genug Lärm für sich: das Knacken trockener Blätter, das ferne Rufen einer Eule, ein Ast, der unter dem Gewicht eines kleinen Tieres nachgab. Doch das Schweigen zwischen ihnen war nicht das des Waldes. Es war ein anderes, schwereres.

Aurora hob von Zeit zu Zeit den Blick und blieb dann an Marisols Nacken hängen, dort, wo das hochgesteckte Haar eine Linie blasser Haut freiließ, die das letzte Licht des Abends beinahe leuchten ließ. Wenn Marisol den Kopf wandte, um zu prüfen, ob die junge Frau noch hinter ihr war, senkte Aurora abrupt die Augen und drückte die Veilchen an ihre Brust.

Auch Marisol schaute. Aurora überraschte sich selbst dabei, wie lange sie hinsah: das offene kastanienbraune Haar, vom Weg zerzaust, ein Schweißtropfen, der langsam den Hals hinablief, die schmalen, noch kantigen Schultern einer, die eben erst aufgehört hatte, ein Kind zu sein. Sie wandte den Blick wieder dem Pfad zu und konzentrierte sich darauf, nicht zu stolpern.

Sie erreichten die Hütte, als es schon tiefste Nacht war. Es war ein schlichtes Bauwerk aus vom Regen geschwärzten Stämmen, mit nur einem einzigen Fenster an der Vorderseite, durch das warmes Licht entwich. Marisol stieß die Tür mit der Schulter auf, achtete darauf, den Jungen nicht zu wecken, und das Innere zeigte sich: ein einziger Raum, ein Bett mit handgewebter Decke, ein kleiner Tisch an die Wand gerückt, ein steinerner Herd, in dem das Feuer noch knisterte, weil die Nachbarin es angefacht hatte. Die Luft roch nach Holz, nach getrocknetem Rosmarin, nach in der Sonne gewärmter Decke.

—Komm rein —sagte Marisol—. Mach die Tür zu, sonst kommt die Kälte herein.

Aurora gehorchte. Sie machte zwei Schritte bis zur Mitte des Raums und blieb stehen, ohne zu wissen, was sie mit den Blumen machen sollte. Marisol legte das Baby in einen Weidenkorb neben dem Feuer. Als sie sich bückte, um es zuzudecken, gab das Mieder ihres Kleides kaum einen Fingerbreit nach und enthüllte die Rundung der rechten Brust, weiß und gespannt von der angestauten Milch. Aurora wandte den Blick sofort ab. Marisol bemerkte es nicht. Oder tat so, als würde sie es nicht bemerken.

—Die Veilchen. —Die Frau richtete sich auf und lächelte sie zum ersten Mal an, seit sie sie auf dem Weg gefunden hatte—. Leg sie auf den Tisch. Morgen stell ich sie ins Wasser.

Aurora nickte. Sie überquerte die drei Schritte zum Tisch und legte den Strauß mit übertriebener Sorgfalt ab, als könnte zwischen den Blütenblättern etwas zerbrechen. Als sie sich umdrehte, sah Marisol sie noch immer an.

—Hast du Hunger? Viel ist es nicht. Ich hab Milch, ein bisschen Brot, das ich heute Morgen gebacken hab, und ein paar Kekse, die ich für einen Besuch aufgehoben hatte, der nie gekommen ist.

—Was immer du hast —murmelte Aurora.

Sie setzten sich einander gegenüber. Der Tisch war schmal, und die Knie der einen streiften unter ihm die der anderen, wenn sich eine von beiden auf dem Stuhl verschob. Aurora lernte schnell, sich nicht zu rühren. Der Docht, der zwischen ihnen brannte, warf flackernde Schatten über ihre Gesichter, und jedes Mal, wenn die Flamme durch einen Luftzug zur Seite kippte, veränderten sich Marisols Züge: jetzt sanft, jetzt ernst, jetzt etwas anderes, das die junge Frau noch nie in einer Frau gesehen hatte.

—Wie bist du allein gelandet? —fragte Marisol, ohne sie direkt anzusehen, während sie ein Stück Brot brach—. Wenn du nicht darüber sprechen willst, musst du nicht.

Aurora senkte den Blick auf ihren Teller.

—Meine Mutter ist vor einem Jahr gestorben. Fieber. Drei Tage Fieber, dann war sie weg. —Sie schluckte—. Sie war alles, was mir geblieben war. Meinen Onkel habe ich nie kennengelernt, nur aus Briefen, die meine Mutter in einer Blechschachtel aufbewahrt hat. Sie sagte, er sei ein guter Mann, nur still. Als ich erfuhr, dass auch er gestorben war, weiß ich nicht… irgendetwas hat mich hierher getrieben. Mir schien es nicht recht, das Haus nicht kennenzulernen, in dem der Bruder meiner Mutter gelebt hatte.

Marisol legte das Brot auf den Tisch und sah sie lange an, als hätte sie in einer Menge eben eine vertraute Stimme erkannt.

—Dein Onkel war genau das. Still und gut. Er redete wenig, aber wenn er redete, sagte er kein Wort zu viel. —Sie lächelte halb—. Ich habe meinen Mann verloren, das war er. Und jetzt sitze ich hier, in dieser Hütte, mit einem Sohn, der noch kein Jahr alt ist, und dem Gefühl, dass das Schweigen dieses Hauses mich lebendig auffressen wird.

Aurora hob den Blick. Zum ersten Mal seit langer Zeit saß auf der anderen Seite eines Tisches jemand, der die genaue Form der Leere zu kennen schien, die sie in sich trug.

—Es tut mir leid —sagte sie leise.

—Ich weiß.

Die Hände der beiden lagen auf dem Tisch, nicht zu weit voneinander entfernt. Marisol bewegte ihre und strich mit der Fingerspitze ihres kleinen Fingers über den Handrücken von Aurora. Die Geste dauerte weniger als eine Sekunde, doch der jungen Frau stellte es die Haut vom Unterarm bis zum Ellbogen auf. Marisol zog die Hand zurück und tarnte es damit, dass sie sie an den Docht hielt, als wolle sie sich die Finger wärmen.

—Es ist spät —sagte sie—. Du solltest dich ausruhen.

***

Der Junge fing an zu weinen, bevor eine von beiden aufstehen konnte. Es war ein schriller, hungriger Schrei, der eines Babys, dem die Uhrzeit egal ist. Marisol stand mit einer Bewegung auf, die Aurora als tausendmal geübt erkannte: schnelle Schritte zur Wiege, sichere Hände beim Hochheben, eine sanfte Stimme, die schon tröstete, bevor sie seinen Kopf berührte.

—Entschuldige einen Moment —sagte sie—. Er muss essen.

Sie setzte sich wieder, diesmal mit dem Kind auf dem Arm. Aurora dachte, sie würde sich in eine Ecke zurückziehen, vielleicht den Rücken zuwenden. Aber Marisol setzte sich an dieselbe Stelle, ihr gegenüber, und löste mit der Selbstverständlichkeit alltäglicher Handgriffe die Schleife des Mieders. Der Stoff gab nach und glitt von der Schulter, bis die linke Brust freigelegt war. Die Haut war blass, von einer feinen Vene durchzogen, und die Brustwarze war dunkel und fest, bereit. Der Junge trank gierig an. Einen Augenblick lang war alles still, dann hörte man nur das gedämpfte Geräusch des Saugens.

Aurora hörte auf zu atmen. Nicht wörtlich, aber fast. Ihre Augen waren an Marisols Brust gefesselt und ließen sich nicht heben. Sie spürte, wie das Blut ihr den Hals hinaufstieg, wie die Ohren brannten, wie eine Welle ihren Rücken hinablief und zwischen ihren Schenkeln pochend liegen blieb, eine neue, feste Hitze, die ihre Unterwäsche durchnässte, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte. Sie presste die Hände auf die Knie. Schaute auf die Veilchen. Schaute zur Decke. Sah wieder Marisol an. Sie spürte ihr Geschlecht pochen, anschwellen gegen die Naht des Höschens, jeder Herzschlag weiter unten wiederholt, mit einer Dringlichkeit, die sie nie gekannt hatte.

Sie konnte nichts dagegen tun.

Marisol sah nicht den Jungen an. Marisol sah sie an. Und dieser Blick war nicht schamhaft. Er war feststellend, wie der von jemandem, der etwas merkt, das er schon geahnt hat.

—Es ist schön, sie so zu sehen —stammelte Aurora, weil sie etwas sagen musste, sonst würde sie zerplatzen—. So nah bei dir.

—Ja. —Marisols Stimme klang etwas tiefer als zuvor—. Es ist schön.

Das Baby trank weiter. Marisol streichelte ihm mit der freien Hand langsam den Kopf, zeichnete Kreise in den hellen Flaum. Aurora sah längst nicht mehr das Kind an. Sie sah die Hand. Sie sah die Rundung der Brust, die das Kind nicht einnahm, weiß und voll, mit einem milchigen Tropfen, der an der anderen Brustwarze auftauchte und langsam über die Haut lief, bis er unter dem herabgerutschten Kleid verschwand. Sie sah die Linie von der Schlüsselbeinkuhle bis zur nackten Schulter. Sie schluckte so heftig, dass sie sicher war, die andere Frau müsse es gehört haben.

—Aurora —sagte die Frau.

—Ja?

—Du musst den Blick nicht abwenden. Wenn du schauen willst, dann schau.

Aurora antwortete nicht. Sie wusste nicht wie. Ihre Wangen brannten, ihre Schenkel pressten sich von selbst zusammen, ohne dass sie es befahl, rieben langsam aneinander, um das Pochen zu beruhigen, das zwischen ihren Beinen wuchs. Marisol bewegte sich nicht. Sie nährte den Jungen mit derselben Ruhe wie zuvor, doch jetzt lag etwas anderes in der Art, wie sie es tat, ein Bewusstsein, eine Art, sich dem Blick anzubieten, die fast einer Einladung glich.

So vergingen mehrere Minuten. Der Junge schlief ein, bevor er die Brustwarze losließ. Marisol löste ihn mit einem Finger, küsste seine Stirn und stand auf, um ihn zurück in die Wiege zu legen. Als sie zurückkam, schloss sie das Kleid nicht. Sie setzte sich Aurora gegenüber, die Brust noch immer entblößt, geschwollen und mit dem milchigen Tropfen, der im Licht des Dochtes schimmerte, als hätte sie beschlossen, nichts mehr zu verbergen.

—Komm her —sagte sie leise.

Aurora stand auf, ohne nachzudenken. Sie umrundete den Tisch mit Beinen, die ihr nicht richtig gehorchten. Als sie vor Marisol stand, nahm die Frau ihre Hände und legte sie auf ihre eigenen Knie. Marisols Hände waren warm und etwas rau, die Hände von jemandem, der Holz trägt und am Fluss Wäsche wäscht.

—Du zitterst —sagte sie—. Hast du Angst?

—Ich weiß nicht.

—Willst du gehen?

—Nein.

Marisol strich mit einer Hand langsam den Arm hinauf bis zum Ellbogen. Dort blieb sie. Aurora schloss die Augen. Sie spürte die Berührung, die Wärme der Handfläche auf der Haut, und jenes neue Pochen zwischen ihren Beinen, das die ganze Nacht gewachsen war und nun nicht mehr zu ignorieren war. Sie merkte, wie ihr Geschlecht nass war, wie die inneren Lippen geschwollen gegeneinander drückten, jedes Mal, wenn sie tief einatmete.

—Warst du schon einmal mit einer Frau zusammen? —fragte Marisol.

—Nie.

—Mit einem Mann?

Aurora schüttelte den Kopf.

Marisol zog sie zu sich heran. Nicht hastig. Sie setzte sie seitlich auf ihren Schoß, wie man jemanden setzt, der Trost sucht. Sie legte ihren Kopf an die nackte Schulter und strich mit einer Hand durch ihr Haar, kämmte sie ohne Kamm. Aurora spürte die warme Brust der anderen Frau an ihrer Seite, die noch von Milch feuchte Haut und einen süßen, pflanzlichen Geruch, der sie benommen machte.

—Heute Nacht passiert nichts, was du nicht willst —sagte Marisol an ihrem Ohr—. Aber wenn du willst, dass etwas passiert, dann wird es passieren. Das entscheidest du.

Aurora hob das Gesicht. Marisols Mund war drei Fingerbreit von ihrem entfernt. Sie blieb dort, sah sie an und wusste nicht, ob sie die Erlaubnis hatte, diesen Abstand zu verringern.

—Ich will —sagte sie schließlich.

Marisol rührte sich nicht.

—Bist du sicher?

—Ja.

Die Frau strich ihr mit dem Daumen langsam über die Wange und neigte dann, als sie sicher war, dass sich die Antwort nicht mehr ändern würde, ihr Kinn ein wenig. Als sich ihre Lippen berührten, waren sie weich, fast eine Frage, und erst als Aurora mit ein klein wenig mehr Druck erwiderte, den Mund kaum öffnete, verstand Marisol, dass die Antwort ja war. Ja. Ja.

Der Kuss wurde sogleich tief. Aurora hatte noch nie jemanden auf diese Weise geküsst, aber der Körper wusste, was die Worte sie nicht gelehrt hatten. Sie spürte, wie Marisols Zunge langsam eindrang, die ihre suchte, sich mit ihr verflocht, und dann nicht mehr so langsam: Die Frau fraß ihr den Mund, sog an ihrer Unterlippe, knabberte daran, bis Aurora im Kuss aufstöhnte. Eine große Hand glitt von ihrem Nacken bis zur Mitte des Rückens, die Finger öffneten sich gegen den Stoff des Kleides, und die andere Hand wanderte an ihrem Schenkel unter dem Rock hinauf, ohne Erlaubnis, aber ohne Zögern, bis sie in der heißen Mulde ihrer Hüfte anhielt.

—Oh Gott —keuchte Aurora, als Marisol sie am Hals biss.

—Noch hab ich gar nichts gesagt —flüsterte die Frau gegen ihre Haut und lachte leise—. Warte.

Marisol nahm ihre Hand und führte sie an die freie Brust, an die, die der Junge nicht leer getrunken hatte. Die Haut war heiß, fest, von Milch geschwollen. Aurora spürte die Härte, das Gewicht, die Nässe der Brustwarze in ihrer Handfläche. Sie schloss langsam die Finger, und Marisol schloss die Augen und stieß einen Seufzer aus, der ihr aus dem Bauch kam.

—So —flüsterte sie—. Drück sie mir. Hab keine Angst, du kannst sie nicht zerbrechen.

Aurora gehorchte. Sie drückte zu, und ein Tropfen Milch trat aus der Brustwarze und lief über den Handrücken ihrer Finger. Marisol nahm ihr Handgelenk und führte ihre befleckten Finger an den Mund. Aurora lutschte sie ohne nachzudenken, mit offenen Augen, und der warme, süße Geschmack löste in ihrer Leiste etwas aus, das sie die Schenkel wieder zusammenpressen ließ.

—Runter mit dem Mund —sagte Marisol—. Saug mir die Brust. Wie der Junge, nur langsamer.

Aurora glitt von ihrem Schoß auf den Boden. Sie kniete zwischen den geöffneten Beinen der Frau, das graue Kleid Marisols bis über die Knie hochgeschoben, und brachte den Mund an die geschwollene Brustwarze. Sie nahm sie langsam, zuerst mit den Lippen, dann mit der Zunge, und als sie den Mund darum schloss, füllte sich dieser schlagartig mit Milch. Sie schluckte. Marisol hielt ihren Kopf mit beiden Händen und drückte sie an ihre Brust.

—Ja, genau so, saug —keuchte sie—. Saug so viel du kannst, mir platzt das Ding seit gestern, es platzt mir gleich. Saug kräftig, Aurora, stärker.

Aurora saugte. Sie saugte, bis sie sie leer getrunken hatte, die Zunge arbeitete an der Brustwarze, die Augen geschlossen, die Hände an Marisols Schenkeln über dem Kleid festgekrallt. Die Frau streichelte ihren Nacken, kratzte ihr sanft über die Kopfhaut, stöhnte jedes Mal, wenn die Junge mit dem Mund zog. Als die Brust weich geworden war, hob Marisol ihren Kopf und leckte ihre von Milch verschmierten Lippen, bevor sie sie erneut küsste, diesmal wirklich hungrig, mit offenem Mund und schamloser Zunge.

—Komm —sagte sie und zog an ihren Händen—. Ins Bett. Ich will dir das nicht auf einem Stuhl antun.

Sie überquerten die vier Schritte, die sie von der Matratze trennten. Marisol zog sie im Stehen aus, ohne Eile, löste mit sicheren Fingern jeden Knoten des grauen Kleides. Als der Stoff zu Boden fiel, blieb Aurora im Unterhemd zurück. Marisol hob ihr das Kleidungsstück über den Kopf und blieb stehen, um sie anzusehen: die kleinen, hohen Brüste, deren Brustwarzen bereits hart und rosig waren, die schmale Taille, der flache Bauch und darunter der dunkle, kastanienfarbene Haarbusch zwischen den Beinen, den die junge Frau instinktiv mit den Händen bedecken wollte.

—Nein —sagte Marisol und nahm ihr sanft die Hände weg—. Lass mich dich ansehen. Du weißt gar nicht, wie hübsch du bist.

Die Frau zog sich ihrerseits aus, mit einer Schnelligkeit, die Aurora obszön und vollkommen vorkam. Das Kleid fiel, das Unterhemd fiel, und sie stand nackt vor ihr: die großen, vollen Brüste, eine noch straff, die andere vom Kind geleert, der Bauch mit der dunklen Linie der Schwangerschaft noch sichtbar, die breiten Hüften, die dicken, blassen Schenkel und dazwischen ein dicht behaartes, dunkles Geschlecht, das der jungen Frau ohne ersichtlichen Grund das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ.

—Leg dich hin —sagte Marisol.

Aurora ließ sich auf die gewebte Decke auf den Rücken sinken. Marisol kletterte rittlings über sie, und das heiße Gewicht ihres Körpers drückte sie so auf die Matratze, dass sie unwillkürlich stöhnte. Die Brüste der Frau hingen ihr über das Gesicht. Marisol führte eine an ihren Mund und Aurora nahm sie erneut, diesmal mit mehr Vertrauen, saugte, bis die Milch wieder kam. Mit der anderen Brustwarze streifte die Frau ihre Lippen, malte ihr den Mund weiß, lachte leise, als die junge Frau die Zunge herausstreckte, um den Tropfen zu erwischen.

—Du kleine Schleckmaus —murmelte Marisol—. Dabei sahst du so still aus.

Sie begann hinabzusteigen. Sie küsste ihren Hals, biss in ihr Schlüsselbein, leckte beide Brustwarzen langsam, bis Aurora den Rücken bog und mehr verlangte. Sie leckte ihren Bauch. Sie versenkte ihre Zunge in ihrem Nabel. Und sie ging weiter hinunter, bis Aurora den heißen Atem der Frau zwischen ihren Beinen spürte und sich ihr ganzer Körper schlagartig anspannte.

—Mach auf —sagte Marisol und schob ihre Knie auseinander—. Mach auf, Aurora, lass mich dich sehen.

Aurora machte auf. Sie spürte Marisols Hände, wie sie ihre Schamlippen auseinanderzogen, spürte die kühle Luft der Hütte auf dem nassen Fleisch, und dann, ohne Vorwarnung, die Zunge. Die Frau strich mit der ganzen Zunge von unten nach oben, langsam, flach, saugte an allem, und Aurora schrie auf. Es war ein kurzer Schrei, sofort gegen die eigene Hand erstickt, weil der Junge drei Schritte entfernt schlief, aber es war ein Schrei.

—Still —flüsterte Marisol gegen ihr Geschlecht und lachte und leckte weiter.

Sie leckte ohne Pause. Sie umkreiste die Klitoris mit der Zungenspitze, erst sanft, dann mit mehr Druck, zog Kreise, die der jungen Frau Zuckungen in den Schenkeln entrissen. Sie schob die Zunge so tief wie möglich in sie hinein, und Aurora spürte zum ersten Mal in ihrem Leben, wie etwas an dieser Stelle in ihren Körper eindrang. Sie saugte an ihren Lippen, an beiden, mit dem ganzen Mund. Sie biss mit den Lippen in die Vorhaut der Klitoris und zog sanft daran, bis Aurora in die Decke stöhnte.

—Marisol —keuchte Aurora—, Marisol, ich weiß nicht, was mit mir passiert…

—Du wirst kommen —sagte die Frau und hob das nasse Gesicht—. Das passiert mit dir. Lass es zu.

Sie senkte den Mund wieder. Jetzt saugte sie nur noch an der Klitoris, die Zunge schnell, der Mund darum geschlossen, und gleichzeitig schob sie zwei Finger in sie hinein. Aurora spürte die Dehnung, ein kurzes Brennen, dann eine warme Fülle, die alles in ihr verschob. Marisol krümmte ihre Finger nach oben und fand etwas, einen Punkt, und begann dort innen zu drücken, während die Zunge draußen nicht aufhörte.

Aurora kam mit den Zähnen in ihren eigenen Unterarm geschlagen. Sie kam für das, was ihr wie Minuten vorkam, die Hüften hoben und senkten sich von selbst, das Geschlecht presste sich immer wieder gegen Marisols Finger, durchnässte ihre ganze Hand, ihr Kinn, den Mund, den Hals. Als es vorbei war, weinte sie und wusste nicht warum.

Marisol kam hoch, um sie zu küssen. Aurora schmeckte sich selbst im Mund der Frau, diesen neuen salzigen Geschmack, und merkte, dass sie ihn mochte. Sie mochte ihn sehr.

—Geht’s dir gut? —fragte Marisol an ihrem Ohr.

—Ja.

—Willst du mehr?

—Ja.

—Willst du mich probieren?

Aurora nickte schweigend. Marisol lachte und richtete ihren Kopf so, dass sie nebeneinander, einander gegenüber, mit verschlungenen Beinen lagen. Sie nahm eine ihrer Hände und führte sie an ihr Geschlecht.

—Fass mich erst an —sagte sie—. Spür, wie ich bin.

Aurora berührte sie. Ihre Finger versanken sofort zwischen den dunklen Haaren und fanden eine so dicke Feuchtigkeit, dass sie überrascht war. Marisol war triefend nass. Das Geschlecht der Frau war fleischig, geöffnet, mit großen, heißen Lippen, und in der Mitte fand Aurora die geschwollene, leicht zu erkennende Klitoris. Sie begann, sie langsam zu streicheln, Marisols Bewegungen nachahmend, und die Frau stieß einen langen Seufzer aus und spreizte die Beine weiter.

—So, genau so —sagte sie—. Steck sie rein.

Aurora schob zwei Finger hinein, und dann, als Marisol sie mit einem Stöhnen um mehr bat, einen dritten. Die Frau war innen weit, wärmer als der Mund, und sie umklammerte ihre Finger mit sanften Stößen, jedes Mal, wenn sie tief hineindrang. Aurora sah ihr ins Gesicht, während sie sie fickte, hypnotisiert davon, wie sich ihre Stirn kräuselte, wie sie auf die Lippe biss, wie sich ihr Hals spannte. Nie zuvor hatte sie etwas so Schönes gesehen wie eine Frau kurz vor dem Kommen.

—Mit dem Mund —keuchte Marisol—. Aurora, mit dem Mund, bitte.

Die junge Frau ging hinunter. Sie machte es sich zwischen den dicken, heißen Beinen der Frau bequem und brachte ihr Gesicht an das Geschlecht. Der Geruch war stark, salzig, tierisch, und sie mochte ihn. Sie streckte die Zunge heraus und führte sie vorsichtig über die inneren Lippen, und Marisol legte ihr die Hand in den Nacken und drückte sie an sich.

—Tiefer —sagte sie—. Hab keine Angst. Saug. Alles.

Aurora saugte. In dieser Nacht lernte sie, ein Geschlecht zu lecken wie jemand, der eine Sprache lesen lernt, von der er nur die Vokale kennt. Sie lernte, dass, wenn sie mit gleichmäßigem Rhythmus die flache Zunge über die Klitoris gleiten ließ, Marisol lang und dumpf stöhnte. Sie lernte, dass, wenn sie die Zunge in sie hineinschob, die Frau ihre Hüften ihr ins Gesicht hob. Sie lernte, dass ein mit Vorsicht eingeführter Finger in den Arsch, mit der überschüssigen Nässe, Marisol so sehr unter ihr winden ließ, als würde man ihr die Seele herausreißen.

—Dort —keuchte die Frau, eine Hand in ihrem Nacken, die andere die Decke verkrampfend—. Dort, dort, hör nicht auf, Aurora, du verdammtes Miststück, hör nicht auf…

Marisol kam mit beiden Beinen an Auroras Gesicht gepresst, drückte ihr die Ohren mit den Schenkeln zu, bis sie taub wurde, und benetzte ihr ganzes Kinn und den Hals. Als die junge Frau sich zurückzog, hatte sie ein nasses Gesicht und ein dummes, stolzes Lächeln, das Lächeln von jemandem, der gerade entdeckt hat, wozu ein Mund wirklich gut ist.

Dabei blieb es nicht. Marisol legte sie bäuchlings hin und küsste ihren ganzen Rücken, Wirbel für Wirbel, bis zum Po. Sie spreizte ihr mit beiden Händen die Backen und strich mit der Zunge dazwischen entlang, und Aurora vergrub das Gesicht im Kissen, um nicht zu schreien. Sie leckte ihr langsam, kreisend, den After, bis die junge Frau aus eigenem Antrieb die Hüften hob und mehr verlangte. Und von hinten, mit Aurora auf allen vieren und dem Gesicht gegen die Decke gepresst, schob Marisol ihr drei Finger ins Geschlecht und streichelte mit der anderen Hand weiter die Klitoris, bis sie ein zweites Mal kam, zitternd, in die Decke beißend, um den Jungen nicht zu wecken.

Sie endeten umarmt, verschwitzt, die gewebte Decke als Knäuel zu ihren Füßen und die Körper aneinandergepresst, an der Brust, am Bauch, an den Schenkeln. Marisol streichelte ihr mit den Fingerspitzen den Rücken. Aurora hatte die Hand zwischen den Schenkeln der Frau, bewegte sie nicht, fühlte nur die Wärme.

—Morgen zeig ich dir mehr —murmelte Marisol in ihr Haar—. Jetzt schlaf.

—Ich will nicht schlafen.

—Schlaf trotzdem. Die Nacht ist noch lang.

Das Feuer brannte niedrig im Herd. Der Junge schlief in der Wiege. Die Hütte war klein und die Welt in dieser Nacht noch kleiner. Auf dem Tisch, neben dem Docht, dem das Öl schon ausging, warteten die Veilchen, die Aurora den ganzen Weg getragen hatte, schweigend auf das Wasser, das sie in dieser Nacht doch nie brauchen würden.

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Kommentare(7)

HeisseTraeumerin

boah, was eine atmosphäre. hab direkt gänsehaut bekommen beim lesen

Josefine

Bitte sag mir dass es einen zweiten Teil gibt, ich MUSS wissen wie es weitergeht!!

ZweimalGelesen

schon zweimal gelesen und beim zweiten mal wars noch besser. solche texte findet man hier nicht oft

SommerLesenAG

hat mich irgendwie an einen sommer auf dem land erinnert. schwer zu erklären aber das gefühl kenn ich

StillerLeser

die eröffnungsszene ist eigendlich unglaublich. selten so schnell in eine geschichte reingezogen worden

WochenendLeserin

mehr davon!!!

Lena_Koeln

neu hier und das ist zufällig das erste was ich angeklickt hab. bereue es absolut nicht

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