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Relatos Ardientes

Zwei Sklavinnen für den Sammler

Die Wohnung roch nach Make-up, nach Harz von Perücken und nach der spezifischen Erschöpfung derjenigen, die drei Tage lang für fremde Kameras gelächelt haben. Nadia schloss die Tür mit der Schulter und ließ die Cosplay-Tasche auf das Sofa fallen. Sofía, hinter ihr, löste sich am Türrahmen stehend die Plateaustiefel, die Augen schon halb geschlossen.

Die beiden hatten das Wochenende auf der größten Convention des Jahres verbracht, verkleidet als die Zwillings-Maids aus einer Anime-Serie, die in diesem Jahr ungeheuer populär geworden war. Das Ergebnis war genau das, was sie erwartet hatten: Fanschlangen, endlose Fotos, Rekordverkäufe. Ein Erfolg, der jetzt schwer auf den Beinen und Schultern lastete.

Nadia war die Zierlichere: ein Meter dreiundfünfzig, helle Haut, haselnussbraune Augen mit jener besonderen Wärme von Menschen, die leicht lachen. In der Cosplay-Welt kannte man sie als Tsuki. Sofía war Hana: einen Zentimeter größer, etwas dunklerer Teint, riesige grüne Augen, die die Kamera mit fast ungerechter Treue einfing. Wenn Nadia eine kalkulierte Unschuld ausstrahlte, brachte Sofía stets den Funken, die Koketterie, die Geste mit, die die Symmetrie ihrer gemeinsamen Auftritte brach.

Sie lebten seit zwei Jahren zusammen. Was als praktische Zusammenarbeit begonnen hatte, war in etwas mündet, das schwerer zu benennen und viel leichter zu fühlen war.

—Duschen und dann schlafen —sagte Nadia, auch wenn die Art, wie sie Sofía den Pony von der Stirn strich, alles andere als pragmatisch war.

Sofía packte sie am Handgelenk, bevor sie sich entfernen konnte.

—Zuerst duschen —gab sie nach—. Den Rest sehen wir dann.

Die Dusche wurde lang und unbeholfen, die beiden unter demselben Strahl, weil nach drei Tagen Convention keine von ihnen Geduld hatte, auf ihren Turn zu warten. Sofía seifte Nadia mit offenen Handflächen den Rücken ein und glitt bis zur Rundung ihres Hinterns hinab, in einer Langsamkeit, die mit Hygiene nichts mehr zu tun hatte. Nadia drehte sich um, sah sie von unten an mit diesen nassen haselnussbraunen Augen, und biss ihr in die linke Brustwarze, bevor Sofía protestieren konnte.

—Du hast gesagt, zuerst duschen —murmelte Sofía mit heiserer Stimme und packte ihr das nasse Haar mit beiden Händen.

—Wir sind doch schon in der Dusche.

Sie kamen in Handtücher gehüllt heraus, die nicht einmal bis zum Flur reichten. Sofía warf ihres auf den Boden des Schlafzimmers und ließ sich rücklings aufs Bett fallen, die Beine gespreizt, noch immer tropfend. Nadia kletterte wortlos auf sie, setzte sich rittlings auf ihr Gesicht und packte ihren Kopf mit beiden Händen.

—Leck meine Muschi —sagte sie, und das war keine Bitte.

Sofía packte sie mit beiden Händen am Hintern und zog sie mit einem Ruck zu ihrem Mund hinab. Sie fuhr mit der ganzen Zunge langsam von unten nach oben, kostete das heiße Wasser und Nadias eigenen Geschmack darunter. Sie leckte mit flacher Zunge, dann mit der Spitze, umrundete die Klitoris in engen Kreisen, die Nadia ein kurzes, scharfes Stöhnen entlockten. Sie schob die Zunge hinein und kam wieder hoch. Sie saugte die Klitoris zwischen den Lippen und ließ sie mit einem nassen Kuss los. Nadia begann, ihr mit den Hüften das Gesicht zu bewegen, rieb sich ohne jede Scham an ihrem Mund, die Schenkel zitternd bei jedem Zug.

—Genau so, genau so, hör nicht auf, Schlampe —keuchte Nadia und drückte ihr ins Haar—. Leck sie mir ordentlich, los.

Sofía schob ihr auf einmal zwei Finger hinein, und Nadia krümmte sich nach vorn mit offenem Mund. Die Finger drangen ein und aus mit einem obszön nassen Geräusch, suchten diese Stelle tief in ihr, die Sofía auswendig kannte, während die Zunge unablässig an ihrer Klitoris arbeitete. Nadia spürte, wie sich alles in ihrem Unterleib erhitzte, wie sich ihre Beine spannten, wie dieses elektrische Kitzeln ihr den Rücken hinaufstieg wie eine Warnung.

—Ich komme, ich komme, nicht aufhören —schrie sie, und sie kam auf Sofías Mund mit einem langen Krampf, der ihr ein gutturales Stöhnen entriss und ihr Gesicht und Kinn durchnässte. Sofía leckte sie weiter langsam aus, während sie wieder abebbte, holte sich noch jedes Zittern, das übrig war, schluckte, was sie konnte.

Nadia ließ sich zur Seite rollen, noch immer zitternd. Bevor sie wieder Luft holte, drehte sie sich um und ging auf allen vieren zwischen Sofías Beinen.

—Jetzt du.

Sie spreizte ihr die Beine weiter auseinander und versenkte das Gesicht ohne Zeremonie in Sofías Muschi. Sofía war bereits völlig durchnässt. Nadia fraß sie mit Hunger, die Zunge tief hineingeschoben, saugte an ihren Lippen, knabberte vorsichtig an ihrer geschwollenen Klitoris. Sofía klammerte sich mit beiden Händen an die Laken, den Rücken durchgebogen, und stöhnte durch zusammengebissene Zähne.

—Steck die Finger rein, los, mehr, mehr —bat sie, und Nadia schob ihr auf einmal drei hinein, krümmte sie nach oben, machte diese schnelle Bewegung, die Sofía nie lange aushielt. Sofía kam wenige Minuten später, drückte das Becken gegen Nadias Gesicht und biss sich auf den Handrücken, um den Nachbarn nicht zu wecken.

Sie blieben noch eine Weile so, Nadias Kopf auf Sofías innerem Oberschenkel, schwer atmend, leise lachend vor reiner Erschöpfung.

—Jetzt aber schlafen —sagte Sofía.

—Jetzt aber.

***

Um drei Uhr morgens war die Wohnung vollkommen still. Die beiden schliefen eng umschlungen auf dem Bett, die Stirn der einen an die der anderen gelehnt, der Atem im gleichen Takt wie bei zwei Menschen, die seit Langem lernen, denselben Raum zu teilen. Keine von beiden hörte den Türknauf sich drehen. Keine spürte die kalte Luft, die vom Flur hereinströmte.

Der Mann bewegte sich mit der mechanischen Effizienz von jemandem, der dieses Vorgehen oft genug wiederholt hat, um nicht mehr darüber nachdenken zu müssen. Er zog ein kleines Fläschchen aus der Jackentasche, tränkte ein Stofftuch und beugte sich zuerst über Sofía. Der Kontakt war minimal, fast zärtlich. Ein Atemzug, und die grünen Augen schlossen sich widerstandslos. Dann Nadia. Dasselbe Ergebnis: Die haselnussbraunen Augen versanken in einem traumlosen Schwarz.

Raúl brauchte weniger als zwanzig Minuten. Nylonseile, die nicht nachgaben. Knebel, die jede Möglichkeit zu sprechen ausschalteten. Dicke Lederhalsbänder, mit einem metallischen Klicken festgezogen, das in der Stille des Zimmers wie ein Urteil klang. Er trug zuerst Sofía, dann Nadia, und setzte sie in den schwarzen Transporter, der im Keller des Gebäudes mit ausgeschaltetem Motor wartete.

Bevor er die Hecktüren schloss, betrachtete er sie einen Moment lang.

—Der Kunde wird mit diesen beiden sehr zufrieden sein —murmelte er, und schlug die Tür mit einem metallischen Knall zu, der in der Stille des Kellers widerhallte.

***

Nadias erster Gedanke war, dass sie immer noch träumte. Der zweite war, dass der Boden für einen Traum viel zu kalt war. Der dritte lähmte sie völlig: Ihre Hände reagierten nicht.

Sie öffnete die Augen im fast völligen Dunkel des Fahrzeuginneren. Die Bewegung war ständig, ein dumpfes Vibrieren, das Geräusch des Asphalts. Sie versuchte aus purem Instinkt, sich die Hände vors Gesicht zu führen, und spürte, wie das Seil ihre Handgelenke verbrannte: die Ellbogen hinter dem Rücken unbeweglich, die Knöchel an ein seitliches Metallrohr gekettet. Im Mund verhinderte der Knebel, dass sie irgendetwas anderes tun konnte, als unbeholfene Laute von sich zu geben. Das Halsband erinnerte sie mit jedem Pulsschlag daran, dass sie nicht mehr Herrin ihrer Bewegungen war.

Sie drehte den Kopf verzweifelt.

Sofía war weniger als einen Meter entfernt, in derselben erniedrigenden Position: kniend, die Arme unbeweglich, das braune Haar wirr über der halben Stirn. Ein Faden Speichel rann aus dem Mundwinkel.

—Mmmph! —versuchte Nadia und riss den Körper nach vorn.

Sofías Lider zuckten. Ihre grünen Augen öffneten sich mit qualvoller Schwere. Für ein paar Sekunden war da nur Verwirrung, der Nachhall eines unterbrochenen Traums. Dann stellte sich der Fokus ein, und sie traf auf Nadias in Tränen gebadeten Blick. Die Wiedererkennung war augenblicklich und brutal: Verwirrung verwandelte sich in pures Entsetzen.

Sofía begann sich zu wehren. Die Seile spannten sich und schürften ihre Handgelenke auf. Beide versuchten, sich einander entgegenzuschieben, auf der Suche nach dem einzigen verbleibenden Zufluchtsort, doch die Verankerungen gaben nicht nach. Das Fahrzeug nahm eine enge Kurve, und Nadias Körper schlug gegen die Metallwand. Der Aufprall war kurz, dumpf, demütigend.

So verharrten sie mehr als eine Stunde: unfähig zu sprechen, unfähig sich zu berühren, einander ansehend, weil das das Einzige war, was man ihnen noch nicht genommen hatte.

***

Der Transporter hielt mit einem letzten Kreischen irgendwo an einem Ort, wo der Asphalt längst in einen unbefestigten Weg übergegangen war. Als die Hecktüren aufgingen, roch die hereinströmende Luft nach Kiefer und nasser Erde. Es gab keine Stadt, keine Straßenlaternen, nichts, was als Orientierung hätte dienen können. Nur Wald und, dahinter, die Scheinwerfer einer Anlage, umgeben von einem Zaun, die Nadia erst nach einer Sekunde als real verarbeitete.

Carmen erwartete sie im Hof mit verschränkten Armen und dem Ausdruck jemandes, der Inventar verwaltet. Sie war eine Frau von kräftiger Statur, das Haar streng hochgesteckt, der Blick klinisch. Neben ihr zündete Raúl sich eine Zigarette an, an der Seite des Transporters lehnend.

Als man ihnen die Knebel abnahm, sprach Sofía zuerst.

—Wo sind wir?! Was ist das hier für ein Ort?! Bitte helfen Sie uns!

Die Ohrfeige von Carmen war trocken, kalkuliert, getragen von der Präzision jemandes, der sie schon oft gegeben hatte. Sofías Kopf schlug zur Seite. Ein dunkler Faden begann aus dem Winkel ihrer Unterlippe zu laufen. Die Stille danach war vollkommen, abgesehen von Nadias Schluchzen.

—Lern schnell —sagte Carmen, ohne die Stimme zu heben—. Hier wird nicht geschrien.

Sie führten sie ins Innere. Die Zellen rochen nach Feuchtigkeit und kaltem Metall. Ein Stuhl aus Stahl, am Boden festgeschraubt, in der Mitte des Raums, ein Flutlicht, das mit elektrischem Summen flackerte, Steinwände ohne jedes Element, das als zeitliche Orientierung hätte dienen können. Sie mussten sich setzen, und man ließ sie so zurück, die Arme noch hinter dem Rücken gefesselt, für das, was wie eine Ewigkeit erschien.

Bevor sie miteinander sprechen konnten, kam Raúl erneut herein, mit zwei weiteren Männern und einer Schere für Maßschneider. Man schnitt ihnen beiden die Kleidung ohne Zeremonie vom Leib, ließ den Stoff in Fetzen auf den Steinboden fallen. Nadia versuchte instinktiv, die Beine zu schließen, und bekam einen Hieb mit der Gerte an den inneren Oberschenkel, der ihr einen Schrei entriss. Sofía schloss die Augen und rührte sich nicht.

—Beine auseinander —befahl Raúl Nadia—. Beide.

Nadia gehorchte mit tränennassen Wangen. Die drei Männer untersuchten sie mit derselben Kälte, mit der man Vieh vor einer Messe begutachtet. Einer öffnete Sofía mit zwei behandschuhten Fingern die Lippen der Muschi und bemerkte laut zu Carmen, die Ware sei in gutem Zustand. Ein anderer drückte Nadias Brustwarzen, bis sie sich reflexhaft verhärteten, und nickte.

—Rasiert, eingecremt, keine Spuren —zählte Carmen von der Tür aus auf, während sie Punkte auf einem Tablet abhakte—. Rodrigo wird zufrieden sein.

—Für wen sind wir? —fragte Nadia leise, als Carmen mit einem versiegelten Umschlag zurückkam.

Die Frau hob die Augen nicht von dem Papier, das sie las.

—Für Rodrigo —antwortete sie, als würde das alles erklären.

Und an der Art, wie Raúl beim Namen mit dem Rauchen aufhörte, begriff Nadia, dass es das auch tat.

***

Was danach kam, konnte sie nicht in Zeit messen, sondern nur in Empfindungen. Der Stich in den Hals, der sie in eine andere chemische Leere versinken ließ. Die Kälte des Stahls, als sie wieder zu Bewusstsein kam. Und dann, langsam, das Begreifen der Position, in der sie sich befand.

Sie war Sofía von Angesicht zu Angesicht gegenüber, so nah, dass sie die Wärme ihres Atems spüren konnte. Ihre nackten Körper pressten sich aneinander, gezwungen von einer Metallkonstruktion, die sie auf Hüfthöhe durch einen Stahlgürtel festhielt, von dem vier Ketten zur Decke führten und sie wenige Zentimeter über dem Boden schweben ließen. Ihre Knöchel waren an die Basis der Konstruktion gekettet, die Beine bis an die Grenze gestreckt.

Sie versuchte, die Arme zu bewegen, und spürte sofort den Zug: Hände in umgekehrter Gebetshaltung erzwungen, an der Rückseite des Halsbands befestigt. Die Ellbogen hinter dem Rücken so fest verschnürt, dass sie sich fast berührten.

Doch was sie lähmte, war etwas anderes. Als sie versuchte, den Kopf von Sofías Kopf zu lösen, entstand ein Schmerzstoß auf ihrer Zunge und breitete sich mit einer Intensität nach unten aus, die ihr den Atem nahm. Ihre Zungen waren durchstochen und mit einer chirurgischen Stahlstange verbunden worden, die weiter hinten als gewöhnlich angesetzt war und sie zwang, den Kopf nach vorn zu neigen, um die Spannung auf den Muskel zu verringern. Von außen musste die Szene eine fast perfekte Geometrie haben: zwei ineinander verschlungene Körper in etwas, das wie ein endloser Kuss wirkte.

Und es gab noch mehr. Nadias rechte Brustwarze war mit Sofías linker verbunden, und umgekehrt, durch kreuzweise Piercings, die jede unabhängige Bewegung in einen stechenden Ruck im empfindlichsten Gewebe ihres Körpers verwandelten. Ihre durch den gegenseitigen Druck gequetschten Brüste waren der Mittelpunkt eines konstanten, vibrierenden Schmerzes, der sich mit jedem Atemzug verstärkte.

Carmen ging mit den Händen hinter dem Rücken um die Konstruktion herum und begutachtete die Symmetrie ihrer Arbeit.

—Sie haben zwei Möglichkeiten —sagte sie—. Stillhalten und weniger Schmerzen haben. Oder sich bewegen und viel mehr Schmerzen haben. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Sofía stieß ein Geräusch aus, halb Weinen, halb Frage. Ihre grünen Augen, die immer mit natürlichem Schalk geleuchtet hatten, waren rot und völlig verloren. Nadia fixierte sie mit dem Blick und wandte ihn nicht ab. Sofía. Die Person, deren Atem sie in der Dunkelheit erkannte, deren Geruch ihr vertrauter war als ihr eigener. Jetzt war sie hier, Zentimeter entfernt, und berührte sie auf eine Weise, die keine von beiden gewählt hatte.

Ich bin noch hier, wollte sie ihr sagen. Hier bei dir.

***

Von der Konsole in der Ecke aus aktivierte Carmen eine elektrische Entladung. Der Impuls lief mit plötzlicher Brutalität durch die in ihre Körper eingesetzten Vorrichtungen und spannte jeden Muskel gleichzeitig an. Aus bloßem Überlebensinstinkt versuchten beide, sich aufzubäumen und voneinander zu lösen, aber die die Zungen verbindende Stange verhinderte es mit grausamer Präzision, und die Brustwarzenpiercings spannten sich bis an die Grenze, drohten das empfindliche Gewebe zu zerreißen.

Das Keuchen der beiden blieb im Raum zwischen ihren Mündern gefangen, ohne Ausweg.

Als der Stromstoß nachließ, zitterte Nadia unkontrolliert. Jeder Krampf ihres Körpers übersetzte sich in einen Zug an Zunge und Brüsten Sofías, die erstickte Laute von sich gab, doppelt bestraft: durch ihren eigenen Schmerz und durch den der Person, die sie am meisten liebte. Es war eine mit Präzision konstruierte Grausamkeit, eine Falle, in der Mitgefühl und Schutzinstinkt sich gegen sie selbst kehrten.

Sofía atmete tief ein. Dann neigte sie, langsamer als jeder Schrei es je könnte, den Kopf, bis ihre Stirn Nadias Stirn fand. Sie schloss die Augen. Und mitten in all dem zwang sie auf ihre Lippen etwas, das einer Art Lächeln ähnelte.

Nadia weinte. Aber sie hörte auf zu zittern.

—Lernen Sie, stillzuhalten —sagte Carmen aus den Schatten, mit langsamem Klatschen—. Von jetzt an ist die Bewegung der einen die Agonie der anderen. Je früher Sie das verinnerlichen, desto besser für Sie beide.

***

Die Tür öffnete sich eine Stunde später, oder drei, oder gar nicht: Die Zeit an diesem Ort hatte aufgehört, als brauchbare Referenz zu funktionieren.

Rodrigo betrat den Raum mit der Behäbigkeit eines Sammlers, der seine Privatgalerie besucht. Er war um die fünfzig. Er trug einen dunklen, gut geschnittenen Anzug, der in obszöner Weise mit dem metallischen Geruch des Raumes kontrastierte. In seiner rechten Hand hielt er eine schwarze Lederleine, die mit dem Halsband von Laura verbunden war, einer jungen Frau, die mit auf den Boden geheftetem Blick und den automatischen Schritten eines Menschen ging, der sich längst nicht mehr daran erinnert, dass er einmal gewählt hat, wohin er geht.

Er blieb vor der Konstruktion stehen und betrachtete sie lange schweigend. Seine Augen glitten ohne Eile über das Bild, mit der zurückgehaltenen Zufriedenheit von jemandem, der genau das bekommt, was er bestellt hatte.

—Es ist großartig —sagte er leise—. Sie wirken wie ein einziges Wesen.

Er ging mit Lauras Leine in der Hand um die Konstruktion herum, blieb hinter Nadia stehen. Er strich ihr mit der offenen Hand über die Backe des Hinterns, drückte sie und teilte sie mit kaltem Daumen von der anderen.

—Und da geht noch mehr —bemerkte er mehr zu sich selbst als zu Carmen.

Er schob ihr von hinten zwei Finger zwischen die Schenkel und fand Nadias Muschi. Er führte sie ohne Gleitmittel ein, mit der Sicherheit von jemandem, der weiß, dass niemand protestieren wird. Nadia versuchte, die Beine zu schließen, und konnte es nicht: Die an die Basis geketteten Knöchel hielten sie offen. Die unwillkürliche Bewegung ihrer Hüfte ruckte an den Piercings, und Sofía stieß einen erstickten Laut gegen ihren Mund aus.

—Pssst —flüsterte Rodrigo Nadia ins Ohr—. Still. Je weniger du dich bewegst, desto weniger tut es ihr weh.

Er bewegte die Finger in ihr mit klinischer Ruhe, während er mit der anderen Hand die Hose öffnete. Er holte seinen Schwanz heraus, bereits hart, und rieb ihn ohne Eile an Nadias Hintern. Er packte ihre Hüften, um sich am Stahlrahmen zu stabilisieren, und drang mit einem langen Stoß tief in sie ein. Nadia spürte, wie der Schwanz ihre Muschi an eine tiefe Stelle öffnete, die ihr einen vor Schmerz erstickten Schrei entriss, der an der Stange, die ihre Zunge mit Sofías verband, hängen blieb. Der Schwung des Stoßes drückte ihre Brüste gegen die von Sofía, und die Piercings zerrten mit einem peitschenden, stechenden Schmerz am empfindlichen Gewebe.

—Ganz ruhig —sagte Rodrigo, ohne aufzuhören, in sie zu stoßen—. Wenn du dich bewegst, verletzt du sie.

Er begann, sie langsam zu ficken, in einem gemessenen Rhythmus, an den man sich unmöglich gewöhnen konnte. Jeder Stoß zwang Nadia, die Stirn gegen Sofías zu pressen, jedes Zurückziehen riss ein Zittern aus ihr, das sich über die Piercings bis in die Brust der anderen übertrug. Sofía weinte lautlos, der Mund offen an Nadias Mund, und kostete die Tränen, die ihr über das Kinn liefen. Ihre angebundenen Zungen streiften sich bei jedem Atemzug, ein erzwungener Kuss, der sie zwang, jedes Stöhnen, jeden Laut zu teilen.

Rodrigo erhöhte das Tempo. Er grub die Finger in ihre Hüften und stieß sie mit mehr Kraft, das nasse Geräusch von Nadias Muschi mischte sich mit den Schlägen von Haut auf Haut. Nadia hörte auf, sich zu wehren. Sie lockerte den Rücken, ließ sich ficken, ließ zu, dass der eigene Schmerz an einen Ort eindrang, den er fast nicht mehr erreichte. Alles, was ihr blieb, war, den Blick fest auf Sofías grüne Augen gerichtet zu halten, ihre Luft zu atmen, sich nicht einen Millimeter weiter voneinander zu entfernen als unbedingt nötig.

—Braves Mädchen —murmelte Rodrigo—. Du lernst schnell.

Als er in ihr zu kommen begann, mit einer Reihe kurzer, gutturaler Stöße, ließ er den Schwanz noch ein paar Sekunden länger in ihr, als nötig gewesen wäre, wie jemand, der eine Urkunde unterzeichnet. Dann zog er ihn langsam heraus, und Nadia spürte, wie das warme Sperma ihr an der Innenseite des Oberschenkels hinablief.

Rodrigo ging um die Konstruktion herum, bis er hinter Sofía stand. Er wischte seinen Schwanz beiläufig an ihrer Backe des Hinterns ab und wurde innerhalb weniger Sekunden wieder hart. Sofía fickte er in den Arsch, nicht in die Muschi. Das Eindringen war langsam, aber unerbittlich, ein anhaltender Stoß, der Sofía ein gutturales Heulen entriss, das die Stange zwischen ihren Zähnen einfing. Nadia spürte, wie Sofías Zittern durch ihre Brust fuhr, über die Piercings, spürte ihr Weinen an ihrem eigenen Mund, spürte, wie jeder Stoß von Rodrigo Sofía gegen sie drückte und an ihrer Zunge zerrte.

—Schau sie an —befahl Rodrigo Nadia, ihr über Sofías Schulter hinweg ins Ohr sprechend—. Schau sie an, während ich sie nehme. Das ist das Einzige, was du für sie tun kannst.

Nadia sah sie an. Sie hielt den grünen Blick, trüb, gequält, während der Mann sie von hinten mit immer brutaleren Stößen fickte. Sie hielt den Blick, als Sofía die Augen zusammenpresste, sie wieder öffnete und nach ihr suchte, als der offene Mund gegen den ihren einen erstickten Atemzug freigab, den die Stange in das traurigsten Geräusch verwandelte, das Nadia je in ihrem Leben gehört hatte. Sie hielt den Blick, als Rodrigo mit tiefem Grunzen in Sofías Arsch kam, und als er herausglitt, und als das Sperma sich, vermischt wie eine letzte Unterschrift, an den Schenkeln der beiden hinunterzog.

Rodrigo richtete seine Hose mit Ruhe, nahm Lauras Leine vom Boden, wo er sie abgelegt hatte, und betrachtete die Szene erneut mit der Zufriedenheit des Käufers, der die Ware geprüft und für gut befunden hat.

Zu Rodrigos Füßen hob Laura für einen Augenblick den Blick. Ihre Augen trafen die von Nadia, und in ihnen war kein Mitleid, sondern etwas Schlimmeres: Wiedererkennung. Das exakte Spiegelbild dessen, was sie selbst gewesen war, bevor die Konditionierung den größten Teil dessen ausgelöscht hatte, was noch übrig war.

Rodrigo strich ihr mit der verdrehten Zärtlichkeit jemandes übers Haar, der Besitz mit Zuneigung verwechselt.

—Die beiden werden heute Nacht gebracht —sagte er zu Carmen—. Ich will, dass sie für den Transport bereit sind.

Er übergab ihr Lauras Leine zusammen mit einem versiegelten Umschlag voller Anweisungen und ging, ohne sich umzusehen, mit derselben Ruhe, mit der er gekommen war. Die Tür schloss sich mit einem leisen Klick.

Carmen nahm die Leine und zog Laura zur Innentür. Laura stand widerstandslos auf und folgte ihr. Bevor sie verschwand, drehte sie noch einmal den Kopf und sah Nadia und Sofía an, aufgehängt in dieser Umarmung aus Metall, die keine von beiden gewählt hatte und die keine von beiden beenden konnte.

***

In der Dunkelheit des Raums atmeten Nadia und Sofía dieselbe Luft. Ihre Stirnen blieben aneinandergelehnt. Die Ketten hatten nicht nachgegeben. Die Piercings hatten nicht nachgegeben. Der Wille des Mannes im Anzug hatte nicht nachgegeben.

Aber Sofía sah sie weiter an. Und Nadia sah weiter sie an.

In diesem Raum von wenigen Zentimetern zwischen ihren Gesichtern, in diesem Kuss, der kein Kuss war, sondern eine Falle, suchte Nadia nach etwas, woran sie sich festhalten konnte. Und sie fand es: Sofías grüne Augen, noch da, noch immer sie selbst, reduziert, aber nicht ausgelöscht. Es war das Einzige, was noch niemand hatte mitnehmen können. Und solange das wahr blieb, waren sie nicht völlig verloren.

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Bewerte diese Geschichte

Kommentare(5)

SommerHitze

boah, richtig hammer. die Atmosphäre am Anfang hat mich sofort gepackt!!

WochenendLeserin

bitte sag mir dass es einen zweiten Teil gibt?? ich kann so nicht aufhören

StillerLeser

Was mich an dieser Geschichte so beeindruckt ist das Tempo – langsam genug um die Spannung aufzubauen, aber man will trotzdem nicht aufhören zu lesen. Sowas schreibt nicht jeder.

NachtWandlerin42

neu hier, hab die Geschichte per Zufall gefunden und jetzt bin ich süchtig. ne, wirklich

Kapiteljaeger

Schreibst du eigendlich an einem Fortsetzung? Wäre schon zu wissen wie es mit den beiden weitergeht

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