Was der Nachbar an jenem Nachmittag in der Küche sah
Sie bückte sich, um die Scherben der zerbrochenen Tasse aufzusammeln, ohne zu wissen, dass sie jemand vom Türrahmen aus atemlos beobachtete.
Sie bückte sich, um die Scherben der zerbrochenen Tasse aufzusammeln, ohne zu wissen, dass sie jemand vom Türrahmen aus atemlos beobachtete.
Ich dachte, das Haus nebenan sei leer. Als ich vom Buch aufblickte und ihn auf dem Balkon sah, wusste ich genau, was ich mit ihm tun würde.
Wochenlang hatte ich Ausreden erfunden, um sie zu sehen. An jenem Augustnachmittag am Pool zog sie ihr Oberteil aus und machte klar, dass die Ausreden vorbei waren.
Mit sechzig hatte ich mir ein ruhiges Leben versprochen. Dann öffnete sich die Tür gegenüber, und sie erschien – mit zwei weißen Strähnen und einem Lächeln voller Ärger.
Wir hatten etwas Einfaches vereinbart: ein verpasster Anruf, sobald sie anfangen wollten, und ich würde wie zufällig auf meinem Balkon erscheinen. Diese Nacht veränderte alles.
Als sich die Badezimmertür öffnete, hielt ich die Pistole bereits hoch und wusste genau, wie ich dieses Schwein vor unserer Flucht in die Knie zwingen würde.
Ich verschüttete absichtlich das Öl, wählte seine Nummer und wartete. In meinem Alter hatte ich gelernt, dass man auf Gelegenheiten nicht wartet: Man schafft sie.
Als Carla zum ersten Mal auf dem Rücksitz die Beine übereinanderschlug, wusste ich, dass diese Fahrten mein Leben weit mehr durcheinanderbringen würden, als ich je erwartet hatte.
Das Apartment war ein Eisschrank, also klopfte ich wegen der Heizung an ihre Tür. Sie kam im Pyjama heraus und bot mir einen Kaffee an, den ich so schnell nicht vergessen würde.
Ich erzählte einem Fremden spontan, dass meine Frau nackt zu Hause schlief – und dieser Satz entfachte etwas, das zwischen uns seit Jahren erloschen war.
Ich ging allein in die Wohnung hinauf, um vor den anderen zu duschen. Was ich nicht erwartet hatte: Jemand auf der anderen Seite des Innenhofs wartete genau auf diesen Moment.
Eine Windböe riss ihr auf der letzten Stufe das Handtuch vom Leib. Sie bedeckte sich nicht. Sie sah mich nur an, als hätte sie wochenlang darauf gewartet, dass ich um diese Zeit herunterkam.
Im Dampf der Sauna blickte sie zu meinem Handtuch und lächelte, als wüsste sie genau, was gleich zwischen uns geschehen würde.
Als es an jenem Nachmittag an der Tür klingelte, wusste ich, dass er alles gesehen hatte: die Perücke, das Kleid, die Frau, die ich versteckte. In seinen Augen lag kein Spott, sondern Hunger.
Ich sah ihn in diesem hellen Anzug aus dem Auto steigen und wusste, dass ich in jener Nacht nicht allein in der fremden Wohnung schlafen würde.
Es war neun Uhr an einem Sonntagmorgen, und ich war der Einzige auf der Straße. Deshalb war ich der Einzige, der sie fast nackt aus dem Laden kommen sah, ohne dass sie wusste, dass ich sie beobachtete.
Wir maßen uns ein halbes Leben lang schweigend. Bis die Frau, die er umwarb, in einer Augustnacht an meine Tür klopfte und sich entschied zu bleiben.
Sie schrie mich im Aufzug an, und zehn Minuten später schleppte sie mich in ihre Wohnung. Ich war Jungfrau, unbeholfen und hatte Angst; sie wusste genau, was sie von mir wollte.
Ich hob den Rollladen wie immer nur ein Stück. Doch in jener Nacht stand Marina vor dem Spiegel, und zum ersten Mal wandte sie den Blick nicht von meinem Fenster ab.
Ich schrieb ihm: „Tür angelehnt, wenn du dich traust“, und löschte fast alle Lichter. Als er die Treppe heraufkam, wusste ich, dass es kein Zurück mehr gab.