Das Spa in Singapur und die Fantasie, um die ich nicht gebeten hatte
Drei Monate allein in Singapur wegen der Arbeit, ein freier Samstag und ein Masseur, der nicht allzu viele Fragen stellte. So begann der Nachmittag, den ich nie geplant hatte.
Drei Monate allein in Singapur wegen der Arbeit, ein freier Samstag und ein Masseur, der nicht allzu viele Fragen stellte. So begann der Nachmittag, den ich nie geplant hatte.
Einunddreißig Punkte. ELARAs Stimme erwartete ihn bereits: „Wach auf, Schatz. Auch heute wirst du nicht der Mann sein, für den du dich seit Jahren hältst.“
Mit verbundenen Augen liegst du im Hotelbett und hörst, wie jemand das Zimmer betritt. Du weißt nicht, ob es ein Mann oder eine Frau ist.
Ich ziehe den Rock jeden Morgen absichtlich einen Fingerbreit höher und hoffe, dass mich eine ältere Frau mit jener Mischung aus Tadel und Begehren ansieht, die in all meinen Fantasien auftaucht.
Ich stieg mit hartem Schwanz ins Flugzeug, so wie jeden Tag, seit ich denken kann. Was ich nicht ahnte: Diese Priesterin würde mein Leben in nur einer Nacht verändern.
Ich dachte, es sei nur Neugier. Bis ich sein Foto sah, mein Puls raste und ich begriff, dass ich seit drei Jahren vor dem davonlief, was längst entschieden war.
Ich erinnere mich an jeden Namen, jedes Zimmer und jeden Kuss. Doch sie sieht mich an, als hätte ich all die Menschen erfunden, mit denen ich die Nacht verbrachte.
Jede Nacht, die Marcos nur zusah und nicht berühren durfte, war ein weiterer Schritt in den Abstieg. Valeria verführte ihn nicht: Sie besaß ihn. Und er fand keinen Ausweg, suchte auch keinen.
Valentina erkannte die drei Männer im Esszimmer: Sie hatte sie auf Firmenfeiern begrüßt. Heute Nacht hatte Rodrigo sie aus einem anderen Grund hergebracht.
In der Nacht, als ich dieses Mädchen aus dem Zimmer von Schwester Graciela kommen sah, hätte ich weitergehen sollen. Stattdessen blieb ich stehen. Und das veränderte alles.
Manchmal ist das größte Vergnügen, nichts zu tun. Ich legte mich aufs Sofa, breitete die Arme aus und ließ Cristina das Kommando übernehmen.
Seit Monaten lebte ich dieses Doppelleben, und diese Woche gehörte nur mir. Bis sich die Tür des Clubs öffnete und ich den letzten Mann hereinkommen sah, der mich sehen durfte.
Ich lief allein durch dunkle Straßen, voller Wut, nachdem ich meinen Freund mit einer anderen gesehen hatte. Ich suchte nichts. Und fand trotzdem etwas.
Mit geschlossenen Augen erschuf sie jedes Detail: die Hände eines anderen, seine Lippen, das Gewicht eines fremden Körpers auf ihrem. Noch hatte sie es nicht erlebt, aber sie brauchte es schon.
Sie hat viele Namen für mich. Keiner zählt, solange ich sehe, wie sie auf der anderen Seite des Bildschirms gehorcht und auf den Tag wartet, an dem sie vor mir auf den Knien sein wird.
Santiago betrat an jenem Montag das Klassenzimmer mit diesem eng anliegenden Hemd und einer tiefen Stimme, die mir schon beim ersten Wort Gänsehaut machte.
Ich trat mit schon heißem Blut zum Fluss, wissend, was ich tun würde, wenn mich niemand sehen konnte. An diesem Nachmittag würde die Fantasie endlich Wirklichkeit werden.
Seit Wochen sah ich ihm zu, wie er den Flur entlangging. An diesem Nachmittag rief er mich in sein Büro, und etwas in mir wusste, dass sich etwas ändern würde.
Ich wusste nicht, wie Marcos reagieren würde, wenn ich es ihm sagte. Aber als Andrés auf der Party nur ein paar Meter entfernt war, konnte ich kein einziges Wort mehr für mich behalten.
Sie las gerade über Sukkubi, als eine Stimme ihre Frage von der anderen Seite des Zimmers beantwortete. Es war kein Traum: Die Kreatur war schon da.