Was ich meinem Mechaniker nie erzählt habe
Jedes Mal, wenn ich in die Werkstatt kam, hob er den Blick, bevor er die Tür hörte. An jenem Nachmittag, mit halb heruntergelassenem Rolltor, hörte ich auf zu spielen.
Jedes Mal, wenn ich in die Werkstatt kam, hob er den Blick, bevor er die Tür hörte. An jenem Nachmittag, mit halb heruntergelassenem Rolltor, hörte ich auf zu spielen.
Als ich in jener Morgendämmerung den schlafenden Körper meines Sohnes an meinem Rücken spürte, wich ich nicht aus. Etwas Älteres als ich entschied für mich, und ich wusste, dass ich es nicht länger aufhalten wollte.
Unsere Sache lebte im Halbdunkel, vor allen verborgen. Elf Monate brauchte ich, um zu begreifen, dass ich für ihn nie mehr als ein Spiel unter Freunden gewesen war.
Als ich die Maus auf Sebastians Laptop bewegte und den Namen meiner besten Freundin auf dem Bildschirm sah, wusste ich, dass nichts mehr sein würde wie zuvor.
Vor dem Spiegel im Schlafzimmer entdeckte sie, dass ihr Körper noch immer wusste, wie man Begehr verlangt. Nicht erwartet hatte sie, dass jemand noch in derselben Nacht darauf eingehen würde.
Ich dachte, ein paar verkaufte Fotos wären harmlos. Doch in jener Nacht entdeckte ich am Telefon, wie sehr ich meinen Freund begehrte.
Ich schaltete die Kamera an einem ganz gewöhnlichen Morgen ein und öffnete unwissentlich der einzigen Frau die Tür, die mich aus sechshundert Kilometern Entfernung zum Zittern brachte.
Am ersten Nachmittag kam sie auf die Terrasse, das Handtuch hing kaum an zwei Fingern. Unten waren Leute. Oben die Nachbarbalkone. Und sie zündete sich gelassen eine Zigarette an.
Sie nannte mich beim ersten Mal nicht bei meinem Namen. Sie sah mich ganz an, ohne Schaulust und ohne Mitleid, als wäre mein Körper kein Problem, das sie lösen müsste.
Ich habe das Gesicht einer geilen Süchtigen, und jeder merkt es. Im letzten Waggon, dicht an unbekannte Körper gepresst, lasse ich meine Hände tun, was mein Kopf längst entschieden hat.
Ich dachte, ich hätte das ganze Haus für mich. Als ich diese tiefe Stimme hinter mir hörte, wusste ich, dass mein Geheimnis gerade aufgeflogen war.
Seit einer Woche schlief er an ihrem Rücken gepresst, um das Baby zu beruhigen. Eine Woche lang taten beide so, als merkten sie nicht, was in der Dunkelheit zwischen ihnen geschah.
Sechs Jahre lang hatten wir nicht miteinander gesprochen, als seine Nachricht auf meinem Bildschirm auftauchte. Dieses Zelt, diese geteilte Decke, lässt mich bis heute zittern.
Sie kam mit einem Lächeln ins Wohnzimmer, das nicht mehr ihr gewohntes war, und mit hinter dem Rücken versteckter Hand. „Rate mal, was ich mitgebracht habe“, sagte sie. In dieser Nacht begriff ich, zu wem sie wurde.
Es ist elf Uhr, ich bin wieder allein und deine letzte Nachricht leuchtet noch auf dem Bildschirm. Ich mache das Licht aus, und dann entscheiden mein Kopf — und meine Hände — für mich.
Ein Monat lang hörte sie nichts von ihm. Als er endlich schrieb, wusste sie, dass sie ihm in dieser Nacht etwas geben würde, das sie sich nie zu geben getraut hatte.
Die Ampel stand noch immer auf Rot, sein letztes Foto war noch auf meinem Bildschirm und meine Hände fragten längst nicht mehr um Erlaubnis. Ich musste nur noch nach Hause kommen. Oder auch nicht.
Wir wohnten seit zwei Jahren zusammen und noch nie hatte sie mich so angesehen. An jenem Sommerabend entdeckte ich, was sie wirklich auf dem Handy versteckte, als ich ungefragt hereinkam.
Ich dachte, sie würde nicht kommen. Doch dann klingelte es, ich sah aus dem Fenster, und da stand sie – mit diesem unschuldigen Gesicht, das mir seit Jahren den Schlaf raubte.
Dieser warme Fleck auf meinem Kleid veränderte alles: Zum ersten Mal verstand ich, was es heißt, zu begehren und begehrt zu werden, und ich wollte nie wieder zurück.